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Nr. 12 / 2009: Riesenerfolg für die Kitas

Riesenerfolg: Verbesserungen für die Berliner Kitas

Senatsbeschluss zum Stufenplan

von Christiane Weißhoff, Vorsitzende der Abteilung Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit der GEW BERLIN

In der letzten blz hatten wir schon über den Sternmarsch und den juristischen Erfolg der Zulassung des Volksbegehrens berichtet. Jetzt hat der Senat reagiert: Nach einer Verständigung mit den Initiatoren des Volksbegehrens hat er in seiner Sitzung am 27. Oktober 2009 beschlossen, über einen Stufenplan bis zum Jahr 2013 Verbesserungen für die Berliner Kindertagesstätten umzusetzen. Damit wird ein großer Teil der Forderungen des Landeselternausschus-ses Berliner Kindertagesstätten (LEAK), des Berliner Kitabündnisses und der GEW BERLIN erfüllt. Sobald die mit dem LEAK vereinbarten Inhalte gesetzlich verankert sind, wird das Volksbegehren vom LEAK zurückgezogen.

Der erste Teil des Stufenplans sieht folgendes vor: Danach soll der Personalschlüssel in zwei Schritten abgesenkt wer-den, ab 1. April 2010 um 0,5 Kinder und ab 1. Januar 2011 um weitere 0,5 Kinder in allen Altersgruppen. Der Leitungsschlüssel für die Freistellung der Kitaleitung wird ab dem 1. Januar 2011 von jetzt 162 Kindern auf 140 Kinder gesenkt, ab dem 1. Januar 2013 dann auf 120 Kinder. Der Rechtsanspruch auf einen Teilzeitplatz (5 bis 7 Stunden) im letzen -Kitajahr wird ab Januar 2010 realisiert. Ab Januar 2011 soll dies auch für das vorletzte Kitajahr gelten.

Der lange und mühsame Weg zum Erfolg

Die GEW BERLIN begrüßt diese Entscheidung des Berliner Senates. Damit werden die Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit verbessert und damit die Bildungschancen der Kinder in dieser Stadt erhöht. Bis dahin war es ein langer Weg, von unserer Fragebogenaktion im Februar 2007 über die Veröffentlichung der Ergebnisse, die die übergroße Arbeitsbelastung der Kolleginnen deutlich gemacht haben, bis zur Entwicklung und Durchführung der Kampagne »Soviel Zeit muss sein! 5 Stunden für mehr Qualität in der Kita«, die mit verschiedensten Aktivitäten (Postkartenaktion, Fotowettbewerb, Kinderfest) begleitet wurden.

Untrennbar damit verbunden war die Frage nach Bündnispartnern und die Erarbeitung gemeinsamer Forderungen. Im Februar 2008 ging dann das Berliner Kitabündnis an die Öffentlichkeit und organisierte fachpolitische Veranstaltungen, Diskussionen mit den politischen Parteien und vielfältige Protestaktionen. Ebenfalls ab Februar begann, initiiert vom LEAK, die Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren »Kitakinder + Bildung von Anfang an = Gewinn für Berlin«. Von Februar bis Juli 2008 konnten 66.181 Unterschriften für die Einleitung eines Volksbegehrens gesammelt werden. Schon hier konnte man deutlich erkennen, dass das Thema die gesamte Berliner Öffentlichkeit interessierte.

Es geht los

Nach über zweieinhalb Jahren ernten wir jetzt die ersten Erfolge unserer Bemühungen. Wir danken allen KollegInnen, die sich an den verschiedensten Protestaktionen und Veranstaltungen beteiligt haben und damit zu unserem gemeinsamen Erfolg beigetragen haben. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Verbesserungen für die mittelbare pädagogische Arbeit der Kolleginnen und Kollegen in den Kitas eingesetzt werden und somit auch die Arbeitsbedingungen der ErzieherInnen verbessert werden. Mit diesem Thema wird sich die Fachgruppe Tageseinrichtungen für Kinder in der GEW BERLIN in der nächsten Zeit auseinandersetzen. 

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