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Nr. 37/2003 | Montag, 16. Juni 2003
Reform der Lehrer/innenbildung: GEW BERLIN lehnt neuen Beruf des Schulassistenten ab
Die GEW BERLIN hält die Einführung eines neuen Berufsbildes „Schulassistent“ für kontraproduktiv. Jede Einengung des Bachelor-Abschlusses auf ein bestimmtes Berufsbild verschlechtert die Arbeitsmarktchancen der AbsolventInnen. Für die Ganztagsbetreuung an Schulen werden vor allem mehr SozialpädagogInnen und Erzieher/innen gebraucht. Diese aber stehen durch die vom Senat beabsichtigte Verlagerung der Horte aus den Kitas in die Schulen zur Verfügung.

Rose-Marie Seggelke, stellv. Vorsitzende der GEW BERLIN: „Die GEW BERLIN begrüßt, dass sich die SPD/PDS-Koalition darauf verständigt hat, bei der Reform der Lehrer/innenbildung für alle Lehrämter einen Masterabschluss vorzusehen. Die Konstruktion eines neuen Berufsbildes „Schulassistent“ mit dem Bachelor-Abschluss halten wir aber für unsinnig und überflüssig. Der Bachelor-Abschluss muss nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz ein berufsqualifizierender Abschluss sein. Das heißt nicht, dass damit auch ein Berufsbild kreiert werden muss.“

Welche beruflichen Tätigkeiten von Bachelor-AbsolventInnen ausgeübt werden können, hängt von den studierten fachlichen Inhalten ab. Diese sind in einem Portfolio nachzuweisen.

„Der Arbeitsmarkt wandelt sich ständig. Gerade im öffentlichen Schuldienst sind Arbeitsmarktprognosen kaum verlässlich, wie das Land Berlin uns mit dem jetzigen Einstellungsstopp drastisch beweist. Die Festlegung des Bachelor-Abschlusses in der Lehrer/innenbildung auf einen bestimmten Beruf „Schulassistent“ engt die beruflichen Einsatzmöglichkeiten der AbsolventInnen ein. Damit könnte der Bachelor-Abschluss in eine berufliche Sackgasse führen“, so Rose-Marie Seggelke weiter.

Die GEW BERLIN befürchtet außerdem, dass von dem Versprechen, keinen „Billiglehrer“ einführen zu wollen, am Ende keiner mehr etwas wissen will.

Das Argument, die Bachelor-AbsolventInnen könnten als Schulassistenten testen, ob sie für den Lehrer/innen-Beruf geeignet sind, ist nicht überzeugend. Diese Erprobung muss durch längere Praxisphasen während des gesamten Lehramtsstudiums gewährleistet werden. Die GEW BERLIN weist darauf hin, dass für ein späteres Masterstudium in jedem Fall Gebühren zu zahlen wären. Die postulierte Durchlässigkeit ist dann keine mehr.

 


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