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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2016

SPD führt scheinheilige Diskussion über Gebührenfreiheit

Mit großem Erstaunen hat die GEW BERLIN den Vorschlag vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Raed Saleh zur Kenntnis genommen, eine Beitragsfreiheit für die ergänzende Förderung und Betreuung in den Berliner Ganztagsgrundschulen („Hort“) einzuführen. „Diese Diskussion ist scheinheilig, solange nicht jedes Kind einen Anspruch auf einen Platz in der Ganztagsschule hat. Kindern arbeitsloser Eltern beispielsweise wird der Zugang zu ganztägiger Bildung durch eine Bedarfsprüfung vielfach verwehrt“, bemängelte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN. Die GEW BERLIN fordert die Abschaffung der Bedarfsprüfung als ersten Schritt. „Das ist die Grundvoraussetzung, um allen Kindern ganztägige Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen“, so Siebernik.

Ebenso dringend ist aus Sicht der GEW BERLIN die Qualitätsentwicklung der Ganztagsgrundschule. Dafür ist die Personalausstattung deutlich zu verbessern. Siebernik: „Der heute geltende Personalschlüssel von 1:22 bedeutet, dass eine Erzieherin im Alltag mit über 30 Kindern arbeitet. Denn im geltenden Personalschlüssel sind auch die Zeiten enthalten für Aufgaben wie Vor- und Nachbereitung, Elternarbeit, Kooperation mit Anderen und Anteile für Urlaubs- und Krankheitsvertretung.“

Die GEW-Vorsitzende begrüßte, dass das Augenmerk nach zehn Jahren Grundschulreform erstmalig auf den Ganztagsbereich gerichtet wird. „Natürlich tritt die GEW BERLIN für kostenfreie Bildung und Erziehung ein. Vordringlich ist jedoch die pädagogische Weiterentwicklung der ganztägigen Bildung und Erziehung. Dafür braucht es ein verbindliches Bildungsprogramm und mehr Personal.“

Seit 2009 liegt das Berliner Bildungsprogramm für die offene Ganztagsgrundschule vor. Es ist überfällig, dass dies endlich verbindlich umgesetzt wird.

Siebernik kritisierte außerdem: „Die SPD mogelt sich auch daran vorbei, die Erzieherinnen und Erzieher in Berlin besser zu bezahlen. Das Einkommensniveau liegt in Berlin um bis zu 400,00 Euro unter dem Tarifabschluss der Kommunen. Hier muss das Land mehr Geld in die Hand nehmen, um auch konkurrenzfähig bei der Gewinnung von Fachkräften zu sein.“