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Nr. 68/2002 | Donnerstag, 12. Dezember 2002
GEW: Warnstreik in Kindertagesstätten
Die GEW BERLIN ruft ihre Mitglieder in den Kindertagesstätten des Landes Berlin am Montag, dem 16. Dezember 2002 zum Warnstreik auf. Die Arbeitsniederlegung findet in der Zeit von 6.00 bis 10.00 Uhr statt.

Hintergrund des Warnstreiks ist der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst. Die Arbeitgeber weigern sich bisher, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.

In Berlin gibt es 852 städtische Kindertagesstätten, in denen ca. 10.500 Erzieherinnen und Erzieher beschäftigt sind. In diesen Einrichtungen gibt es ungefähr 95.000 Plätze. Die Erzieherinnen und Erzieher werden die Eltern rechtzeitig über die geplante Arbeitsniederlegung benachrichtigen. Dazu werden in den Kindertagesstätten deutsche und türkische Elternbriefe verteilt.

Der Ablauf des Warnstreiks:

Die Erzieherinnen und Erzieher aus allen Bezirken treffen sich am Montagmorgen gemeinsam mit den anderen Beschäftigten der Bezirksämter zu einer Demonstration. Sie beginnt um 7:30 Uhr in der Friedrichstr./Ecke Unter den Linden. Um 8:30 Uhr findet eine zentrale Streikkundgebung vor dem Roten Rathaus statt. Auf dieser Kundgebung sprechen
  • Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW BERLIN
  • Susanne Stumpenhusen, Landesbezirksleiterin von ver.di Berlin-Brandenburg
  • Eberhard Schönberg, Vorsitzender der GdP.


Im Anschluss an die Kundgebung werden die Erzieherinnen und Erzieher in die Kindertagesstätten zurückkehren und die Arbeit wieder aufnehmen.

Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW BERLIN: „Die Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher steigen beständig an. Von ihnen wird erwartet, dass sie Bildungsarbeit leisten, die Entwicklung der Kinder fördern und sie liebevoll betreuen. Die Kolleginnen und Kollegen tun das auch sehr engagiert und verantwortungsbewusst – leider unter immer schlechter werdenden Bedingungen. Zum 1. Januar 2003 werden 730 Erzieherstellen in den städtischen Kitas abgebaut. Folge: Die Kindergruppen werden größer. Wenn das Land Berlin will, dass die frühkindliche Bildung und Erziehung verbessert wird, muss es auch dafür Sorge tragen, dass die pädagogischen Bedingungen stimmen und das pädagogische Personal angemessen bezahlt wird. Gute Arbeit kostet Geld.“

Eine Erzieherin, 35 Jahre, ledig, 15 Jahre Berufserfahrung und im öffentlichen Dienst beschäftigt verdient derzeit 2.279,27 € brutto.


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