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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2016

Angestellte Lehrkräfte fordern Respekt und Sicherheit durch einen Tarifvertrag

Die GEW BERLIN hat umfassende Arbeitskampfmaßnahmen in den Schulen angekündigt, für den Fall, dass die Berliner Senatsverwaltung Verhandlungen über einen Tarifvertrag weiter verweigert. „Wir erwarten, dass die Arbeit der angestellten Lehrkräfte in Berlin endlich mit Respekt gewürdigt wird. Die Kolleginnen und Kollegen haben es verdient, dass ihnen Sicherheit durch eine tariflich geregelte Eingruppierung gegeben wird“, betonte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN, auf einer Pressekonferenz am 6. Januar 2016.

Ihre Forderungen hatte die GEW BERLIN dem Finanzsenator bereits am 2. November 2015 übergeben. Am 21. Dezember 2015 lehnte dieser die Aufforderung zu Tarifverhandlungen ab. „Jetzt müssen wir unseren Forderungen mit Arbeitskämpfen Nachdruck verleihen. Wir informieren in den nächsten Tagen darüber, wann und in welchem Umfang wir zu einem ersten Streik aufrufen werden“, sagte Siebernik.

Die GEW BERLIN fordert den Senat dazu auf, in einem Tarifvertrag gleiches Geld für gleichwertige Arbeit zu garantieren. „Die Entgeltgruppe 13 muss für alle Lehrkräfte mit voller Lehrbefähigung gelten, egal für welche Schulform sie ausgebildet wurden. Statusbedingte Unterschiede in der Bezahlung von angestellten gegenüber verbeamteten Lehrkräften müssen durch tarifliche Entgelt-gruppenzulagen ausgeglichen werden“, unterstrich Udo Mertens, Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik.

Die Vorsitzende warb um Unterstützung und Solidarität bei den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern: „In den letzten zehn Jahren wurde im Berliner Bildungssystem ein unnachahmlicher Reformwahnsinn durchgeboxt. Die Arbeitsbedingungen haben sich dabei verschlechtert und die Arbeitsbelastung ist massiv angestiegen. Die vielen Reformen liegen schwer auf dem Rücken der Berliner Lehrkräfte, da ihnen der notwendige Respekt von Seiten der Politik vorenthalten wurde. Das muss sich endlich ändern.“

Siebernik erläuterte: „Das Land Berlin hat 2003 entschieden, seine Lehrkräfte nicht mehr zu verbeamten. Es steht deshalb in der Pflicht, die angestellten Lehrerinnen und Lehrer gerecht zu behandeln und zu bezahlen. Wir sagen Nein zu einer Entgeltordnung, die alle Nachteile des Beamtenstatus auf die angestellten Lehrkräfte überträgt und ihnen die Vorteile vorenthält. Wir haben das Recht auf einen echten Tarifvertrag. Und wir werden für dieses Recht auch streiken.“