Stand: 11/2011
Schon die Nennung dieser Worte treibt vielen den Schweiß auf die Stirn. Obwohl diese Unterrichtsstunden mit der Realität des Unterrichts meist nicht viel zu tun haben, spielen sie doch in der Ausbildung eine große Rolle. Denn hier sollen die LehramtsanwärterInnen ihr Können bzw. ihren Kompetenzerwerb bei der Unterrichtsplanung, -durchführung und -anlyse unter Beweis stellen. Dazu „besuchen“ euch nach Absprache die SeminarleiterInnen und erwarten einen schriftlichen Entwurf des geplanten Unterrichts.
Nach § 11 der neuen Verordnung Vorbereitungsdienst sollen beide FachseminarleiterInnen jeweils zwei Unterrichtsbesuche pro Ausbildungshalbjahr durchführen. Für die LeiterInnen der Allgemeinen Seminare ist die Anzahl der Unterrichtsbesuche nicht mehr vorgeschrieben, was aber nicht heißt, dass sie gar keine durchführen werden. Ihr solltet versuchen, zu den Unterrichtsbesuchen der FachseminarleiterInnen gleich die LeiterInnen des Allgemeinen Seminars und die SchulleiterInnen mit einzuladen. Das klappt aber wegen der Terminabstimmungen nicht immer.
In manchen Fachseminaren werden Gruppenhospitationen durchgeführt, in der das gesamte Fachseminar hospitiert. Diese können natürlich auch als Lehrprobe gewertet werden. Es kann bereichernd sein, Gruppenhospitationen auch als Gruppe vorzubereiten und durchzuführen, z.B. als Stationsarbeit oder Teamteaching.
Hinsichtlich der schriftlichen Unterrichtsentwürfe gehen die Anforderungen (Steckenpferde) der SeminarleiterInnen weit auseinander. Während sich einige mit „Kurzentwürfen“ (ca. 2 bis 4 Seiten) zum Unterrichtsablauf zufrieden geben, verlangen andere stets Sachanalysen, seitenlange Begründungen und Alternativvorschläge etc., sodass diese leicht einen Umfang von 20 oder mehr Seiten erreichen können. Fragt deshalb rechtzeitig nach, welche Form und welchen Umfang der Entwurf haben soll.
Wenn verschiedene Personen eine Stunde gemeinsam besuchen, ist es nicht immer sinnvoll, auch die Stundenbesprechung gemeinsam abzuhalten. Das gilt insbesondere, wenn diese unterschiedliche Anforderungen stellen, entgegengesetzte Steckenpferde reiten oder zwischenmenschliche Probleme haben. Es kann auch dazu kommen, dass sich die SeminarleiterInnen gegenseitig auf eure Kosten profilieren wollen.
Die Unterrichtsbesuche dürfen nicht benotet werden und sind dazu da, euch Hilfestellung und Beratung zu geben, was konkret verbessert werden sollte und wie das gelingen kann. Pauschale Kritik bringt euch nicht weiter.
Tipp: Verschafft euch am Anfang Klarheit darüber, welche Anforderungen die einzelnen SeminarleiterInnen an Unterrichtsentwürfe stellen. Gegen regelmäßig lange Entwürfe sollte man sich wehren, da diese nur eine überflüssige Belastung darstellen. Fordert in den Analysegesprächen konkrete Aussagen ein, was aus Sicht der SeminarleiterInnen auf welche Art und Weise bei eurer Planung und Durchführung des Unterrichts verbessert werden sollte. Die GEW BERLIN hat übrigens eine Lehrprobenbörse – siehe Seite 20.