| Die Anzahl dauerhaft erkrankter Lehrkräfte in Berlin ist rapide angestiegen. Die Bildungsverwaltung ist „irritiert“; Senator Zöllner will mit der Einrichtung einer Arbeitsgruppe dem „Krankheitsphänomen“ auf die Spur kommen.
Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Eine Arbeitsgruppe, die die Gründe für den erhöhten Krankenstand herausfinden will, ist völlig überflüssig; diese Gründe sind seit Jahren bekannt. Sowohl Herr Zöllner als auch sein Vorgänger haben alle Hinweise auf die Konsequenzen der Streichung von Altersteilzeit und Altersermäßigung, der zweimaligen Erhöhung der Pflichtstundenzahl, der Fülle von teilweise schlecht vorbereiteten Reformvorhaben ignoriert. Wer sich jetzt hinstellt und mit Verwunderung die Erhöhung der Zahlen der Dauerkranken zur Kenntnis nimmt, ist meilenweit von der Schulwirklichkeit entfernt.“
Auch zum möglichen Einsatz von Lehrkräften außerhalb des Unterrichts liegen von Seiten der GEW BERLIN und des Hauptpersonalrats zahlreiche Vorschläge vor. Die Verwaltung hat auch hier alle Initiativen seit Jahren blockiert. Offensichtlich muss erst eine dramatische Situation eintreten, damit endlich gehandelt wird.
Rose-Marie Seggelke: „Die GEW BERLIN ist jederzeit bereit, gemeinsam mit der Bildungsverwaltung Einsatzmöglichkeiten außerhalb des eigentlichen Unterrichts zu prüfen. Wenn Senator Zöllner das Problem aber wirklich anpacken will, dann muss er dafür sorgen, dass Lehrkräfte erst gar nicht krank werden. Die Wiedereinführung von Altersermäßigung und Altersteilzeit wäre der erste Schritt.“
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