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Aktuelles

Letzte Aktualisierung: 27.05.2016

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Markus Hanisch

Ganztagsschulen sind kein Selbstzweck

Ganztagsschulen verbessern nachweislich das Sozialverhalten von SchülerInnen, das belegt die neue „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen" (StEG) im Auftrag des Bundesbildungsministeriums. Die Studie belegt ebenfalls, dass Ganztagsunterricht nicht zwangsläufig zu besseren Leistungen führt. Dies ist von der Qualität des Ganztags abhängig. Problematisch sei die mangelnde Qualität vieler Ganztagsangebote auch an Berliner Schulen, wo die Hausaufgabenbetreuung häufig nicht mit dem Unterricht verknüpft ist und von ehrenamtlichen Hilfskräften durchgeführt wird. Wichtig, so die Forscher, sei die kontinuierliche Inanspruchnahme dieser Leistungen und deren Eingliederung in den originären Unterricht, um neben der sozialen Entwicklung auch den Lernerfolg der SchülerInnen zu gewährleisten.

Gemeinschaftsschulen sollen verstetigt werden

Der Abschlussbericht zur Pilotphase der Gemeinschaftsschulen bescheinigt der Schulform großen Erfolg. Die Studie hat gezeigt, dass es den Berliner Gemeinschaftsschulen deutlich besser als anderen Schularten gelingt, die Lernzuwächse von der sozialen Herkunft oder dem Förderbedarf zu entkoppeln und damit den
Gedanken der Inklusion pädagogische Realität werden zu lassen. Die nächste Ausgabe der bbz wird sich ausführlich mit dem Abschlussbericht auseinandersetzen und fragen, wie es mit der Gemeinschaftsschule weitergeht.

CDU mit ambitioniertem Bildungsprogramm

Auf ihrer Klausurtagung im April hat die CDU-Fraktion ein Positionspapier veröffentlicht, laut dem Berlin endlich ein attraktiver Ausbildungs- und Arbeitsstandort für Lehrkräfte werden soll. Die CDU will die Rückkehr zur Verbeamtung sowie bis zu 500 Euro brutto mehr für Grundschullehrkräfte. Auch eine Verdopplung der Lehramts-Studienplätze und ein Stipendienprogramm für angehende Lehrkräfte sind geplant. Im Schulbau plant die CDU eine Offensive: feste, zweckgebundene, übertragbare Budgets, eine Genehmigungsbeschleunigung für Bauvorhaben bis zu 6 Millionen Euro und mehr Autonomie der Bezirke bei der Vergabe von Aufträgen. Außerdem soll der MSA an Gymnasien abgeschafft werden und jedes Gymnasium soll selbst entscheiden dürfen, ob es bereits ab Klasse 5 beginnt.

Fortschreibung der Exzellenzinitiative

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) plant die Fortsetzung der Exzellenzinitiative. Aus Sicht der GEW bleibt es damit bei der falschen Prioritätensetzung: Finanzierung von Spitzenforschung vor einer ordentlichen Grundfinanzierung der Universitäten. Das bedeutet, dass sich zunächst auch nichts an den katastrophalen Arbeitsbedingungen des akademischen Personals, insbesondere des Mittelbaus, ändern wird. Da die Gelder der Exzellenzinitiative befristet zur Verfügung gestellt werden, stellen die Hochschulen ihre MitarbeiterInnen auch nur befristet ein. Viel wichtiger als eine Neuauflage der Exzellenzinitiative wäre eine Entfristungsoffensive: Dauerstellen für Daueraufgaben durch einen Ausbau der Grundfinanzierung der Hochschulen.

Grüne planen Antrag auf zentrale Koordinierungsstelle für Sporthallensanierung

Viele Berliner Sporthallen stehen derzeit wegen Baumängeln oder der Nutzung als Flüchtlingsnotunterkunft nicht zur Verfügung und müssen dringend saniert werden. Damit der Schul-, Freizeit- und Vereinssport die Hallen wieder schnellstmöglich nutzen kann, diskutieren die Grünen eine übergeordnete Organisation, die den Prozess organisiert und den Bezirken unter die Arme greift.

Antirassistischer Jugendpreis Die Gelbe Hand verliehen

Das Filmprojekt ‚Die 30 Menschenrechte‘ der berufsvorbereitenden Klasse des Berufskollegs in Opladen ist mit dem Preis „Die Gelbe Hand“ ausgezeichnet worden. Der Wettbewerb, den der Gewerkschaftsverein „Mach meinen Kumpel nicht an! - Für Gleichbehandlung, gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ jährlich ausschreibt, prämiert kreative Projekte von Jugendlichen, die sich mit Rassismus auseinandersetzen. Für ihre Postkarten-Aktion zu Sexismus, Rassismus und Gewaltprävention erhielten die Auszubildenden der Rheinbahn AG Düsseldorf den zweiten Preis. Der dritte Preis ging an die SchülerInnenvertretung der Berufsbildenden Schule in Kusel für ihre aktive Flüchtlingshilfe. Mehr Informationen zu dem Wettbewerb unter www.gelbehand.de oder www.facebook.de/gelbehand.

Hans-Litten-Schule ist neuer Standort der Staatlichen Europa-Schule Berlin

Die Hans-Litten-Schule in Charlottenburg wird mit dem Schuljahr 2016/2017 neuer Standort der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB). Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums können nun in drei Jahren ihre allgemeine Hochschulreife mit einem bilingualen Abitur erlangen. Damit steigt die Zahl der Standorte der SESB auf nunmehr 31 mit unterschiedlichen sprachlichen Profilen.

Mehr Geld im Bonusprogramm

Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat das Bonusprogramm für Schulen in sozial schwacher Lage ausgeweitet. 19 weitere Bildungseinrichtungen profitieren jetzt von den zusätzlichen Geldern. Dafür wurden 1,2 Millionen Euro zusätzlich im Haushalt bereitgestellt. Insgesamt gibt Berlin damit 18,2 Millionen Euro im Jahr für das Bonusprogramm aus, die auf insgesamt 265 Schulen verteilt werden.

Betreuung zu Hause statt Kita

Eltern sollen künftig „Betreuungskräfte“ mit ihrem Kita-Gutschein nach Hause bestellen können, wenn sie nachts außerhalb der regulären Kita-Öffnungszeiten arbeiten müssen. Die Senatsjugendverwaltung hat eine Servicestelle ausgeschrieben, die das Angebot koordinieren soll. Die Ausbildung der künftigen MitarbeiterInnen hat bereits begonnen. Ausgebildete ErzieherInnen würden für die Arbeit in der Regel jedoch nicht gebraucht, heißt es von der Senatsverwaltung. Knapp 700.000 Euro stehen für das Programm zur Verfügung, dass die Versuche mit 24-Stunden-Kitas ersetzen soll.

Trendwende im öffentlichen Dienst gestoppt

Erstmals seit 20 Jahren ist der öffentliche Dienst in Berlin im vergangenen Jahr gewachsen. Um 1.100 Stellen auf 113.600 stieg die Zahl der Beschäftigten – nach wie vor bescheiden, wenn man die steigende Bevölkerungszahl berücksichtigt. Der Personalzuwachs geht im Wesentlichen auf das Konto des Bildungsbereichs. So sind im Haushaltsplanentwurf 1.170 zusätzliche Stellen für Lehrkräfte und 300 für ErzieherInnen vorgesehen. Reichen wird das dennoch nicht.

1.600 Geflüchtete warten auf Schulplatz

An den Berliner Oberstufenzentren warten nach Angaben von Flüchtlingsinitiativen 1.600 Geflüchtete im Alter zwischen 16 und 18 Jahren auf einen Schulplatz. Die Schulen seien ausgelastet; um die Wartenden in den Willkommensklassen unterzubringen, fehlten Lehrkräfte und Plätze, sagte Ronald Rahmig, Vorsitzender der Vereinigung der Leiter an berufsbildenden Schulen.

Land gibt SIWA-Geld nicht aus

689 Millionen Euro stehen in diesem Jahr aus dem „Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt“ (SIWA) für Investitionen zur Verfügung. Ein Großteil davon könnte in Kitas und Schulen investiert werden. Laut Informationen des Tagesspiegels wurde bis Jahresende 2015 jedoch gerade einmal ein Zehntel des verfügbaren Geldes ausgegeben, und das für neue U-Bahnwagen. Von den 106 Millionen Euro, die für die Sanierung von Kitas und Schulen bereit stehen, wurde bisher leidglich eine Million Euro für vorbereitende Maßnahmen ausgegeben. „Man hat fast den Eindruck, dass die Gelder für Schulen und Kitas gar nicht abfließen sollen“, kritisierte die Grünen-Schulexpertin Stefanie Remlinger.

Tarifverhandlungen mit HVD gescheitert

Die Tarifverhandlungen zwischen dem Humanistischen Verband in Berlin und Brandenburg (HVD-BB) und den Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di sind gescheitert. Auch nach fünfmonatigen Verhandlungen und weitem Entgegenkommen der Gewerkschaften waren die Arbeitgeber nicht bereit, ein akzeptables Angebot vorzulegen. „Die mangelnde Wertschätzung, die die Beschäftigten des HVD-BB in den Tarifverhandlungen erfahren haben, ist mit der Selbstdarstellung nicht in Einklang zu bringen“, sagte Udo Mertens, Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik und Verhandlungsführer der GEW BERLIN. Wie es jetzt weitergeht, wird in der GEW beraten.

Religiöse Erziehung wohl kein Indikator für altruistisches Verhalten

Laut einer internationalen Studie der University of Chicago verhalten sich Kinder aus religiösen Familien weniger altruistisch als solche aus nicht-religiösen Familien. Getestet wurde das soziale Verhalten von 1.170 Kindern zwischen fünf und zwölf Jahren aus Kanada, China, Jordanien, Südafrika, der Türkei und den USA. Dabei ermittelten die ForscherInnen, wie bereitwillig die Kinder Dinge mit Unbekannten teilten, wie sie auf boshaftes Verhalten anderer reagierten und welche Bestrafungen sie als angemessen empfanden. Bei alledem schnitten religiös erzogene Kinder schlechter ab als nicht-religiös erzogene Kinder. Interessanterweise wurde die Studie von der John Templeton Foundation gefördert – eine Stiftung, der häufiger religiöser Lobbyismus vorgeworfen wird.

Kein Thema: Mitbestimmung

Im Studium der Betriebswirtschaftslehre spielt das Thema Mitbestimmung kaum eine Rolle. Das zeigt eine Untersuchung von Martin Allespach und Birgita Dusse von der Europäischen Akademie der Arbeit in Frankfurt. Die Studie belegt, dass Themen wie die Betriebsverfassung oder kollektives Arbeitsrecht kein grundsätzlicher Bestandteil des Studiums der künftigen ManagerInnen ist.

Plötzlich Thema: Fehlende Grundschullehrkräfte

Bildungssenatorin Sandra Scheeres hat angekündigt, die Berliner Studienplätze für Grundschulpädagogik schnellstmöglich zu verdoppeln. Das Vorhaben sei Teil eines Maßnahmenplans zur Erhöhung der Anzahl der Lehrkräfte, sagte sie der Berliner Morgenpost. Sie reagierte damit auf heftige Kritik und zahlreiche Medienberichte über den eklatanten Mangel an Grundschullehrkräften. Knapp 1.000 zu besetzenden Stellen stehen für das Jahr 2016 nur 175 ausgebildete ReferendarInnen gegenüber. Die GEW hatte auf dieses Problem schon Anfang Dezember hingewiesen (siehe auch bbz 01/2016).

Wahlkampfthema: Die Gymnasien

Die CDU geht auf die Forderung von Berliner SchulleiterInnen ein, das Angebot an grundständigen Gymnasien, auszuweiten. Bisher gibt es 44 solcher Gymnasien in Berlin, die ab Klasse fünf beginnen. Eltern sollten wählen können, ob ihr Kind bereits frühzeitig auf das Abitur vorbereitet werden soll oder nicht, finden die CDU und die Vereinigung der Berliner OberstudiendirektorInnen – und suggeriert damit, dass nur das Gymnasium auf das Abitur vorbereiten würde. Als weiteres Argument wird die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre angeführt, dies habe schließlich bereits dazu geführt, dass SchülerInnen die Zeit für die Vorbereitung fehle. Die SPD empfindet das Angebot an grundständigen Gymnasien als ausreichend. Bildungssenatorin Sandra Scheeres sprach sich für ein möglichst langes, gemeinsames Lernen aus. Ohnehin sei die Nachfrage nach grundständigen Gymnasien gering.

Mehr Geld im Verfügungsfond

Ab Februar 2016 erhalten die Schulen über den Verfügungsfonds weitere Mittel zur selbstständigen Bewirtschaftung. Mit den Geldern können sie zum Beispiel Fortbildungen, Honorare für Schulexterne, Anrechnungsstunden für Lehrkräfte oder kleine Instandsetzungsarbeiten finanzieren. Die Mittel setzen sich aus den „7000 Euro-Mitteln“ für Kleinstreparaturen und nicht genutzten PKB-Mitteln zusammen und sind auf 20.000 Euro gedeckelt. Die GEW BERLIN kritisiert, dass mit der Einrichtung des Fonds ein erhöhter Verwaltungsaufwand an den Schulen entsteht und dass damit reguläre Aufgaben den Schulen überlassen werden. Es bestehe die Gefahr, dass die ungleiche Entwicklung von Schulen vorangetrieben wird.