| Offensichtlich sind die personellen Engpässe an den Berliner Schulen zum kommenden Schujahresanfang noch viel dramatischer als die GEW BERLIN bisher befürchtet hat. Anders lässt sich nicht erklären, dass die Bildungsverwaltung den Schulen die PKB-Mittel abnehmen will, die diese 2009 nicht ausgegeben haben.
Dazu die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Wahrscheinlich merkt jetzt auch die Bildungsverwaltung, dass die unbefristeten Neueinstellungen bei weitem nicht ausreichen um den regulären Bedarf an PädagogInnen zu decken. Nun kratzt man alle Gelder zusammen, derer man noch habhaft werden kann, um damit zusätzliche Einstellungen zu finanzieren.“
Als Begründung für das Einkassieren führt die Bildungsverwaltung an, dass man befürchte, die PKB-Mittel könnten für 2010 nicht ausreichen. Das allerdings zeigt, dass sie entweder von der Schulpraxis keine Ahnung mehr hat oder die Wahrheit nicht wissen will. Die Schulleitungen machen zunehmend die Erfahrung, dass sie nicht ausreichend mit Lehrkräften ausgestattet werden. Deshalb schließen sie Jahr für Jahr noch vor den Sommerferien mehr und mehr langfristige PKB-Verträge für die Dauer von einem halben Schuljahr oder noch länger ab, um überhaupt mit einem Minimum von Planungssicherheit ein neues Schuljahr starten zu können. Das hat mit Vertretung nichts zu tun, räumt aber den PKB-Topf entsprechend schnell leer.
Rose-Marie Seggelke: „PKB sollte eigentlich ein Instrument sein, die Eigenverantwortlichkeit der Schulen zu stärken und die Profilbildung zu fördern. Davon ist nichts mehr übrig; die Schulleitungen müssen das als einen Schlag ins Gesicht empfinden. Und schließlich rächt sich jetzt, dass die Verwaltung in den letzten zwei Jahren knapp zwei Millionen PKB-Mittel für das Teach-First-Programm verballert hat; das Geld ist weg und hat der Berliner Schule keine einzige Stunde Unterricht eingebracht. Wir fordern deshalb die Senatsbildungsverwaltung auf, dieses Programm sofort zu stoppen!“
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