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Letzte Aktualisierung: 04.08.2016

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Markus Hanisch

Offener Brief des Berliner Grundschulverbands

Mit elf Fragen wendet sich der Berliner Grundschulverband in einem offenen Brief an die Landespolitik. Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahlen im September fragt der Verband zunächst, welche Maßnahmen die Parteien planen, um die Benachteiligung der Grundschullehrkräfte aufzuheben und die Gleichwertigkeit der Lehrämter herzustellen. In den Wahlprüfsteinen geht es auch um den Mangel an ausgebildeten Grundschullehrkräften, um die Integration der Flüchtlingskinder in Regelklassen und um die akute Schulraumnot.
Die kompletten 11 Fragen gibt es hier.

Kommunale Kitas bilden bald aus

Angesichts des erheblichen Personalmangels soll es in kommunalen Kitas künftig ein eigenes Ausbildungsinstitut für ErzieherInnen geben. Die fünf Berliner Kita-Eigenbetriebe erhoffen sich damit, künftig weniger unbesetzte Stellen zu haben. Allein im Eigenbetrieb Süd-Ost können zurzeit 70 Stellen nicht besetzt werden, obwohl es dort 2.000 Familien gibt, die einen Kitaplatz suchen. Es gibt einfach nicht genug Interessenten. Das Problem wird sich aber nicht lösen lassen, ohne den Beruf der ErzieherInnen attraktiver zu gestalten und die Bezahlung auf ein bundesweit vergleichbares Niveau zu heben. Daher hat der Eigebetrieb Süd-Ost als Sofortmaßnahme beschlossen, in der Stellenausschreibung eine individuelle befristete Zulage in Aussicht zu stellen. Es wird erwartet, dass zum neuen Kita- und Schuljahr 2016/17 mehr als 1.300 ErzieherInnen fehlen.

Übergreifende Themen des Rahmenlehrplans sind verpflichtend

Spätestens im Juli 2017 müssen alle allgemeinbildenden Schulen Berlins der Schulaufsicht ein Schulcurriculum auf Basis des neuen Rahmenlehrplans vorlegen. Darin muss, anders als in vielen regionalen Informationsveranstaltungen dargestellt, jede Schule aufzeigen, wie sie die 13 übergreifenden Themen des Teils B didaktisch umsetzt. Dies stellte die derzeitige kommissarische Leiterin des zuständigen Referates, Birgit Kölle, auf eine Anfrage der GEW BERLIN hin klar. Allerdings ist es nicht notwendig, dass alle 13 Themen in jedem Fach in jeder Jahrgangsstufe zu berücksichtigen sind. Die Schulen müssen intern verabreden, wie sie dafür sorgen, dass alle SchülerInnen sich mit allen übergreifenden Themen in vielfältiger Weise auseinandersetzen. „Erst durch eine vernünftige Planung kann gewährleistet werden, dass dies motivierend und überzeugend geschieht und nicht zur abhakbaren Pflichtveranstaltung verkommt“, so Kölle gegenüber Nuri Kiefer, dem Leiter des Vorstandsbereiches Schule der GEW BERLIN. Zusätzliche Studientage für die Erstellung der Schulcurricula werden jedoch nicht gewährt, teilte die Senatsbildungsverwaltung mit. Dies bedeutet nichts anderes als Mehrarbeit für die Lehrkräfte, die nicht ausgeglichen wird. Dies lehnt die GEW BERLIN strikt ab.

Eltern wünschen sich mehr Lehrkräfte

Kleinere Klassen und mehr Lehrkräfte, das wünschen sich Berliner Eltern mehr als alles andere von der Bildungspolitik. Sie versprechen sich davon eine Verbesserung der als mäßig eingeschätzten Unterrichtsqualität. Insgesamt stellen die Eltern im „Berlin-Trend“ von Morgenpost und RBB den Schulen ein schlechtes Zeugnis aus. Der bauliche Zustand der Schulen wird als besonders negativ beurteilt.

Schulbauplan wird konkret

Fünf Milliarden Euro wird es kosten, die Berliner Schulen zu sanieren und um weitere Bauten zu ergänzen. Dass das dringend nötig ist, erkennen inzwischen alle Parteien, wenn auch deutlich zu spät. Die jüngst vorgestellten Pläne von SPD, Linken und Grünen überschneiden sich in großen Teilen. Während SPD-Bildungssenatorin kurz vor der Wahl noch eine „Taskforce Schulbau“ einberufen hat möchte die Linke die historisch niedrige Zinslage am Kapitalmarkt nutzen. Mithilfe der Investitionsbank Berlin (IBB) möchte sie ein Darlehen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro mit einem Zinssatz von 2 Prozent und einer Laufzeit von 20 Jahren aufnehmen. Um die Schuldenbremse zu umgehen, soll das Geld an eine zu gründende Schulbaugesellschaft gehen. Einen ähnlichen Plan vertreten die Grünen mit ihren Schul- und Bezirke Immobilien Management GmbHs (SuBIM). Die Bezirke blieben so Eigentümer der Gebäude. Das klingt nach einem Projekt für die kommende Legislaturperiode – vielleicht für eine Koalition, die sich in dieser Frage nicht in die Quere kommt.

Ausbau der Sprachförderung für Geflüchtete

Die Bildungsverwaltung hat offenbar den Handlungsbedarf in Willkommensklassen erkannt und bessert nach. So soll additive Sprachförderung in sogenannten Brückenkursen den Übergang in die Regelklassen unterstützen, für Lehrkräfte aus Regel- und Willkommensklassen sind Tandem-Fortbildungen angedacht und die Verweildauer in Willkommensklassen wird verlängert.

Viertelparität an der TU Berlin

Die Underdogs der TU Berlin triumphieren: Im Erweiterten Akademischen Senat (EAS) der TU Berlin haben ProfessorInnen künftig keine Übermacht mehr. Das hat eine knappe Abstimmung des EAS ergeben. Bisher gehörten den ProfessorInnen über die Hälfte der Stimmen. Jetzt gibt es im EAS 15 Stimmen für jede einzelne Statusgruppe: ProfessorInnen, wissenschaftliche MitarbeiterInnen, nicht-wissenschaftliche MitarbeiterInnen und Studierende. Allerdings wies nach der Sitzung ein Professor auf einen Verfahrensfehler hin, der die Wahl ungültig machen könnte. Schon 2013 war die Viertelparität im EAS der TU an der Zustimmung des damaligen Präsidenten und der Senatsverwaltung gescheitert. Der jetzige Präsident Christian Thomsen hält die Rechtslage jedoch für „unklar“ und ist an einem „ganzheitlichen Partizipationsmodell von unten nach oben“ interessiert.

Senat hat sich verplant

Berlin braucht in den nächsten acht Jahren 75.000 Schulplätze zusätzlich. Die neueste Prognose der Senatsverwaltung bedeutet einen Anstieg der SchülerInnenzahl um 25 Prozent und übersteigt die bisherigen Annahmen laut Schulentwicklungsplan um 40.000 SchülerInnen. Es ist fraglich, wie der Senat in seinen bisherigen Prognosen so weit daneben liegen konnte. Problematisch ist die Fehlkalkulation, weil es viel zu wenige Schulen und zu wenige PädagogInnen gibt. Das Wachstum der SchülerInnenzahlen macht einen Neubau von 70 bis 80 Schulen umgehend erforderlich. Auch die Studienkapazitäten für Lehrkräfte müssten dringend und massiv angehoben werden. Besonders gravierend ist der Mangel im Grundschulbereich.

Dauerstellen im universitären Mittelbau

Der Berliner Senat hat mit den Universitäten ein Programm für die Entfristung von wissenschaftlichem Personal unterhalb der Professur vereinbart. Bisher hatten die Unis dies als „Verknechtung“ des Lehrpersonals abgelehnt. Nun sollen aus dem Folgeprogramm der 2016 auslaufenden „Berliner Qualitätsoffensive für die Lehre“ 110 Dauerstellen mit dem Aufgabenschwerpunkt in der Lehre geschaffen werden. Da die Stellen in der Regel 18 Semesterwochenstunden Lehrverpflichtung beinhalten, befürchten sowohl die Universitäten als auch die GEW BERLIN, dass den KollegInnen keine Zeit mehr für Forschung bleibt. Das mache diese Stellen zu einer Karrieresackgasse. 110 Stellen seien außerdem ein Tropfen auf den heißen Stein.

Berliner Qualitäts- und Innovationsoffensive

Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres hat mit den Berliner Hochschulen die neue Berliner Qualitäts- und Innovationsoffensive 2016 – 2020 unterzeichnet. Die Berliner Hochschulen erhalten über dieses Programm Sondermittel in Höhe von 55 Millionen Euro. Diese Mittel werden von den Hochschulen unter anderem für die Weiterentwicklung der Qualität von Studium und Lehre, Verbesserungen der Beschäftigungsbedingungen, Berücksichtigung der zunehmenden Vielfalt der Studierenden und die gezielte Förderung von Gründungsinitiativen verwendet.

Ganztagsschulen sind kein Selbstzweck

Ganztagsschulen verbessern nachweislich das Sozialverhalten von SchülerInnen, das belegt die neue „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen" (StEG) im Auftrag des Bundesbildungsministeriums. Die Studie belegt ebenfalls, dass Ganztagsunterricht nicht zwangsläufig zu besseren Leistungen führt. Dies ist von der Qualität des Ganztags abhängig. Problematisch sei die mangelnde Qualität vieler Ganztagsangebote auch an Berliner Schulen, wo die Hausaufgabenbetreuung häufig nicht mit dem Unterricht verknüpft ist und von ehrenamtlichen Hilfskräften durchgeführt wird. Wichtig, so die Forscher, sei die kontinuierliche Inanspruchnahme dieser Leistungen und deren Eingliederung in den originären Unterricht, um neben der sozialen Entwicklung auch den Lernerfolg der SchülerInnen zu gewährleisten.

Gemeinschaftsschulen sollen verstetigt werden

Der Abschlussbericht zur Pilotphase der Gemeinschaftsschulen bescheinigt der Schulform großen Erfolg. Die Studie hat gezeigt, dass es den Berliner Gemeinschaftsschulen deutlich besser als anderen Schularten gelingt, die Lernzuwächse von der sozialen Herkunft oder dem Förderbedarf zu entkoppeln und damit den
Gedanken der Inklusion pädagogische Realität werden zu lassen. Die nächste Ausgabe der bbz wird sich ausführlich mit dem Abschlussbericht auseinandersetzen und fragen, wie es mit der Gemeinschaftsschule weitergeht.