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Protest erfolgreich: Ab 2008 wieder mehr Referendariatsplätze
Kürzung von 400 Plätzen wird schrittweise zurück genommen
Letzte Aktualisierung: 02.11.2006
Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne (030 / 219993-59)


 
Foto: transit

Die Proteste der GEW BERLIN und der Bewerberinnen und Bewerber zum Referendariat zeigten im Jahr 2004 Wirkung.

Vor allem durch die Proteste und Aktivitäten der GEW BERLIN konnte erreicht werden, dass im Jahr 2004 noch keine Stellen gestrichen wurden.  Für die Jahre 2005 und 2006 ist das nicht gelungen. Insgesamt wurden 400 Stellen gestrichen. Damit konnten am 26.1.05 nur 277 und erneut am 1.2.2006 nur ca. 270 Neueinstellungen erfolgen.  SPD und PDS haben in ihren Koalitionsverhandlungen vereinbart, die Zahl der Plätze ab 2008 schrittweise wieder zu erhöhen (um 200 im Jahr 2008 und um weitere 200 im Jahr 2009). Das ist ein Erfolg unserer Aktivitäten. Leider gilt das noch nicht für ds Jahr 2007.

 

 
Foto: transit

Vor der Sitzung des Schulausschusses am 12.2.04 hatten am Vormittag Bewerberinnen und Bewerber vor dem Sitz des Bildungssenators gegen die Streichung der Referendarsstellen protestiert.
In einer symbolischen öffentlichen Verlosung der Referendariatsplätze hatte die GEW BERLIN auf das krasse Missverhältnis von Einstellungen und Bewerbungen hingewiesen. Im Schulausschuss am Nachmittag ging der Protest weiter. Die Besucherplätze waren so voll wie selten. Viele angehende Lehrer/innen verfolgten die Debatte. 

Nur durch die Proteste und zahlreichen Aktivitäten der GEW BERLIN und vieler Bewerber/innen war überhaupt Bewegung in die Sache gekommen.  

Die für 2005 und 2006 vorgenommene Kürzung um 400 von 1.900 auf 1.500 Stellen führt zu einer in den letzten 10 Jahren nicht da gewesenen Verschärfung der Einstellungssituation von Lehramts-Referendaren.  Die Wartezeiten zwischen Abschluss des Ersten Staatsexamens und Beginn des Referendariats haben sich erheblich verlängert.

Die Folgen der Kürzungen werden aus den im Anhang als PDF-Datei angefügten Tabelle deutlich. Die Kürzungen begründet die Senatsverwaltung mit einer „Anpassung an den zukünftigen Lehrerbedarf". Das ist völlig unverständlich. Der Lehrerbedarf sinkt nicht, sondern steigt vor allem ab 2006 kontinuierlich an. Dabei muss berücksichtigt werden, dass zunehmend fertig ausgebildete Lehrer/innen aus Berlin in andere Bundesländer abwandern, da sie dort schneller und zu besseren Bedingungen eingestellt werden. Das betrifft vor allem die Fächer, in denen ohnehin schon ein Lehrermangel besteht. Erfahrungsgemäß sind mindestens doppelt so viele Bewerber/innen als Stellen notwendig, um den jeweiligen Lehrerbedarf adäquat decken zu können.

Die bisherige Kapazität im Referendariat (1.900 Stellen) war bereits eine sehr enge, um den künftigen Bedarf abzudecken. Wir halten die Kürzung auch vor dem Hintergrund der beschlossenen Änderung des Lehrerbildungsgesetzes zur Reform der Lehrer/innenbildung für völlig kontraproduktiv. Der Regierende Bürgermeister, der Bildungssenator und Vertreter/innen der Regierungskoalition bemängeln zu Recht die zu lange Studiendauer im Lehramt. Die Reform der Lehrerlinnenbildung soll mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen und der radikalen Verkürzung der Prüfungsverfahren endlich die strukturellen Voraussetzungen schaffen, damit Lehramtsstudierende schneller ihr Studium erfolgreich abschließen können. Dieses Ziel wird durch die Kürzung der Referendariatsstellen zunichte gemacht. Die Studierenden werden damit regelrecht an der Nase herum geführt, wenn sie nach dem Studienabschluss noch ein bis zwei Jahre auf die Fortsetzung ihrer Ausbildung warten müssen.

Vorschläge für Aktivitäten können Sie hier abrufen: 


Die Berechnungen, wie sich die Kürzung auf die möglichen Einstellungen ins Referendariat auswirken werden, können Sie nachfolgend als Pdf-Datei herunterladen.



Kürzungen Referendarsstellen, Stand 7/05 (pdf / 8 kb)



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