Die Mitgliederversammlung der Vereinigung Berliner Schulleiterinnen und Schulleiter in der GEW hat einen neuen Vorstand gewählt. Das bisherige Führungsduo Ellen Hansen und Wolfgang Harnischfeger scheidet durch Verzicht bzw. Pensionierung aus. Die Mitgliederversammlung dankte den beiden Vorsitzenden für die geleistete Arbeit und das Verdienst, die Interessenvertretung der Schulleitungen innerhalb und außerhalb der Gewerkschaft im Land wirksam etabliert zu haben.
Als neue Vorsitzende wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Uta Schröder (Schulleiterin der Hermann-Gmeiner-Schule in Lichtenberg) und Paul Schuknecht (Schulleiter der Friedensburg-Oberschule in Charlottenburg-Wilmersdorf) von der Mitgliederversammlung gewählt. Den erweiterten Vorstand bilden:
- Christiane Freund (Schulleiterin der Möwensee-Schule/Grundschule)
- Ulrich Herbst (Schulleiter der Walther-Rathenau-Schule/Gymnasium)
- Ulrich Meuel (Stellv. Schulleiter der Fritz-Karsen-Schule/Gesamtschule)
- Carsten Paeprer (Schulleiter der Hans-Fallada-Schule/Förderzentrum u. Grundschule)
- Lothar Semmel (Stellv. Schulleiter der Clay-Oberschule/Gesamtschule)
- Renate Vercrüße (Schulleiterin der Hermann-Herzog-Schule/Grundschule)
Uta Schröder ist seit 2006 Schulleiterin einer Grundschule in Lichtenberg. Bis dahin arbeitete sie fast 20 Jahre als Lehrerin für Mathematik und Physik an einer Gesamtschule des Bezirkes. In dieser Zeit war sie auch als Personalrätin in der Fraktion der GEW tätig. Ihre Vision ist eine Schule, die allen Kindern gerecht wird und Jeder und Jedem dabei optimale Lernerfolge sichert. In ihrer Arbeit hat sie als Credo eine Aussage des Namensgebers ihrer Schule Hermann Gmeiner „Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut als er muss.“
Paul Schuknecht ist seit 2005 Schulleiter einer Gesamtschule in Charlottenburg-Wilmersdorf und - wie er betont - leidenschaftlicher Befürworter einer ‚Schule für alle‘. Er hält den derzeitigen Weg der Schulstrukturentwicklung für die weitestgehende Reform seit Einführung der Gesamtschule und einen Schritt in die richtige Richtung. Er macht allerdings auch deutlich: „Die Abwendung vom sozial selektiven Schulwesen bleibt weiter eine dringende Herausforderung“. In der Umsetzung zeichnen sich großen Chancen ab, er befürchtet aber aufgrund der großen Eile, teilweiser bezirklicher Sturheit und Unsicherheiten seitens der Schulleitungen, auch enorme Gefährdungen. Dem durch Netzwerkbildung entgegen zu wirken, bezeichnet er als eine wichtige Aufgabe der VBS-GEW.
Schulleitung – Selbstverständnis und Forderungen
Auf der Mitgliederversammlung stellte Frau Dr. Felicitas Thiel (Freie Universität Berlin) die Ergebnisse ihrer Berliner Schulleiter-Studie ‚Organisation der Schule als Managementaufgabe‘ vor. Schlussfolgerungen, die sich daraus ergeben, decken sich mit den bereits auf einer Fachtagung der VBS-GEW im Juni 2009 entwickelten Positionen für eine ‚verantwortungsbewusste, teamorientierte, demokratische Schulleitung‘. Sie wurden vom Vorstand in der Mitgliederversammlung folgendermaßen formuliert:
Schulleitungen haben sowohl Leitungs- als auch Führungsaufgaben. Leitungsaufgaben dienen dem reibungslosen Ablauf des Schulbetriebes, Führungsaufgaben der Weiterentwicklung und Verbesserung der Schule. Deshalb fordern wir:
- Schulleitungen brauchen mehr Zeit zum Führen und Leiten.
- Schulleitungen brauchen Vertrauen, Freiheit und administrative Unterstützung.
- Schulleitungen brauchen Unterstützung bei ihrer persönlichen Entwicklung
Nur wenn diese Arbeitsbedingungen gegeben sind, kann eine gleichzeitig „von oben“ und „von unten“ gesteuerte und initiierte Schulreform gelingen.