| Am Montag und Dienstag dieser Woche hat das letzte Massen-Casting der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung stattgefunden: Im Bereich der Grundschulen sind noch 30 befristete Verträge zu vergeben. Anders ausgedrückt: An 30 Schulen fällt laufend Unterricht aus.
Zu den beiden Terminen wurden insgesamt 346 Personen eingeladen, und zwar:
- Lehrkräfte mit einem Wahlfach, die an den ersten Castings nicht teilnehmen konnten,
- alle Lehrkräfte mit zwei Wahlfächern, die auf den Bewerbungslisten der zentralen Bewerberstellen stehen (insgesamt ca. 240),
- alle Lehrkräfte in der Studienratslaufbahn, die auf ihrem Bewerbungsbogen auch den Einsatzort Grundschule angekreuzt hatten, und
- Lehrkräfte mit dem Ersten Staatsexamen, die voraussichtlich im Sommer eine Zusage für einen Referendariatsplatz erhalten werden.
Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Gerade das letzte Beispiel zeigt, in welches Bedrängnis sich der Bildungssenator gebracht hat. Die ausgebildeten Lehrkräfte werden entweder vergrault oder bekommen keine attraktiven Verträge, nun müssen KollegInnen ohne abgeschlossene pädagogische Ausbildung die Lücken füllen.“
Am Montag erschienen von 174 Eingeladenen insgesamt nur 18, von denen 15 ein Angebot erhalten haben. Am heutigen Dienstag sind von 172 Eingeladenen etwas mehr als 30 erschienen, darunter 24 aus der Studienratslaufbahn und 4 ohne Zweites Staatsexamen.
Rose-Marie Seggelke: „Über 30 SchulleiterInnen waren am Montag dabei und hofften auf eine Ersatzeinstellung – wenn man sich das Ergebnis anschaut, kann man nur von einer gigantischen Verschwendung von Zeit und Ressourcen sprechen. Inzwischen ist es schon so weit, dass Eltern aufgefordert werden, Ersatz für die erkrankte Klassenlehrerin selbst zu besorgen, weil die Schulleitung nach mehreren erfolglosen Castings die Hoffnung aufgegeben hat, eine geeignete Lehrkraft anzuwerben.“
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