EU-Konferenz: Der Mensch im Mittelpunkt von Beratung in Bildung und Beruf – bessere Chancen durch kompetene Beratung in verlässlichen Strukturen
Leonardo Hotel Weimar
Belvederer Allee 25
99425 Weimar
Donnerstag, 3.11., 16 Uhr - Samstag, 5.11., 13 Uhr
Veranstaltung des Vorstandsbereiches Berufliche Bildung und Weiterbildung des GEW Hauptvorstandes – zusammen mit dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der polnischen Lehrergewerkschaft (ZNP), dem Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) und dem Berufsfortbildungswerk des DGB (bfw gGmbH) in Weimar zum Thema Berufsbildungs- und Weiterbildungsberatung.
Leitgedanken: Der angestrebte Zugang zu lebensbegleitendem Lernen erfordert für alle Bürger ein gutes flächendeckendes Bildungsberatungssystem. Damit Bildungsberatung angenommen wird und für die Menschen von Nutzen ist, ist Respekt gegenüber den subjektiven Interessen und Bedürfnissen und Einbeziehung der individuellen Lebenslagen geboten. Den beteiligten Gewerkschaften geht es darum, mittels der Referate, der Diskussionen im Plenum und den Foren ein entsprechendes Verständnis von Bildungsberatung zu erarbeiten und Umsetzungsschritte zu benennen. Dafür soll es in der abschließenden Podiumsdiskussion einen Austausch mit politisch Verantwortlichen geben.
Vorläufiges Programm und Anmeldungen bis 15. Oktober unter:
http://www.guidance-dialogue.eu
17.09.2010 - Pressemitteilung der GEW: "Gute Weiterbildung braucht gute Arbeitsbedingungen!"
Bildungsgewerkschaft will 30 Euro für Lehrkräfte in Integrationskursen
Berlin – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Weiterbildung endlich zur vierten Säule des deutschen Bildungssystems auszubauen. Dafür sei endlich eine solide Finanzierung des Weiterbildungsbereiches notwendig. „Gute Weiterbildung braucht gute Arbeitsbedingungen. Viele Beschäftigte in der Weiterbildung arbeiten jedoch zu Hungerlöhnen – trotz hohen Qualifikationsniveaus. Hier klafft eine riesige Lücke zwischen den Sonntagsreden der Politiker, die über die große Bedeutung lebensbegleitenden Lernens schwadronieren, und den Arbeitserfahrungen der Pädagoginnen und Pädagogen“, stellte Stephanie Odenwald, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Berufliche Bildung/Weiterbildung, am Freitag während einer Pressekonferenz in Berlin fest.
Sie forderte für Lehrende, die Integrationskurse für Migranten anbieten, ein Mindesthonorar von 30 Euro pro Unterrichtsstunde. „Wer einen Integrationskurs leitet, muss heute oft mit 15 Euro für eine Unterrichtsstunde auskommen, manchmal sind die Honorarsätze noch niedriger. Von diesem Geld müssen die Lehrenden Sozialabgaben abführen, für Vor- und Nachbereitungszeit des Kurses wird kein Cent zusätzlich gezahlt“, betonte Odenwald. Sie wies darauf hin, dass Lehrende jetzt auch noch die notwendige Zusatzqualifikation für die Integrationskurse vollständig aus der eigenen Tasche zahlen müssten. Die schwarz-gelbe Bundesregierung habe mit dem im Sommer durchgewunkenen Sparpaket auch die bisher gewährten Zuschüsse gestrichen.
Odenwald verlangte von der Bundesregierung, den Branchentarifvertrag „Weiterbildung“ endlich für allgemeingültig zu erklären. Der Vertrag ziehe eine untere Haltelinie ein, mit der Dumpinglöhne im Weiterbildungsbereich gestoppt werden könnten. „Wer sich für die Eingliederung von Arbeitslosen im Rahmen der Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit engagiert, wird oft mit Almosen abgespeist. Honorare von zehn Euro in der Stunde, die insbesondere in den östlichen Bundesländern vorkommen, sind skandalös– und das für eine gesellschaftlich wertvolle Arbeit“, sagte die GEW-Sprecherin. Mit dem Branchentarifvertrag würden Brutto-Löhne von knapp über 2.000 Euro im Westen und 1.800 Euro im Osten abgesichert.
„Gute Weiterbildung darf kein Luxusartikel für wohlhabende Menschen sein! Auch die öffentlich geförderte Weiterbildung muss ein qualitativ hochwertiges Angebot machen. Dafür müssen pädagogische Arbeit anständig bezahlt werden und Arbeitgeber wie bei den Berliner Volkshochschulen üblich ihren Anteil an der sozialen Absicherung der Lehrenden leisten“, betonte Odenwald
Info: Die Integrationskurse werden bundesweit von rund 18.000 hochqualifizierten Weiterbildnern angeboten. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge soll der Mindesthonorarsatz für Integrationskurse bei 15 Euro liegen. In den neunziger Jahren hatte der damalige Sprachenverband 23,50 Euro bezahlt.
Heute, eine Woche vor dem Weiterbildungstag am 24. September (bundesweiter Aktionstag mit rund 100 000 Beteiligten aus mehr als 500 Bildungseinrichtungen, die Festveranstaltung findet im Bundestag statt), veranstaltet die GEW in Berlin einen Ratschlag zur Beschäftigung in der Weiterbildung, an dem u.a. Vertreter aller Bundestagsfraktionen teilnehmen. Im Weiterbildungsbereich arbeiten bundesweit rund 600.000 Honorarkräfte, von denen sich etwa 150.000 allein über diese Tätigkeit finanzieren (müssen).
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17.09.2010 - GEW Hauptvorstand - Appell an die Politik zum Weiterbildungstag 2010
Auszug: "Die Weiterbildung zu fördern und ausweiten, ihre Qualität zu steigern, ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, so auch die Botschaft zum nationalen Weiterbildungstag am 24. September 2010. Alle sagen es: Der Ausbau des lebensbegleitenden Lernens in der heutigen Wissensgesellschaft ist nicht nur vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und der demographischen Entwicklung ein Muss. Auch für das soziale Leben, demokratische Beteiligung und die Verwirklichung von Integration ist Weiterbildung unverzichtbar. Die Glaubwürdigkeit der Politik steht auf dem Spiel, wenn bei Weiterbildung wieder Milliarden eingespart werden sollen. Um Weiterbildung wie andere Bildungsbereiche in staatlicher Verantwortung zu steuern, ist erforderlich:
..."
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