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Quereinstieg und berufsbegleitendes Referendariat

Weitere GEW-Info-Veranstaltung Quereinstieg am 20.7.16

Letzte Aktualisierung: 15.06.2016

Ansprechpartner/in bei Rückfragen: Matthias Jähne; Rückfragen bitte nur telefonisch unter 030-219993-0

Wichtiger Hinweis vorab:
Wir sind als Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW BERLIN) nicht die Einstellungsbehörde. Das ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (SenBJW). Diese entscheidet über die Voraussetzungen und Bedingungen des "Quereinstiegs" und über die individuellen Bewerbungen. Wir als GEW versuchen, möglichst viele Informationen zu geben, damit Sie als potentielle Bewerber*innen die Lage und Ihre Chancen realistischer einschätzen können und wissen, wie der "Quereinstieg" in Berlin abläuft. Individuelle rechtliche  Beratungen dürfen wir als Gewerkschaft aber immer nur für unsere Mitglieder leisten, die dafür auch Mitgliedsbeiträge entrichten (§ 7 Rechtsdienstleistungsgesetz).

Für die Einstellungen zum Schuljahresbeginn 2016/17 werden Auswahlgespräche mit "Quereinsteiger*innen" für die allgemeinbildenden Schulen voraussichtlich ab 20. Juni durchgeführt. Bewerbungsschluss war am 31. März 2016. Stellen für berufsbildende Schulen werden laufend schulbezogen ausgeschrieben.

Für die Einstellungsrunde Februar 2017 wird es im September wieder eine neue zentrale Ausschreibung für allgemeinbildende Schulen geben (auch gesondert für "Quereinsteiger*innen"). Bewerbungsschluss voraussichtlich am 31. Oktober!

Wichtig: Die Bewerbungsfristen für das reguläre Referendariat  (nächste: 27.9.16) gilt hier nicht! Denn hier geht es zunächst um eine Bewerbung um unbefristete Einstellung in den Berliner Schuldienst. Für das anschließende berufsbegleitende Referendariat muss man sich nicht gesondert bewerben!

Im Februar 2016 wurden nach offiziellen Senatsangaben insgesamt 963 Lehrkräfte neu in den Berliner Schulen eingestellt, darunter 160 "Quereinsteiger*innen (davon 81 in den Grundschulen).

Folgende Fächer waren für die Bewerbung von "Quereinsteiger*innen" zur Einstellungsrunde 2016/17 zugelassen (unverändert):
Mathematik, Physik, Informatik, Chemie, Musik, Sport, WAT (Wirtschaft-Arbeit-Technik, ehemals Arbeitslehre) und alle sonderpädagogischen Fachrichtungen.

Für die Grundschulen konnten sich wie beim letzten Mal unabhängig vom Fach auch Absolvent*innen mit einem ersten Lehramtsabschluss für das Lehramt Grundschule bewerben (1. Staatsexamen oder Master of Education). Wir raten aber Lehramtsabsolvent*innen immer dazu, das Referendariat regulär zu absolvieren!

In welchen Fächern sich "Quereinsteiger*innen" für Februar 2017 bewerben können, wird erst mit der neuen Ausschreibung im Herbst feststehen. Wir gehen aber davon aus, dass sich der o.g. Fächerkanon nicht wesentlich ändern wird.

Dazu kommen immer noch bestimmte berufliche Fachrichtungen für die berufsbildenden Schulen (z.B. Metall- und Elektrotechnik, Sozialpädagogik). Die Stellen der berufsbildenden Schulen werden aber nicht über dieses zentrale Verfahren besetzt, sondern schulbezogen ausgeschrieben (auch über die Internetseite der Senatsbildungsverwaltung, dort bei "Stellenangebote für bestimmte Schulen" - siehe link am Ende der Seite!).

Berlin hat seit Jahresbeginn 2015 die Anforderungen an den Studienumfang der studierten Fächer erhöht (vor allem des geforderten zweiten Faches).

Die o. g. für den "Quereinstieg" zugelassenen Hauptfächer müssen als erste Fächer im Umfang von 90 Leistungspunkten (LP) bzw. 60 SWS studiert worden sein (für das Grundschullehramt im Umfang von 60 LP bzw. 40 SWS)

Für das zweite Fach muss ein Studienumfang von 60 LP bzw. 40 SWS (im Grundschullehramt 45 LP bzw. 30 SWS) nachgewiesen werden. Dabei muss in dem zweiten Fach kein formaler Studienabschluss vorliegen. Nur, wenn es für die zu besetzenden Stellen weder entsprechende Lehramtsbewerber*innen mit dem Zweiten Staatsexamen gibt, noch "Quereinsteiger*innen", die bereits das zweite Fach im geforderten Umfang mitbringen, könnte man auch mit nur einem Fach oder mit zu geringem Studienumfang im zweiten Fach eingestellt werden. Dann muss man aber nach der Einstellung das zweite Fach (vor dem berufsbegleitendem Referendariat) zunächst in bis zu vier Semestern berufsbegleitend studieren. Das ist die Ausnahme und funktioniert in der Praxis bisher auch nur für Lehrkräfte an Grundschulen (für die Fächer Mathe und Deutsch) sowie in den weiterführenden Schulen nur für das Fach WAT, wo die TU Berlin ein entsprechendes Studienangebot mit der Senatsbildungsverwaltung aufgelegt hat sowie für Mathe und Informatik (FU). Für alle anderen Fächer gibt es bisher keine Studienangebote der Senatsverwaltung, da die Universitäten, die das realisieren müssten, dafür nach eigenen Angaben keine Kapazitäten haben. Daher sollte man sich als Bewerber*in für den "Quereinstieg" darüber im Klaren sein, dass eine Einstellung ohne den Nachweis des erforderlichen Studienumfangs im zweiten Fach mit Ausnahme der Grundschulen und der Fächer WAT, Mathe und Informatik (als Zweitfächer) für ISS/Gymnasium derzeit wenig wahrscheinlich ist.

Neu: Die Senatsverwaltung hat zu wenig Kapazitäten, um alle, die mit nur einem Fach eingestellt werden, zeitnah in die Kurse für die berufsbegleitenden Studien (im Zweitfach) aufzunehmen. Daher werden diese Lehrkräfte nach der Einstellung zunächst eine pädagogische Begleitung im studierten Fach mit dem Besuch eines Fachseminars und mit beratenden Unterrichtshospitationen durchlaufen - und zwar bis zum Beginn der berufsbegleitenden Studien; mindestens aber 4 Monate lang. Das ist eine sinnvolle Maßnahme, die wir als GEW schon lange fordern. Dafür gibt es eine Ermäßigung um 5 Unterrichtsstunden.

Rechtliche Grundlagen für den "Quereinstieg":

Mit dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz Berlin vom 20.02.2014 können sich auch Absolvent*innen mit (Fach-) Hochschuldiplom- oder Master bewerben.

Die gesetzliche Grundlage (§ 12 Absatz 1 Lehrkräftebildungsgesetz) sieht so aus:

"Stehen nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber mit einer Lehramtsbefähigung (§ 10 Absatz 1 Satz 3) in einschlägigen Fächern zur Deckung des Lehrerbedarfs zur Verfügung, kann der Vorbereitungsdienst abweichend von §§ 10 und 11 auch in berufsbegleitender Form abgeleistet werden. Zu diesem Zweck können ausgeschriebene Stellen mit Bewerberinnen und Bewerbern besetzt werden, die über einen lehramtsbezogenen Master of Education, über eine Erste Staatsprüfung oder über einen Diplom-, Master - oder Magisterabschluss verfügen, der an einer Universität oder Fachhochschule erworben wurde und bei dem sich ein zweites Fach mit angemessenem Studienumfang feststellen lässt. Sollte der festgestellte Studienumfang nicht ausreichen, so kann das zweite Fach durch berufsbegleitende Studien erworben werden."

Die Voraussetzungen sind also:

  1. Eine unbefristete Lehrer*in-Stelle im Berliner Schuldienst kann nicht mit Lehramtsbewerber*innen mit dem Zweiten Staatsexamen und dem geforderten Fach bzw. den Fächern besetzt werden.
  2. Man muss neben dem in § 12 Absatz 1 Lehrkräftebildungsgesetz geforderten Hochschulabschluss ein zweites Fach mit angemessenem Studienumfang nachweisen.

Wie läuft der "Quereinstieg" ab? Was ist zu beachten?

Wird man als Nicht-Lehramtsabsolvent*in aufgrund des in Berlin herrschenden Lehrkräftemangels für eine Dauerstelle ausgewählt, erfolgt eine

Einstellung in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis als Lehrer*in

Gleichzeitig muss man zum nächst möglichen regulären Termin das berufsbegleitende Referendariat aufnehmen (evtl. zuvor noch berufsbegleitend ein zweites Fach studieren). Dafür muss man sich nicht gesondert bewerben! Am Ende dieses seit August 2014 einheitlich 18 Monate dauernden berufsbegleitenden Referendariats steht die Lehramtsstaatsprüfung. Wird diese allerdings endgültig (auch nach der Wiederholungsphase) nicht bestanden, endet das Arbeitsverhältnis mit einer Auslauffrist von zwei Wochen nach Bekanntgabe des negativen Prüfungsergebnisses. Das wird i.d.R. im Arbeitsvertrag vereinbart.

Das berufsbegleitende Referendariat

wird in den "normalen" Schulpraktischen Seminaren des Landes Berlin absolviert. Die jeweiligen Anfangszeiten sind mit denen des herkömmlichen Referendariats identisch. Die jeweiligen Termine sind unter dem link am Ende des Textes zu erfahren. Für das Referendariat wird den eingestellten Lehrkräften eine Stundenermäßigung gewährt. Besonders kritisch ist dabei, dass die Senatsverwaltung bisher nur bereit ist, 7 Stunden Ermäßigung (in den Grundschulen 9 Stunden) zu gewähren. Damit muss man von Anfang an gleich 19 Stunden unterrichten. Es ist allerdings möglich und auch dringend zu empfehlen, auf eigenen Antrag die Arbeitszeit weiter zu reduzieren (Teilzeit) um maximal 6 Unterrichtsstunden (mit entsprechender Gehaltsreduzierung!). Es müssen mindestens 13 Unterrichtsstunden abgeleistet werden (26 minus 7 Ermäßigung für das berufsbegleitende Ref. minus maximal 6 auf eigenen Antrag; in den Grundschulen: 28 minus 9 für das berufsbegl. Referendariat und minus maximal 6 Stunden auf eigenen Antrag).

Wichtig:

Diese mindestens 13 Unterrichtsstunden sind ausschließlich selbstständiger Unterricht! Es gibt da keinen Anteil von Hospitationen oder angeleitetem Unterricht!

Die Senatsverwaltung hat auf den Druck der GEW BERLIN und anderer zumindest etwas reagiert und hat den Schulen für jeden "echten" Quereinsteiger (also ohne Lehramtsabschluss) zwei Betreuungsstunden ("Mentor*innen-Stunden") zur Verfügung gestellt. Diese können die Schulen für die Anleitung und Betreung der "Quereinsteiger*innen" nutzen.

Der "Quereinstieg" funktioniert nur bei der Besetzung von unbefristeten Stellen - nicht bei Fristverträgen.

Bewerber*innen ohne Lehramtsabschluss, die eine

berufliche Fachrichtung

studiert haben, bewerben sich nicht zentral (bei BEO), sondern auf schulbezogene Ausschreibungen der berufsbildenden Schulen. Diese Ausschreibungen werden laufend auf der Internetseite der Senatsverwaltung veröffentlicht (link unten - dort bei "Stellenangebote für bestimmte Schulen"). Dabei gilt die in der konkreten Ausschreibung genannte Bewerbungsfrist!

Aufgrund der vielen Anfragen gibt es eine weitere
GEW-Info-Veranstaltung zum Quereinstieg und berufsbegleitendem Referendariat
Mittwoch, 20. Juli 2016 um 17:00 Uhr im GEW-Haus
Anmeldung ist erforderlich! Bitte bis spätestens 8.7. an info@gew-berlin.de
Siehe http://www.gew-berlin.de/4426_15799.php


 

 

 

 

Link zur Homepage der Senatsverwaltung "Einstellung Berliner Schuldienst"

Einstellungstermine für das Referendariat in Berlin

Stellungnahme der GEW Berlin: Lehrkräftebedarf durch qualifiziertes Personal abdecken - Qualität der Ausbildung von Lehrkräften gewährleisten

Neues GEW-Info: Besonderheiten im berufsbegleitenden Referendariat