| Der Landesvorstand der GEW BERLIN hat sich in seiner Sitzung vom 16.12.02 ausführlich mit dem Entwurf eines neuen Schulgesetzes auseinander gesetzt. Grundlage war die Fassung, die für kurze Zeit im Internet gestanden hat.
Die GEW BERLIN unterstützt nachdrücklich alle Bemühungen, die Qualität der Arbeit der Berliner Bildungseinrichtungen zu verbessern. Dies wird allerdings nur dann gelingen können, wenn die Beschäftigten, die Pädagoginnen und Pädagogen, bei diesem Prozess eingebunden, nachhaltig unterstützt und gestärkt werden.
Die PISA Studie hat noch einmal verdeutlicht, wo das Deutsche Bildungssystem besondere Schwächen hat. In keinem anderen Land der OECD hängt der Schulerfolg einer SchülerIn so stark von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Das Schulsystem funktioniert als sozialer Auslesemechanismus. Die PISA Studie zeigt aber auch, dass andere Wege möglich sind. Kinder und Jugendliche können durch Förderung schulische Erfolge erzielen. Die Vielfalt und die Unterschiede sind als Chance und Bereicherung für alle zu begreifen und zu nutzen.
Der neue Schulgesetzentwurf hält dagegen an einem gegliederten Schulsystem fest. Es verschärft sogar noch die Auslesemechanismen durch eine neue Sitzenbleiber-Regelung für die 5. und 6. Klassen.
Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW BERLIN: "Dieser Entwurf bleibt weit hinter den Erkenntnissen der Wissenschaft und der öffentlichen Diskussion zurück. In seiner Grundstruktur ist es ein Entwurf der Großen Koalition weit vor den Debatten um PISA. Die GEW BERLIN hält ihn obendrein für rückwärts gewandt und schädlich. Mit einer Fülle von umstrittenen Einzelregelungen bindet er die Energie der Beteiligten und raubt ihnen so die Kraft für wirkliche Qualitätsverbesserungen in den Bildungseinrichtungen."
Der Landesvorstand der GEW BERLIN betonte, dass in den Mittelpunkt von Qualitätsentwicklung die einzelnen Bildungseinrichtungen selbst gestellt werden müssen. Hier verdient die Verbesserung der Ausbildung der PädagogInnen, aber insbesondere auch ihre Fort- und Weiterbildung, ganz besondere Aufmerksamkeit. Qualitätsentwicklung und umfangreiche Fortbildungsmöglichkeiten hängen eng zusammen. An dieser Stelle plant der Senat Abbau.
Die GEW BERLIN fordert den Senat und das Abgeordnetenhaus auf, Schritte zur Überwindung des gegliederten Schulsystems in Angriff zu nehmen. An diesen Überlegungen und diesem Prozess beteiligt sich die GEW BERLIN gern. Bis zu deren Verwirklichung sollten sich alle Zuständigen darum bemühen, ihre Möglichkeiten und Ressourcen auf die Unterstützung der Qualitätsprozesse in den einzelnen Einrichtungen zu richten.
|