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Acht gute Gründe für fünf Stunden weniger!
Acht gute Gründe für fünf Stunden weniger
Letzte Aktualisierung: 07.03.2009


Acht gute Gründe für fünf Stunden weniger: 

 

Mut zum Salto rückwärts!

  • In den letzten Jahren (1992, 2000, 2002) wurde die Arbeitszeit der Lehrkräfte insgesamt – in Abhängigkeit von Schulzweig
    und Lebensalter – um oft mehr als 4 Stunden erhöht. Begründung: Zum Abbau der Schulden Berlins!
  • Parallel dazu wurden die zu bewältigenden Aufgaben durch zahlreiche Reformen und Maßnahmen zur Schulentwicklung
    drastisch vermehrt, ohne dass es dafür eine angemessene Entlastung gab.
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für die notwendige Rückkehr zu einer erträglichen und angemessenen Belastung !

Weniger Mehrarbeit!

  • Alle bisherigen Arbeitszeituntersuchungen belegen eine Mehrarbeit der meisten Lehrkräfte gegenüber der sonst im öffentlichen
    Dienst zu leistenden Arbeitszeit: Nur das Ausmaß schwankt nach Schulart und Fächerkombination.
  • Seit den letzten Untersuchungen haben die zu bewältigenden Aufgaben weiter dramatisch zugenommen.
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für Arbeitszeitgerechtigkeit im öffentlichen Dienst!

„Lehrer ist kein Beruf, sondern eine Diagnose!“

  • So lautet ein beliebter Scherz in Medizinerkreisen! Das „Burnout-Syndrom“ ist nur eines unter den Krankheitsbildern, die bevorzugt Menschen in sozialen Berufen und besonders Lehrkräfte betreffen. Die Überlastung wird wohl von jeder/m selbst erlebt; es ist Dauerthema in allen Lehrerzimmern.
  • Auch zahlreiche Statistiken belegen die Überlastung (Befragungen zur subjektiven Befindlichkeit, Erhebungen zu Dauererkrankungen und vorzeitigem Ruhestand, Nachweis der enormen psychomentalen Belastungen...).
  • Besonders gefährdet sind ältere KollegInnen, deren Altersermäßigung schrittweise auf Null gekürzt wurde und die seit vielen Jahren unter der Diskrepanz zwischen pädagogischen Ansprüchen und den faktischen Möglichkeiten eines unterausgestatteten
    Systems leiden.
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für Arbeitsbedingungen, die auch langfristig die
    Erhaltung der Gesundheit ermöglichen!

Weniger ist besser!

  • Pisa und andere Untersuchungen belegen die Notwendigkeit von Veränderungen im Bildungssystem.
  • Wünschenswerte Reformen für die Schule erfordern erhöhten Arbeitsaufwand; dafür müssen Ressourcen bereit stehen: Sonst geht der Arbeitsaufwand für zusätzliches Testen und Prüfen auf Kosten der pädagogischen Arbeit!
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für mehr Zeit zur wirklichen Qualitätsentwicklung!

Mehr fördern als fordern!

  • Das gesellschaftliche Umfeld von Erziehungs- und Bildungsprozessen ist nach einhelliger Meinung schwieriger geworden: Viele gesellschaftliche Institutionen versagen in ihrer Verantwortung für unsere Kinder.
  • Erziehung erfordert viel Zuwendung und Geduld, Förderung braucht auch Zeit und Muße – der griechische Begriff dafür:
    scole, lateinisch: s-cole , deutsch: Schule!
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für mehr Zeit zur Förderung des einzelnen Schülers
    / der einzelnen Schülerin!

Es gibt ein Leben nach der Schule!

  • Trotz Fortschritts der Technik und der Produktivität wächst der Zeitdruck: Wir erleben eine starke Intensivierung und zunehmend auch Extensivierung der Arbeit; die Ökonomisierung durchdringt alle Lebensbereiche.
  • Entsozialisierung (Rückzug ins Private, selbstverständlicher umfassender Egoismus...) und Entpolitisierung (keine Zeit und Kraft für politisches / soziales Engagement) sind auch die Folgen von Dauerüberlastung.
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für die Wiedergewinnung der produktiven sozialen
    Ressourcen der Individuen! Für das Recht auf ein Leben auch außerhalb der Berufsarbeit!

Weniger Arbeit für mehr Menschen!

  • Seit Jahren scheitern die neoliberalen Strategien bzw. Versprechungen (Arbeitsplätze für alle durch hohes Wirtschaftswachstum!) zum deutlichen Abbau der Massenarbeitslosigkeit und statt der Arbeitslosigkeit werden die Arbeitslosen bekämpft.
  • Für 5 Millionen neuer Arbeitsplätze wären Wachstumsraten des BIP von 5 % p.a. und mehr notwendig: Diese sind bei uns seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr möglich, aber auch (z.B. aus ökologischen Gründen) gar nicht wünschenswert.
  • Bei einer Umverteilung der geleisteten Erwerbsarbeit auf alle potentiellen Arbeitnehmer bliebe eine Arbeitszeit von 30 – 33 Wochenstunden pro Kopf: Für die staatlichen Einnahmen und Ausgaben hätte das weitreichende positive Folgen.
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also ein: Für eine gerechtere und zukunftsfähige Verteilung
    der gesellschaftlich notwendigen Arbeit!

„TINA“ oder „TAPAS“ ?

  • Im Zuge der finanz- und sozialpolitischen Regierungsmaßnahmen der letzten Jahre wurde eine zunehmende Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von öffentlichen in private Kassen und „von unten nach oben“ betrieben – ungeheure Privatvermögen
    konzentrieren sich in immer weniger Händen.
  • Trotz Gehaltskürzungen, Mehrarbeit und Entlassungen aus dem öffentlichen Dienst stieg von 1992 bis 2006 die Schuldenlast Berlins von 13 auf über 60 Mrd. €!
  • Immer mehr Menschen werden aus dem sozialen Zusammenhang ausgegrenzt: Verwahrlosung, psychische Defekte, Obdachlosigkeit, Gewalt sind nur einige Stichworte, die die Folgen beschreiben.
  • Diese Politik, die sich stets mit dem „TINA“-Prinzip (There Is No Alternative!) rechtfertigt („Die Globalisierung, Sie wissen
    ja...“), führt - für alle deutlich sichtbar – zu einer starken Erosion der sozialen Verhältnisse und zu großen Spannungen, die sich immer häufiger gewaltsam entladen.
  • Wir beharren dem gegenüber auf „TAPAS“: There are possible alternatives!
  • Mit der Forderung „Fünf Stunden weniger!“ setzen wir uns also auch ein: Für eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, die den gesellschaftlichen Reichtum menschenwürdig verteilt, die sozialen Unterschiede verringert und Spannungen abbaut!




Argumente-Flugblatt zum Ausdrucken (pdf / 114 kb)



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