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Die gestern vom Senat beschlossene Erhöhung der Elternbeiträge ist nach Auffassung der GEW BERLIN maßlos und sozial- und bildungspolitisch verantwortungslos. Sie übertrifft die schlimmsten Erwartungen .
Die drastische Erhöhung der Elternbeiträge für Kitakinder wird nicht wie vom rot-roten Senat angekündigt nur die Familien mit mittlerem und höherem Einkommen treffen, sondern auch Geringverdiener. Die Beitragserhöhung für Kinder im Alter von 0 bis drei Jahren soll auch für Familien mit einem Einkommen ab 26.340 € gelten. Sie sollen künftig für einen Platz (mit Essensbeitrag) 91 € statt wie bisher 71 € zahlen. Kitaplätze für Kinder bis zu drei Jahren sollen 120 % eines Kindergartenplatzes kosten. In den Kostenbeiträgen laut Tabelle sind die Essensbeiträge nicht wie bisher enthalten.
Der Senat will damit die Kinder in die Tagespflege abdrängen. Dort sollen die Plätze um 20 % billiger als in der Kita sein. Eine bildungspolitisch fatale Entscheidung, denn die frühkindliche Forschung weist ganz eindeutig aus, dass gerade bei kleinen Kindern wesentliche und umfangreiche Lernprozesse stattfinden. Gerade Kleinstkinder benötigen deshalb die bestmögliche Förderung. In der Kindertagesstätte arbeitet qualifiziertes Fachpersonal, sind die Einrichtungen auf die Lern- und Bildungsprozesse der Kinder ausgerichtet. Für berufstätige Familien bringt die Tagespflege zudem Probleme mit sich: ist die Tagesmutter erkrankt oder im urlaub gibt es keine Vertretung. Die verlässlichen Betreuungsangebote wie in der Kita sind nicht gegeben.
Ulrich Thöne, Vorsitzender der GEW BERLIN: „Die Erhöhung der Kitabeiträge ist skandalös. Familien mit weniger Geld werden gezwungen sein, die billigere Tagespflege in Anspruch zu nehmen, obwohl das Kind dort nicht genauso gefördert werden kann wie in der Kita. Offensichtlich soll sich doch am Geldbeutel der Eltern entscheiden, welche Bildung das Kind bekommt. Gut, dass Eltern, aber auch Erzieherinnen und Erzieher sich dieser fatalen Entwicklung in den Weg stellen wollen. Die GEW BERLIN unterstützt die Aktion des Landeselternausschusses am 20. September und ruft alle zur Beteiligung auf. Sollte der Senat diese Pläne nicht fallen lassen, werden weitere Aktionen folgen. Die GEW BERLIN wird diese bildungsfeindliche Kahlschlagpolitik immer bekämpfen.“
Die Aktion des Landeselternausschusses findet am Samstag, dem 20. September 2003, um 14.30 Uhr vor dem Roten Rathaus statt
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