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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2016

Der Kitagesetzentwurf ist eine vergebene Chance – die Kitas brauchen jetzt mehr Personal

Die GEW BERLIN stellt mit Bedauern fest, dass bei der Überarbeitung des Kitagesetzentwurfes abermals Chancen verspielt wurden. „Wir halten es für den falschen Weg, zum jetzigen Zeitpunkt in die Beitragsfreiheit zu investieren. Priorität müssen Qualitätsverbesserungen und attraktivere Arbeitsbedingungen für die Erzieher*innen haben. Doch in der vorliegenden Gesetzesänderung scheinen nicht einmal die ursprünglich hierfür vorgesehen 60 Millionen Euro im Doppelhaushalt ausgeschöpft worden zu sein“, stellte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN, fest.

Der überarbeitete Gesetzentwurf sieht eine Verbesserung des Personalschlüssels für die unter dreijährigen Kinder sowie die Beitragsfreiheit für Eltern ab 2018 vor. „Natürlich ist es positiv, dass der Gesetzentwurf ein Kind weniger pro Erzieher*in vorsieht. Dies wird allerdings erst ab dem 1. August 2019 der Fall sein. Das ist viel zu spät! Die Kitas brauchen jetzt mehr Personal, damit sie ihre Aufgaben aus dem Berliner Bildungsprogramm erfüllen können“, betonte Siebernik. Die Vorsitzende machte deutlich: „Wir benötigen mehr und gut qualifizierte Fachkräfte in den Einrichtungen. Der Beruf muss aufgewertet und besser bezahlt werden, damit mehr junge Menschen bereit sind, als Erzieher*in zu arbeiten.“

Die GEW BERLIN kritisiert auch, dass der Gesetzentwurf keine Entlastungen für Kitaleitungen beinhaltet. Diese sind für eine Qualitätsverbesserung dringend notwendig. Ebenso wichtig sind verbindliche Ansprüche der Erzieher*innen auf Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit. Auch hier bringt der Entwurf keine Verbesserung.

Außerdem vermisst die GEW BERLIN, dass den Einrichtungen zwei Stunden in der Woche für die Anleitung von Erzieher*innen in berufsbegleitender Ausbildung zur Verfügung gestellt werden. Dies hatte die Senatsbildungsverwaltung angekündigt.

Hintergrund:
Zur Zeit beträgt der Personalschlüssel 1 : 6 (für die Zwei- bis Dreijährigen) bzw. 1 : 5 (für die unter Zweijährigen). Ab 1. August 2016 soll er um ein halbes Kind auf 1 : 5,5 bzw. 1 : 4,5 verbessert werden. Ab August 2018 und ab August 2019 soll eine weitere Reduzierung um jeweils 0,25 erfolgen.