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blz 12/2003: Gesundheitsfördernde Schulen
Bertelsmann-Stiftung und GEW unterstützen das Projekt "Anschub.de".
von Manfred Triebe, Mitglied im Gesamtpersonalrat

Unterrichten schadet Ihrer Gesundheit", titelte die Frankfurter Rundschau im Herbst 2002. "Stress macht Lehrer krank: Immer weniger arbeiten bis zum Rentenalter" (Berliner Zeitung vom 10.02.03). Es vergeht kaum eine Woche, in der nicht in irgendeiner regionalen oder überregionalen Zeitung ein Bericht über Belastungen des Lehrerberufes und ihre Folgen erscheint. Schule und krankmachende Belastungen scheinen fast symbiotisch zusammen zu hängen.

Andererseits sind in den letzten Jahren eine Reihe von Projekten angestoßen worden, als deren oberstes Ziel die Gesundheitsförderung formuliert wurde. Der Modellversuch der Bund-Länder-Kommission "Netzwerk Gesundheitsfördernde Schulen" (1993 bis 97), gehörte dazu, ebenso OPUS ("Offenes Partizipationsnetz und Schulgesundheit" 1997 bis 2000) oder GimS ("Gesundheitsförderung in und mit Schulen") des Gemeindeunfallversicherungsverbandes Westfalen-Lippe und viele andere. Gemeinsames Anliegen all dieser Projekte war vornehmlich die Initiierung gesundheitsfördernder Maßnahmen für Schülerinnen. Nebenprodukt dieser Aktivitäten kann natürlich auch eine Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten sein. Hintergrund: Gesundheitsförderung wirkt sich immer auch auf das Schulklima aus. Ein gutes Schulklima wiederum ist eine solide Basis für Wohlbefinden und Zufriedenheit nicht nur der Schülerinnen und Schüler, sondern auch der Beschäftigten. Wie weit dies tatsächlich erreicht wurde, ist bisher nicht geprüft worden.

In dieser Situation versucht das Projekt "Anschub.de" (Allianz für nachhaltige Schulgesundheit und Bildung in Deutschland) neue Wege zu gehen. Initiiert von Wissenschaftlern, die sich seit Jahren mit dem Thema Gesundheit an Schulen beschäftigen und finanziert von der Bertelsmann-Stiftung soll es der Entwicklung gesundheitsfördernder Schulen neue und nachhaltige Impulse geben. Dabei wird schulische Gesundheitsförderung als Investition in die Entwicklung von Schulen verstanden, die eine erfolgreiche Schullaufbahn der Schülerinnen und Schüler ebenso einschließt wie die Berufszufriedenheit, Gesundheit und Professionalität der Lehrkräfte. Gesundheit aller an Schule Beteiligten wird als Voraussetzung für gute Bildung gesehen.

Die GEW arbeitet neben anderen Institutionen, denen Gesundheitsförderung an Schulen ein Anliegen ist, in diesem Projekt mit. Durch Kooperationsverträge soll die Zusammenarbeit auf eine solide Basis gestellt werden. Die Bertelsmann-Stiftung will das Projekt sechs Jahre lang unterstützen. Grundsätzlich ist es aber auf Dauer angelegt, d.h. nach sechs Jahren will sich die Stiftung aus "Anschub" zurückziehen und die weitere Förderung den Kooperationspartnern überlassen.

Der Landesvorstand der GEW BERLIN hat auf seiner Sitzung am 27.10.2003 mit großer Mehrheit beschlossen, "Anschub.de" zu unterstützen. Über einen konkreten Kooperationsvertrag wird im Januar 2004 entschieden. Der konkrete Projektbeginn ist ab 2004 zunächst in einer Großstadt (Berlin) und in einer ländlichen Region (Franken) geplant. Für Berlin ist zwischen der Projektleitung und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport die Region Mitte als Pilotregion vorgeschlagen.

Auf einer Schulgesundheitskonferenz am 5. November 2003 wurde das Projekt erstmals in der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab August 2004 soll die konkrete Arbeit in Schulen der Region Mitte beginnen. Die teilnehmenden Schulen erhalten

  • Ein Manual zur Schulentwicklung unter der Perspektive "Gesundheit"
  • Module zu den Dimensionen und Merkmalen einer guten und gesunden Schule
  • Bereitstellung einzelner Inhalte, Materialien und Personalressourcen
  • Unterstützung bei der Evaluation
  • Fortbildungen werden kostenneutral über den gesamten Projektzeitraum angeboten - die Themen von den Schulen gewählt
  • Im begrenzten Umfang werden Finanzmittel für die teilnehmende Schule bereitgestellt.

Ein wesentliches Augenmerk der GEW in der Mitarbeit bei diesem Projekt wird die Belastungssituation des pädagogischen Personals an den Schulen sein.

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