| Der heutige GEW-Referendariatstag war erneut ein voller Erfolg. Die ca. 120 teilnehmenden Lehramtsanwärter/innen hatten vor allem großes Interesse an den Themen „Raus aus dem Stress – Wege zum erfolgreichen Referendariat“, Konflikte in der Schule – Lehrer/innen konfrontiert mit Gewalt und Rechtsextremismus“ und „Schule in sozialen Brennpunkten“.
Ein kleiner Schatten lag allerdings auf der Veranstaltung. Die stellvertretende Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke, musste den Teilnehmer/innen mitteilen, dass Staatssekretär Thomas Härtel sich am Nachmittag nicht wie vereinbart persönlich zu den Berufsperspektiven junger Lehrkräfte in Berlin äußern wird, sondern Ludger Pieper, Leiter der Abteilung II der Senatsbildungsverwaltung.
Rose–Marie Seggelke: „Wir bedauern sehr, dass Staatssekretär Härtel nicht persönlich erschienen ist. Das wäre immerhin eine Gelegenheit gewesen, mit den angehenden Lehrerinnen und Lehrern dieser Stadt direkt Kontakt aufzunehmen, sich ihre Nöte und Bedürfnisse anzuhören und ihnen zu zeigen, wie wichtig sie für die Zukunft unserer Schule sind. Wir brauchen diese jungen Lehrkräfte dringend.“
Zu den Einstellungschancen informierte Herr Pieper, dass Berlin in den nächsten 10 Jahren ca. 10.000 neue Lehrkräfte benötigt. Im Schuljahr 2005/06 sind insgesamt 750 Stellen neu zu besetzen. Zwei Drittel davon werden direkt von den Schulen ausgeschrieben werden, an die dann auch die Bewerbungen zu richten sind. Das übrige Drittel wird wie bisher im zentralen Verfahren besetzt. Unmut unter den Teilnehmer/innen löste die Ankündigung von Pieper aus, dass soziale Kriterien, wie z.B. Anzahl der Kinder kein Auswahlkriterium mehr darstellen sollen. Lediglich die Noten der Staatsexamina sollen ausschlaggebend sein.
„Wer Kinder erzieht, hat es ungleich schwerer, ein super Examen hinzulegen. Das muss auch künftig bei der Auswahl der Bewerber/innen berücksichtigt werden. Wir gehen davon aus, dass Berlin aufgrund der Ruhestandswelle im nächsten Jahr weit mehr als 750 neue Lehrer/innen einstellen muss. Schon in diesem Jahr hatte die Verwaltung allerdings Probleme, die 250 Stellen zu besetzen. Berlin muss den neuen Lehrkräften im nächsten Jahr attraktivere Bedingungen bieten. Sonst wird es schwer, die Stellen zu besetzen. Mit etwa 12,5 % weniger Gehalt als in den alten Bundesländern bietet Berlin für junge Lehrkräfte – gerade in den Mangelfächern, alles andere als einen Traumjob“, so Rose-Marie Seggelke.
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