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Nr. 51/2003 | Dienstag, 22. Juli 2003
Referendariat für Lehrer/innen ohne EU-Staatsangehörigkeit immer noch verschlossen - GEW BERLIN fordert rasche Gesetzesänderung
Bei der nächsten Einstellungsrunde ins Referendariat werden im November erneut Bewerber/innen ohne einen deutschen bzw. EU-Pass keine Chance haben, wenn nicht endlich eine Änderung des Lehrerbildungsgesetzes erfolgt. Nach Informationen der GEW BERLIN sind darunter auch einige türkische Lehrer/innen, die ihr Erstes Lehramts-Staatsexamen an einer Berliner Universität gerade mit Bravour abgelegt haben.

Die stellv. Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Kein Mensch versteht mehr, warum topp ausgebildete türkische Lehrer/innen nicht ins Referendariat kommen – nur, weil sie keinen deutschen Pass haben. Die jungen KollegInnen sind hier geboren, haben hier Lehramt studiert und werden dann aufs Abstellgleis geschoben. Vor allem Kinder nichtdeutscher Herkunft brauchen Lehrer/innen, die selbst Migrantenkinder sind. Wir fordern, dass Bildungssenator Böger jetzt endlich Nägel mit Köpfen macht und die schon lange versprochene Änderung des Lehrerbildungsgesetzes auf den Weg bringt.“

Das geltende Berliner Lehrerbildungsgesetz sieht vor, dass Nicht-EU-Bürger/innen nur dann ins Referendariat aufgenommen werden können, wenn keine weiteren deutschen oder EU-Bewerber/innen vorhanden sind. Das ist ganz selten der Fall. An dieser rechtlichen Regelung scheitern regelmäßig auch die Klagen vor dem Verwaltungsgericht, da der Zugang von deutschen und gleichgestellten EU-Angehörigen verfassungsrechtlich geschützt ist.

„Das Problem muss durch eine gesetzliche Sonderquote für die Zulassung von Nicht-EU-Bürger/innen ins Referendariat gelöst werden. Dazu ist die Änderung des Lehrerbildungsgesetzes notwendig. Dabei geht es keineswegs um große Zahlen. Im Schnitt bewerben sich nicht mehr als 10 Nicht-EU-Angehörige. In einer Stadt mit Familien nahezu aller Nationalitäten ist jede Lehrerin und jeder Lehrer mit Migrationshintergrund ein Gewinn für die Integration von Kindern nichtdeutscher Herkunft“, so Rose-Marie Seggelke weiter.

 


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