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Nr. 61/2002 | Montag, 18. November 2002
Kita-Gebühren: Berlin kündigt massiven Protest an
Die GEW BERLIN kündigt massive Proteste gemeinsam mit den Eltern an, falls der Senat von Berlin die Kita-Gebühren im nächsten Jahr erhöhen will. Nach Presseinformationen plant Finanzsenator Sarrazin eine Verteuerung des Kitabesuches.

Eine Erhöhung der Elternbeiträge geht nach Auffassung der GEW BERLIN an der sozialen Realität der Familien dieser Stadt vorbei. Ein Ganztagsplatz in einer Kita kostet jetzt bereits zwischen 48,57 und 286,32 Euro. Vor allem Eltern mit niedrigerem Einkommen werden in Berlin schon jetzt kräftig zur Kasse gebeten, für sie liegt der Kita-Beitrag um 11 Euro höher als in Hamburg. Eine weitere Steigerung der Kita-Kosten ist sozial- und bildungspolitisch nicht zu verantworten.

Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW BERLIN: „Eine Erhöhung der Kita-Beiträge ist ein Skandal! Die Kindertagesstätten haben einen gesetzlich verankerten Bildungsauftrag. Kinder haben ein Recht auf Bildung. Höhere Elternbeiträge grenzen vor allem wieder sozial Benachteiligte und Kinder, die in Armut leben aus, damit zementiert das Bil­dungssystem einmal mehr soziale Ungleichheit. Die Abkopplung der Bildungschan­cen von Kindern vom Bildungs- und Sozialstand ihres Elternhauses gelingt so niemals. Die GEW BERLIN wird gemeinsam mit Eltern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Trägern gegen wei­tere Kürzungen bei den Kitas kämpfen. Es muss endlich auch in die Köpfe der Fi­nanzpolitiker: Ausgaben für die Kinder sind keine verlorenen Zuschüsse in marode Unternehmen, sondern Investitionen in die Zukunft.“

Höhere Elternbeiträge werden mehr Kinder vom Besuch einer Kindertagesstätte aus­schließen. Wer aber die Konsequenzen aus PISA und den Ergebnissen der Berliner Sprachstandserhebung „bärenstark“ ziehen will, muss die vorschulische Förderung stärken und ausbauen. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen belegen den hohen Stellenwert frühkindlicher Bildung und Erziehung.

 


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