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Nr. 53/2003 | Freitag, 25. Juli 2003
Zukunftschancen verpasst: Berliner Hochschulen verlieren bis 2009 weitere 10.000 Studienplätze
Mit der heutigen Paraphierung der Hochschulergänzungsverträge wird die politische Zielzahl von 85.000 Studienplätzen stillschweigend begraben. Selbst im günstigsten Fall werden die vereinbarten Kürzungen bis 2009 mindestens 10.000 Studienplätze kosten. Denn die Hochschulen werden dann dauerhaft 50 Mio. Euro weniger Zuschüsse erhalten als 2003. Dazu kommen weitere feste Belastungen, wie die Altersversorgung der BeamtInnen in Höhe von 22 Mio. Euro und 3,5 Mio. Euro für die Sanierung der Versorgungsanstalt von Bund und Ländern (VBL). Bei durchschnittlichen Studienplatzkosten von 7.500 Euro gehen so mindestens 10.000 Studienplätze verloren.

Im Ergebnis wird die Zahl der Studienplätze in Berlin auf unter 75.000 absinken.

Rose-Marie Seggelke, die stellvertretende Vorsitzende der GEW BERLIN: „Die SPD/PDS-Koalition hat sich offenbar von ihrer Zielzahl, 85.000 Studienplätze in Berlin zu sichern, verabschiedet. Damit sägt Berlin systematisch an den Bildungschancen junger Leute. Bereits heute führt die fast flächendeckende Zulassungsbeschränkung dazu, dass Studienberechtigte auf den ohnehin engen Ausbildungsmarkt ausweichen und andere Schulabgänger/innen verdrängen. Diese gefährliche Entwicklung wird sich bis 2009 weiter verschärfen, da bis dahin die geburtenstarken Jahrgänge die Schule verlassen.“

Nach der aktuellen Prognose der Kultusministerkonferenz steigt die Zahl der Studienberechtigten bundesweit bis 2008 stetig an – von 339.000 im Jahr 1999 auf 374.000 im Jahr 2008. Trotz anschließendem leichten Rückgang wird sie im Jahr 2012 mindestens noch das Niveau von 1999 haben.

„Wir haben aufgrund der demografischen Entwicklung jetzt die Chance, mehr junge Leute zum Studium zu bringen. Das ist auch dringend notwendig, um die Berufs- und Lebenschancen der jungen Generation zu sichern und die internationalen Herausforderungen zu bestehen. Das Land Berlin interessiert das alles nicht. Hier windet man sich lieber in Haushaltslöchern und verharrt in politischem Provinzdenken. So werden Zukunftschancen verpasst“, erklärt Rose-Marie Seggelke weiter.


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