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Gemeinsames Wertefach "Ethik" als Pflichtfach in der Berliner Schule |
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Bundesweite Mehrheit für einen gemeinsamen Werteunterricht |
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Bundesausschuss für multikulturelle Angelegenheiten (BAMA)
PRESSEMITTEILUNG vom 2. Dezember 2008
Bundesweite Mehrheit für einen gemeinsamen Werteunterricht - Wahlpflichtbereich Ethik/Religion deutlich weniger akzeptiert
53 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass es an Schulen einen gemeinsamen Werte- bzw. Ethikunterricht als Pflichtfach geben soll. Christlicher, islamischer oder anderer Religionsunterricht soll zusätzlich und freiwillig sein. Deutlich weniger, nämlich 44 Prozent, sind der Auffassung, dass die Schüler ge-trennt werden sollen, in solche, die an einem Religionsunterricht und solche, die an einem Werte- bzw. Ethik-unterricht teilnehmen.
Bei der Zustimmung für ein gemeinsames Fach spielt offensichtlich die Zugehörigkeit zu politischen Parteien kaum eine Rolle: FDP- und Linke-Anhänger führen das Feld der Befürworter des gemeinsamen Werte- bzw. Ethik-Unterrichtes (resp. 72 bzw. 70 Prozent) gefolgt von SPD und Grünen (60 und 55 Prozent). Selbst im La-ger der CDU/CSU wollen 47 Prozent der Anhänger keinen Religionsunterricht als Wahlpflichtfach an den Schu-len mehr. Weder die Zugehörigkeit zu einer Altersgruppe, noch der Schulabschluss fällt maßgeblich ins Ge-wicht: eine Beibehaltung des Wahlpflichtfachs Religion findet hier auch keine Mehrheit.
Die Repräsentativbefragung war durch den Bundesausschusses für multikulturelle Angelegenheiten der GEW (BAMA) bei Infratest dimap in Auftrag gegeben worden, um die Meinung in der Bevölkerung zu einem ge-meinsamen Werte- bzw. Ethikunterricht auf der einen Seite und zu einem Wahlpflichtbereich Ethik/Religion auf der anderen Seite zu erfahren.
Zum Ergebnis der Befragung erklärt der Vorsitzende des BAMA, Alain Raymond:
"Unser Bundesausschuss sieht die hohe Akzeptanz für einen gemeinsamen Werte- und Ethikunterricht in der Bevölkerung als Ausdruck der Anerkennung der wichtigen Aufgabe der Schule, einen Beitrag zur Entwicklung einer gemeinsamen Grundbildung zu Fragen von Werten und Ethik und einer Dialogkompetenz für alle Schüle-rinnen und Schüler zu leisten.
Es ist nun an der Zeit, die verbreiteten Modelle eines Religionsunterrichts mit Ethik als Ersatzfach oder Wahl-pflichtfach schrittweise abzulösen durch einen gemeinsamen Werte- bzw. Ethikunterricht, der durch einen zu-sätzlichen freiwilligen Religions- oder Weltanschauungsunterricht für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die dies wünschen, ergänzt werden kann.
Ein solches Modell wurde 1996 in Brandenburg mit dem Pflichtfach "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde" (LER) und 2006 mit dem Pflichtfach Ethik in Berlin eingeführt, in beiden Ländern durch einen freiwilligen Reli-gions- und Weltanschauungsunterricht ergänzt.
Gerade angesichts des laufenden Volksbegehrens des Vereins Pro Reli unterstützen wir den gemeinsamen Ethikunterricht als Pflichtfach in Berlin nachdrücklich.
Die Befragung zeigt, dass ein solches integratives Schulfach auch in anderen Bundesländern mehrheitlich Ak-zeptanz finden würde. Als Bundesausschuss der GEW setzen wir uns dafür ein, dass auch über Berlin und Brandenburg hinaus künftig Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Kulturkreisen sich diese gemeinsame Grundbildung aneignen und im Miteinander lernen können, sich respektvoll zu begegnen und sich in einer de-mokratischen und pluralistischen Gesellschaft eigenständig und urteilsfähig zu orientieren." Die Anforderung der vollständigen Befragungsergebnisse ist möglich unter: alain.raymond@web.de
Anlage: Fragestellung und Hauptergebnis der Befragung sowie Datei mit allen Ergebnissen
Bundesweite Mehrheit für einen gemeinsamen Werteunterricht
- Wahlpflichtbereich Ethik/Religion weniger akzeptiert
Hauptergebnis einer bundesweiten Repräsentativbefragung von Infratest dimap im November 2008 im Auftrag des Bundesausschuss für Multikulturelle Angelegenheiten (BAMA) in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) durchgeführt vom 25.-26. November 2008 mit 1000 Befragten, deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren.
Die Fragestellung war
- In Deutschland gibt es immer wieder Diskussionen, ob an Schulen ein gemeinsamer Werte- bzw. Ethikunterricht als Pflichtfach eingeführt werden soll, also unabhängig von Weltanschauung oder Religion der Schüler.
Ich lese Ihnen zwei Meinungen hierzu vor und Sie sagen mir bitte, welcher Sie am ehesten zustimmen.
Die eine Meinung ist: Es soll einen gemeinsamen Werte- bzw. Ethikunterricht als Pflichtfach geben, an dem alle Schüler teilnehmen. Dagegen soll die Teilnahme an christlichem, islamischem oder anderem Religionsunterricht zusätzlich und freiwillig sein.
Die andere Meinung ist: Für die Schüler soll der Unterricht getrennt sein. Sie sollen wählen, ob sie an einem christlichen, islamischen oder anderen Religionsunterricht, oder aber an einem Wer-te- bzw. Ethikunterricht teilnehmen.
Hauptergebnis
- für einen gemeinsamen Werte- bzw. Ethikunterricht plädierten 53 % der Befragten
- für einen getrennten Unterricht zu Wertefragen/Ethik und Religionplädierten 44 % der Befragten
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6 Argumente für den gemeinsamen Ethikunterricht in Berlin |
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- Angesichts der kulturellen Vielfalt in Berlin sollen alle Schüler im Ethikunterricht Dialogfähigkeit entwickeln, Gemeinsamkeit erfahren sowie gegenseitige Toleranz und Respekt einüben!
An den Schulen Berlins lernen Schülerinnen und Schüler aus vielen Nationen und Kulturen und mit unterschied-lichen Glaubensvorstellungen und Weltanschauungen. So haben in Berlin derzeit schon 42,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen von 6-15 Jahren einen Migrationshintergrund. Angesichts dieser Vielfalt ist es eine wichtige Aufgabe der Schule, gegenseitiges Verständnis, Toleranz und Respekt zu fördern. Das gelingt besonders gut, wenn die Schülerinnen und Schüler über grundlegende Fragen der Ethik, ihrer Herkunftskulturen und ihrer Lebensgestaltung miteinander ins Gespräch kommen und so gegenseitiges Verständnis entwickeln können.
- Gemeinsamer Ethikunterricht fördert die Wertorientierung an Grundgesetz und Menschenrechten
Bei den vielfältigen Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft, die unterschiedliche kulturelle, religiöse und weltanschauliche Wurzeln haben, ist es wichtig, dass sich alle Schülerinnen und Schüler in einem gemeinsamen Ethikunterricht mit den für unsere Gesellschaft zentralen Grundwerten wie Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität, Toleranz und Verantwortung beschäftigen und sich dabei an Grundgesetz und Menschenrechten orientieren. Das beugt fundamentalistischen Tendenzen bei Jugendlichen vor, fördert gewaltfreie Bearbeitung von Problemen und Konflikten und unterstützt den Wertekonsens in unserer Gesellschaft.
- Religionskundliche Allgemeinbildung fördert gegenseitiges Verstehen von Kulturen
Viele Werke der Literatur, bildenden Kunst und Musik in der Kultur Europas lassen sich ohne Kenntnisse über Mythen der Antike und Geschichten der jüdischen und christlichen Bibel nicht verstehen. Religionen sind wie Kunst, Wissenschaft, Recht, Philosophie und Ethik wesentliche Teile des kulturellen Gedächtnisses einer jeden Kultur, so auch der Kultur Europas und anderer Kulturen der Welt. Deshalb gehören Grundkenntnisse zu Religionen und Weltanschauungen zur Allgemeinbildung eines jeden Weltbürgers und Bürgers in Berlin. Schülerinnen und Schüler brauchen diese Kenntnisse, wie sie das Schulgesetz für den Ethikunterricht vorsieht. Und dies u n a b h ä n g i g d a v o n, ob sie darüber hinaus einen christlichen (evangelischen, katholischen, orthodoxen), islamischen (sunnitischen, schiitischen, alevitischen), jüdischen oder buddhistischen Religions-unterricht bzw. das weltanschauliche Fach Humanistische Lebenskunde besuchen.
- Religiös – weltanschauliche Neutralität im Ethikunterricht fördert Respekt vor fremden Auffassungen
Im Unterschied zum Bekenntnisunterricht der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften wird Ethik religiös und weltanschaulich neutral unterrichtet, d.h. in ihm wird keine Religion oder Weltanschauung vertreten oder bevorzugt. Die religiös-weltanschauliche Neutralität gilt für alle Unterrichtsfächer in Berlin, gewinnt aber im Fach Ethik eine besondere Bedeutung. Die Erfahrungen der Heranwachsenden mit einer Lehrkraft, die den Ethikunterricht religiös-weltanschaulich neutral gestaltet, und der Dialog in der Klasse helfen ihnen, Respekt vor Mitschülern mit anderen Weltdeutungen, Sinngebungen und Lebensauffassungen zu entwickeln.
- Gemeinsamer Ethikunterricht fördert die Freiheit individueller Orientierung
Durch eine gemeinsame ethische Bildung und einen im Unterricht praktizierten Dialog wird bei den Schülerinnen und Schüler verschiedener kultureller, weltanschaulicher oder religiöser Herkunft die Freiheit gefördert, sich selbstbestimmt im Leben zu orientieren und sich für eine bestimmte Religion, Konfession oder Weltanschauung oder auch keine zu entscheiden. Eine Parallele gibt es im Bereich der politischen Bildung. Diese zielt auf die Förderung allgemeiner demokratischer Reflexions- und Handlungskompetenz, jedoch nicht auf die Bindung an bestimmte Parteien.
- Religions- und Weltanschauungsunterricht soll in Berlin weiterhin freiwillig bleiben
Die Berliner Schule bietet wie bisher über den gemeinsamen Ethikunterricht der Klassen 7-10 hinaus die seit 1948 bewährte Möglichkeit, von der 1. Klasse an freiwillige Unterrichtsangebote von Religions- und Weltan-schauungsgemeinschaften zu wählen. Derzeit gibt es in Berlin evangelischen, katholischen, orthodoxen, sunnitischen, schiitischen, alevitischen, jüdischen und buddhistischen Religionsunterricht und das Fach Humanistische Lebenskunde. In den Grundschulen nehmen ca. 75 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an einem dieser Unterrichtsangebote in den Schulen teil, wobei das Land Berlin dafür jährlich 50 Millionen Euro aufwendet.
Das Berliner Modell eines allgemeinbildenden Ethikunterrichts u n d darüber hinaus frei wählbarer Angebote von Religions- bzw. Weltanschauungsunterricht entspricht der Vielfalt und den Erfordernissen des friedlichen Zusammenlebens in unserer multikulturellen Metropole sowie den Bildungsbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen.
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Pro Relis angebliche "Wahlfreiheit" ist Abwahlzwang! |
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Ethikunterricht in Berlin: Gemeinsam – nicht getrennt! Pro Relis angebliche "Wahlfreiheit" ist Abwahlzwang!
Der von den Leitungen der christlichen Kirchen unterstützte Verein Pro Reli wirbt mit dem Begriff der "Wahlfreiheit" zwischen Religions- und Ethikunterricht.
In Wahrheit strebt dieser Verein einen Wahlpflichtbereich Religion/Ethik an. Damit will er SchülerInnen vor einen Abwahlzwang stellen: Sie müssten sich dann entscheiden, ob sie weiter den bisher gemeinsamen Ethikunterricht oder den Religions- bzw. Weltanschauungsunterricht wählen. Beides zu besuchen, Ethikunterricht und Religions- bzw. Weltanschauungsunterricht, wäre ihnen dann unmöglich gemacht. Pro Reli will damit den Ethikunterricht in den Klassen 7-10 als gemeinsamen Unterricht abschaffen!
Den Schülerinnen und Schülern würde so die wichtige Lernerfahrung genommen werden, sich gemeinsam, nicht nach Bekenntnissen getrennt, tolerant und rücksichtsvoll über Werte und Kulturen, Religionen und Weltanschauungen in unserer multikulturellen Stadt Berlin auszutauschen und so gegenseitigen Respekt zu entwickeln.
In Berlin kommen heute schon 42,7 Prozent aller 6-15jährigen Schülerinnen und Schüler aus anderen Kulturen. Der von Pro Reli angestrebte Wahlpflichtbereich würde so auch dazu führen, dass sehr viele muslimische Jugendliche nur einen islamischen Religionsunterricht besuchen und fast nichts über das Christentum und den europäischen Humanismus erfahren. Vor allem aber könnten sie so nicht erleben, dass mit andersgläubigen oder nichtgläubigen Mitschülerinnen und Mitschülern Dialog und Gemeinsamkeit möglich und bereichernd sind.
Wir bitten Sie im Interesse von Toleranz, gegenseitigem Verständnis und Gemeinsamkeit an den Berliner Schulen:
Geben Sie keine Unterschrift an Pro Reli oder ziehen Sie Ihre bereits gegebene Unterschrift zurück!
Schirmherr: Walter Momper MdA - Koordinierungskreis: Dr. Felicitas Tesch MdA, Steffen Zillich MdA, Özcan Mutlu MdA, Dr. Elke Brosow, Gerd Eggers, Dr. Gerhard Weil, Roland Otte, Werner Schultz, Ruth Priese, Josef Göbel, Peter Kriesel - Sprecher: Dr. Gerhard Weil, Tel.: 030 / 745 29 22, E-Mail: gerhard.drweil@arcor.de - Koordinator und Ansprechpartner: Gerd Eggers, Tel.: 030 / 381 06 904, E-Mail: gerd.eggers @t-online.de - Anschrift: Initiative Pro Ethik, c/o Dr. Gerhard Weil, Alt-Lichtenrade 52 a, 12309 Berlin. |
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Initiative "Pro Ethik" verurteilt Verteilung von politischer Propaganda durch Religionslehrkräfte |
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Presseerklärung vom 20. November 2008
Verteilung von politischer Propaganda durch Religionslehrkräfte an Berliner Schulen unglaubliche Dreistigkeit
Als eine unglaubliche Dreistigkeit von Landesbischof Huber bezeichnete der Sprecher der Initiative Pro Ethik, Dr. Gerhard Weil, Meldungen über die Verteilung eines Anschreibens des evangelischen Landesbischofs Huber mit Unterschriftenlisten für das Volksbegehren des Vereins Pro Reli durch die Religionslehrkräfte an Berlins öffentlichen Schulen. Da hin-ter diesem Verein auch die Oppositionsparteien CDU und FDP stehen, sind diese Sammellisten eindeutig politisches Werbematerial und dürfen deshalb so nicht verteilt werden.
Wenn man bedenkt, wie hier Bischof Huber direkt in öffentliche Schulen hineinfunkt und dabei auch noch gegen gesetzlich vom Parlament verankerten staatlichen Unterricht, das Fach Ethik für die Klassen 7 bis 10, polemisiert, fühlt man sich an die weit zurückliegende Zeit erinnert, wo die Kirchen noch die Schulaufsicht hatten.
Als besonderen Treppenwitz bezeichnete es Weil, dass die Aktion der Religionslehrkräfte im Unterricht gegen gesetzliche Regelungen in der Schule auch noch zu 90% von dem Staat bezahlt werden, dessen Unterrichtsfach Ethik man erkennbar in dieser Frage bekämpft.
Schulsenator Zöllner wird hiermit aufgefordert, dieses Treiben schleunigst zu unterbinden. Das bedeutet, keine Plakate, keine Listen, keine Sammelaktionen für Unterschriften in öffentlichen Schulen.
Wenn unsere Initiative Pro Ethik mit Unterstützung der ca. 20.000 GEW-Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen ein Flugblatt „Pro Relis angebliche Wahlfreiheit ist Abwahlzwang“ verteilen würde, würde die Schulaufsicht zu Recht umgehend eingreifen, obwohl wir uns nur für die Weiterexistenz des gemeinsamen Ethikunterrichts einsetzen.
Weil: „Es reicht wohl schon nicht mehr, die Bürger mit dem Begriff 'Wahlfreiheit' und dem Verstecken des Begriffs Religionsunterricht (siehe Tagesspiegel vom 16.11.2008) zu täu-schen. Jetzt werden Religionslehrkräfte zu fragwürdigem Tun animiert, nur um die Porto-kosten des Bischoff zu senken!“
Für Rückfragen: Dr. Gerhard Weil - Tel. 030 / 745 29 22 |
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DGB-Vorsitzender Michael Sommer unterstützt die Initiative Pro Ethik |
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In einem Brief an unsere Initiative hat der Vorsitzende des Deutschen Gewerk-schaftsbundes, Michael Sommer, den in Berlin eingeführten gemeinsamen E-thikunterricht nachdrücklich befürwortet. Zugleich äußerte er großen Respekt für die Gläubigen verschiedener Religionen und sprach sich auch für die Weiter-führung des freiwilligen Religionsunterricht aus.
Im folgenden dokumentieren wir den Brief von Michael Sommer im Auszug:
"Mit Freude habe ich davon erfahren, dass die von Ihnen vertretene Initiative „Pro Ethik“ gemeinsam mit SPD, Linken, Humanistischer Union und Humanistischem Verband für den gemeinsamen verpflichtenden Unterricht im Fach Ethik an Berliner Schulen kämpft.
Ich respektiere den Glauben aller Menschen, ganz gleich, an welchen Gott sich ihre Gebete richten. Deshalb finde ich es richtig, dass freiwilliger Religionsunterricht an Berliner Schulen auch weiterhin angeboten wird.
Ich bin aber fest davon überzeugt, dass dies allein nicht reicht. Denn unser Staat, die Bundesrepublik Deutschland, hat eigene Werte und Normen, festgeschrieben im Grundgesetz, verpflichtend für jeden. Da geht es um Recht und Gesetz, aber auch um Menschlichkeit und Menschenwürde, um Gleichheit und Toleranz.
Diese Werte zu vermitteln, gehört aus meiner Sicht zu den vornehmsten Bildungsaufgaben des Staates. Alle Jungen und Mädchen in Berlin haben das Recht, von Vernunft und Auf-klärung zu hören, viel über Weltanschauungen und die unterschiedlichen Religionen zu erfahren, von gegenseitiger Achtung und gleichen Rechten für alle - unabhängig davon, ob ihre Eltern Christen, Moslems, Juden, Buddhisten sind oder sich keiner Religion verpflichtet fühlen.
Ethik-Unterricht ist damit auch ein wichtiger Baustein der Integration. Er darf keine Verle-genheitslösung für jene sein, die nicht in den Religionsunterricht gehen wollen, sondern er muss allen Kindern und Jugendlichen angeboten werden. Im Klassenverband. Gemeinsam, nicht getrennt.
Deshalb unterstütze ich die Aktion „Pro Ethik“ und wünsche Ihrer Arbeit … viel Erfolg." |
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