| Nach monatelangen Diskussionen hat Bildungssenator Zöllner endlich die Planung der neuen Zugangsregelungen für das Gymnasium bekannt gegeben. Einen Numerus Clausus wird es nicht geben; der Elternwille wird weiterhin eine entscheidende Rolle spielen. Neu ist; wenn die Anmeldezahlen über der Aufnahmekapazität eines Gymnasiums liegen, werden 50 Prozent der Plätze per Losverfahren vergeben.
Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Es war von Anfang an klar, dass die Schulstrukturdiskussion und die Einführung der Sekundarschule sich auch auf das Gymnasium auswirken. Und es war klar, dass es - solange die Zweigliedrigkeit beibehalten wird - nur Kompromisslösungen geben kann. Dennoch bleiben viele Fragen offen.“
- Wenn die Gymnasien in den siebten Klassen weiterhin mit 32 Schüler/innen (oder sogar noch mehr) beginnen, wird eine individuelle Förderung kaum möglich sein. Falls an dieser Stelle die personellen Ressourcen nicht verstärkt werden, droht nach dem Probejahr ein großes Aussortieren.
- Die Sekundarschulen werden dann „Auffangbecken“ für diejenigen, die es auf dem Gymnasium nicht geschafft haben. Damit das organisatorisch überhaupt zu leisten ist, müssten sie ihrerseits in den siebten Klassen mit deutlich geringeren Frequenzen anfangen.
- Das Wohnortprinzip wird in der Praxis faktisch aufgegeben. Das widerspricht dem sinnvollen Gedanken, dass eine Schule, welcher Art auch immer, im Kiez, im sozialen Umfeld verankert sein soll.
- Es ist völlig unklar, was mit den Kindern geschieht, die zum Gymnasium wollen, es aber auch über das Losverfahren nicht schaffen. Hier droht ein bürokratischer Hürdenlauf.
- Und schließlich bleibt völlig unklar, wie die „gerichtsfesten Kriterien“ aussehen, nach denen die Schulleitungen ihre 50 Prozent selbst aussuchen können.
Rose-Marie Seggelke: „Immerhin ist dieser Kompromiss eine gerechtere Lösung als das, was bisher angedacht war. Er stellt, was die soziale Mischung angeht, eine Annäherung der Gymnasien an die Sekundarschulen dar; dies ist zu begrüßen.“
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