Der Landeselternausschuss (LEA) und die GEW BERLIN stellen fest, dass die von der Senatsbildungsverwaltung auf den Weg gebrachten Schulreformen wegen des eklatanten Personalmangels besonders an Grundschulen gefährdet sind. Dazu Andre Schindler, Vorsitzender des LEA: „Mindestens jede dritte Berliner Grundschule hat weder genügend Lehrkräfte noch Erzieherinnen und Erzieher um den Regelunterricht und den Betrieb der verlässlichen Halbtagsschule abzudecken. Die personelle Situation im Erzieherbereich bei den offenen und gebundenen Ganztagsschulen stellt sich noch dramatischer dar. Unter diesen Bedingungen können Kinder weder individuell gefördert, noch erkannte Lernschwächen frühzeitig beseitigt werden. Wir fordern gemeinsam mit der GEW BERLIN den Grundschulen ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen, das zumindest in der flexiblen Schulanfangsphase einen permanenten gemeinsamen Einsatz von Lehrkräften und Erzieherinnen ermöglicht.“ Zurzeit ist in den meisten Berliner Grundschulen eine Lehrkraft allein für bis zu 29 LernanfängerInnen zuständig. Sie wird nur in wenigen Wochenstunden von einer Erzieherin unterstützt. Mit dieser Personalausstattung ist weder ein individuelles Eingehen auf leistungsstarke noch auf leistungsschwächere Kinder möglich. „In der flexiblen Schulanfangsphase muss die Klassenfrequenz dringend auf unter 20 Kinder reduziert werden, in sozialen Brennpunkten auf 15 LernanfängerInnen. Soll erreicht werden, dass alle Kinder gemäß ihrer Fähigkeiten ausreichend gefordert und gefördert werden, müssen wesentlich kleinere Lerngruppen als bisher eingerichtet werden“, sagt die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke. LEA und GEW BERLIN kritisieren nachdrücklich die Einstellungspraxis des Berliner Senats. In den vergangenen Jahren wurden kaum Neueinstellungen für die Grundschulen vorgenommen. Auch zum nächsten Schuljahr sind von den derzeit ca. 95 Stellenausschreibungen nur 6 für den Grundschulbereich vorgenommen worden. Der Bedarf soll nach Aussage des Schulsenators durch Umsetzungen gedeckt werden. LEA und GEW BERLIN gehen davon aus, dass aber nur an den Schulen der Sekundarstufe überzählige Lehrkräfte vorhanden sind. Andre Schindler und Rose-Marie Seggelke: „Gerade die Grundschule braucht Lehrerinnen und Lehrer, die speziell für den Unterricht jüngerer Kinder ausgebildet worden sind. Deshalb müssen hier unbedingt in großer Zahl engagierte junge Lehrkräfte eingestellt werden.“
Die Zusage aus der Senatsverwaltung, zum kommenden Schuljahr alle Berliner Hauptschulen mit einer Sozialarbeiterstelle auszustatten, wird begrüßt, ist aber für LEA und GEW BERLIN nicht ausreichend. Nach ihrer Auffassung müssen alle Berliner Schulen zusätzliche Unterstützung nach dem jeweiligen standort- oder schulspezifischen Bedarf (SozialarbeiterInnen, SchulhelferInnen, PsychologInnen, Personal für die Förderung besonderer Begabungen etc.) bekommen.
Vorsitzender Landeselternausschuss André Schindler (Tel.: 9026 5684)
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