GEW Berlin
GEW BERLIN
Home  
Aktuelles  
Adressen  
Downloads  
GEW-Zeugnis  
Informationen  
Inhalt  
Lehrproben  
Mitgliederportal  
Mitglied werden  
Seminare  
Service  
Veranstaltungen  
Zeitschrift (blz)  
Impr./Kontakt  
Nr. 12 / 2009: Barbarossa muss bleiben

Barbarossa muss bleiben

Widerstand gegen die Schließung einer Grundschule mit langjähriger Integrationserfahrung

von Regine von Papen und Kerstin Fakler, Barbarossa-Grundschule

Der Entwurf des Schulentwicklungsplans für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg sieht aufgrund angenommener Schülerrückgänge die Fusion der Grundschule am Barbarossaplatz mit einer weit entfernt liegenden Schule Schöne-bergs (Neumark- oder Teltow-Grundschule) vor. Die Umsetzung der Fusionspläne kommt einer Auflösung unseres erfolgreichen Schulmodells aus Kostengründen gleich. Als Kiezschule mit einem Anteil von Kindern aus Familien mit Migrationshintergrund von 42 Prozent ist unsere Schule mittlerweile zu einem stabilisierenden Faktor innerhalb des sozialen Gefüges im Bezirk geworden.

Gegründet wurde die Schule 1989 als kleine, überschaubare, wohnortnahe Integrationsschule, in der in jeder Klasse zwei bis drei Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Schwerpunkt Geistige Entwicklung, unterrichtet werden. Von Beginn an haben wir Schulentwicklung, wie sie jetzt vom Senat gefordert wird, in vielen Bereichen betrieben und haben Konzepte entwickelt, deren Intention es ist, alle Kinder in ihrer Individualität zu fördern: Unterstützung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, Arbeiten in jahrgangsübergreifenden Gruppen, Wochen- und individuelle Arbeitspläne und ritualisierte Formen des Klassen- wie auch des Schullebens.
All unsere Konzepte zur Gestaltung des Schullebens, zur Integration, zur Ganztagsbetreuung in Kooperation mit dem benachbarten Pestalozzi-Fröbel-Haus (PFH), zum jahrgangsübergreifenden Lernen und neuerdings zur Inklusion waren immer auf die besondere Situation einer kleinen Schule mitten im Kiez abgestimmt und haben sich bewährt. Daher sind sie nicht beliebig auf andere Schulen im Schöneberger Norden übertragbar, außerdem ist es unmöglich, dass eine der beiden Schulen Raumkapazitäten für eine komplette weitere Schule zur Verfügung stellen kann. Das bedeutet für uns, es handelt sich hier um eine Schließung

25 Schulleiter des Bezirks Tempelhof-Schöneberg wehrten sich bereits gegen die Umsetzung des Schulentwicklungsplanes mit einem Brief an den Bezirk. Rund 300 Eltern und Kinder der Grundschule am Barbarossaplatz versammelten sich am 3. November 2009 zu einer Kundgebung vor der Sitzung des Schulausschusses der BVV:
Die Grundschule am Barbarossaplatz muss als kleine Schule an diesem Ort erhalten bleiben! Finanzielle Aspekte dürfen nicht über pädagogische Überlegungen gestellt werden!  

Weitere Informationen zum Stand der Dinge sind -unter www.barbarossa-bleibt.de zu finden.

zurück nach oben