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Nr. 01 / 2008 | Dienstag, 22. Januar 2008
Zweiklassen-Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern wird endlich beendet.
Der „Große Master“ für alle Lehrämter kommt.

Die GEW BERLIN begrüßt es, dass die lehrerbildenden Universitäten und die Senatsbildungsverwaltung in Berlin beabsichtigen, alle künftigen Lehrer/innen in zweijährigen Masterstudiengängen („Großer Master“) auszubilden. Bisher trifft das nur auf die angehenden Studienrätinnen und Studienräte für die gymnasiale Oberstufe und die berufsbildenden Schulen zu. Für alle anderen Lehrer/innen ist in Berlin zur Zeit nur ein einjähriges Masterstudium vorgesehen. Die SonderpädagogInnen haben bereits durchgesetzt, dass für ihre Fachrichtung ab dem nächsten Wintersemester übergangsweise ein Masterstudium mit drei Semestern durchgeführt wird.

Rose-Marie Seggelke, Vorsitzende der GEW BERLIN:
„Wir sind erleichtert, dass Berlin die Zweiklassenausbildung von Lehrerinnen und Lehrern beenden will. Mit einer einheitlichen Studiendauer von drei Jahren Bachelor- und zwei Jahren Masterstudium wird sichergestellt, dass alle Lehrerinnen und Lehrer auf einem gleichermaßen hohen berufs- und fachwissenschaftlichen Niveau ausgebildet werden. Darüber hinaus lassen sich so mehr schulpraktische Anteile in das Studium integrieren. Das ist auch ein Erfolg für die GEW BERLIN. Wir haben den „Kleinen Master“ von Anfang kritisiert, da es keinen Grund gibt, Lehrer/innen für die unteren Jahrgänge kürzer als für die Oberstufe auszubilden.“

Hintergrund der aktuellen Entwicklung ist, dass sich die lehrerbildenden Universitäten in Berlin massiv dagegen gewehrt haben, Teile des Referendariats nachträglich als Studienleistungen anzuerkennen. Durch diesen Trick sollten trotz einjährigen Masterstudiums die von der Kultusministerkonferenz geforderten 300 Kreditpunkte für alle Lehrer/innen erreicht werden. Dies wäre ein gravierender Eingriff in die Verantwortung der Universitäten für das Masterstudium und die Vergabe der Abschlüsse durch die Universitäten gewesen. Die GEW BERLIN hatte darin eine massive Täuschung der Studierenden gesehen, da sie ihren Masterabschluss erst nach erfolgreichem Referendariat erhalten sollten.

Rose-Marie Seggelke weiter:
„Wir fordern die Fraktionen von SPD und Linkspartei auf, zügig die notwendige Änderung des Lehrerbildungsgesetzes vorzubereiten und den Universitäten die erforderlichen Finanzen für das zweijährige Masterstudium in der Lehrer/innenbildung zur Verfügung zu stellen.“


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