Letzte Aktualisierung: 04.04.2006
Seit Jahren ist die Situation, die an der Berliner Hauptschule herrscht, bekannt. Sie ist geprägt von Hoffnungslosigkeit desillusionierter, gewaltbereiter Jugendlicher, die nicht nur Mitschüler attackieren, sondern streckenweise keinen geordneten Unterricht ermöglichen. Wenn auch nicht in der Massivität wie in der Rütlischule, so haben auch die anderen Hauptschulen mit diesen Problemen zu kämpfen. Nicht umsonst stellt der Berliner Schulsenat ab 1.4.06 zusätzlich 20 Hauptschulen Sozialarbeiter zur Verfügung, mit dem Ziel, dass ab 2007 an jeder Berliner Hauptschule ein Sozialpädagoge tätig sein wird. Angesichts der leeren Kassen lässt dieser finanzielle Segen nur darauf schließen, dass den Verantwortlichen die Situation bekannt ist. Von daher ist es nachgerade zynisch, wenn einer Schulleitung oder den Kolleg/innen die Schuld an der Misere zugeschrieben wird. Vor mehr als 10 Jahren forderte ein großer Teil der Hauptschulleiter/innen, diesen Schulzweig aufzulösen, da allen klar ist, dass die perspektivlosen Jugendlichen schwer zu motivieren sind, Schule als einen Lern- und Lebensort zu akzeptieren. Es ist wirklich an der Zeit, sich über die Rolle der Berliner Hauptschule innerhalb des gegliederten Schulsystems Gedanken zu machen. Die Rütlischule hat deutlich gemacht: es ist Zeit diesen Schultyp aufzulösen. Wir können diese Forderung nur unterstützen. Als Alternative ist nur möglich wie in Hamburg diesen Schultyp als verbundene oder integrierte Haupt- Realschule zu führen.
Bernd Böttig, Olaf Garcke, Arnim Gutt, Jens Halfpapp, Dieter Hohn, Volker Steffen, Klaus Übler, Karla Werkentin
Die Unterzeichner sind Schulleiter/innen Berliner Hauptschulen.
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