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Presseerklärungen der GEW BERLIN 2016

3.500 Lehrkräfte streiken auf dem Potsdamer Platz

Rund 3.500 angestellte Lehrkräfte haben heute ihre Arbeit niedergelegt und auf dem Potsdamer Platz für gleiches Geld für gleichwertige Arbeit demonstriert. Sie fordern Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen auf, sich endlich auf Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte einzulassen. „Die angestellten Lehrkräfte sind es leid, dass sie für die gleiche Arbeit jeden Monat hunderte Euros weniger bekommen als ihre Kolleginnen und Kollegen“, erklärte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN, bei der Streikkundgebung.

„In Berlins Lehrerzimmern wird unfair bezahlt. Das schafft Unruhe in den Schulen. Obendrein soll nun die Eingruppierung von vielen Quereinsteiger*innen an Grundschulen, Lehrkräften für Fachpraxis und Lehrkräften in den Willkommensklassen verschlechtert werden. Das sind Lehrkräfte, die Berlin dringend braucht“, betonte Siebernik. Sie ist überzeugt, dass es ohne fairen Tarifvertrag immer schwieriger wird, qualifizierte Lehrkräfte zu gewinnen. Schon jetzt leidet Berlin unter einem eklatanten Mangel an Pädagog*innen.

Die GEW-Vorsitzende warb erneut um Verständnis für den Streik der Lehrkräfte: „Bisher haben wir uns bemüht, keine Prüfungstermine zu treffen. Wir wollen diese Auseinandersetzung nicht auf dem Rücken von Schüler*innen und Eltern austragen. Wir, aber auch die Schüler*innen und Eltern, erwarten jetzt, dass der Finanzsenator eine Einladung zu Sondierungen nicht nur ankündigt, sondern sie auch ausspricht. Sind diese Gespräche ernsthaft und zielorientiert, dann sind weitere Streiks vom Tisch. Andernfalls werden wir unseren Arbeitskampf fortsetzen. Massive Störungen des Schulbetriebs werden dann nicht mehr auszuschließen sein."

Die GEW BERLIN kämpft für mehr Sicherheit durch einen Tarifvertrag. Bisher diktiert der Arbeitgeber einseitig, wie er die angestellten Lehrkräfte bezahlt. „Wir fordern die Entgeltgruppe 13 für alle Lehrkräfte mit voller Lehrer*innenausbildung, egal ob sie an einer Grundschule oder einem Gymnasium unterrichten“, erläuterte der Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik, Udo Mertens. „Wir fordern die Gleichbehandlung von Lehrkräften ohne volle Lehrer*innenausbildung, wenn sie mindestens zwei Jahre die entsprechende Tätigkeit ausgeübt haben. Und wir fordern den Ausgleich von Unterschieden in der Bezahlung von angestellten gegenüber verbeamteten Lehrkräften“, so der Tarifexperte weiter.

Mertens zeigte sich zuversichtlich, was den weiteren Verlauf der Auseinandersetzung betrifft: „Schon bald werden mehr als die Hälfte der Berliner Lehrkräfte Angestellte sein – und die lassen sich nicht länger als Lehrkräfte zweiter Klasse behandeln.“

Zum Warnstreik aufgerufen waren alle angestellten Lehrkräfte, einschließlich der Pädagogischen Unterrichtshilfen und der Lehrer*innen für Fachpraxis, an den staatlichen Schulen des Landes Berlin, beim Lette‐Verein und beim Pestalozzi‐Fröbel‐Haus.