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Nr. 12 / 2009: Kita-Streik vor 20 Jahren

Erfolg nach 20 Jahren

Im November 1989 begann der zwölfwöchige Kita-Streik

von Bärbel Jung, Kita-Referentin der GEW BERLIN

Vor 20 Jahren fiel nicht nur die Mauer, sondern begann auch der längste Streik im öffentlichen Dienst in der Bundesrepublik Deutschland: der Berliner Kita-Streik. Die Gewerkschaften GEW BERLIN und ÖTV hatten die ErzieherIn-nen in den 396 öffentlichen Kitas zum Streik aufgerufen. Vier Tage nach der Maueröffnung begannen am 13. November 1989 die ersten Warnstreiks, die im Dezember ausgeweitet wurden. Im Januar traten die KollegInnen dann in einen unbefristeten Streik. Fast alle öffentlichen Kitas in den ehemaligen Westberliner Bezirken mit rund 5.000 KollegInnen beteiligten sich an diesem Arbeitskampf.

Worum ging es?

Ziel war der Abschluss eines Tarifvertrages über die Arbeitsbedingungen der ErzieherInnen und LeiterInnen. In ihm sollten Gruppengröße und Personalschlüs-sel, Zeiten für Vor- und Nachbereitung, Fort- und Weiterbildung geregelt werden. Unmittelbares Streikziel war aber erst einmal die Aufnahme von Tarifverhandlungen, die der rot-grüne Senat verweigerte.

Der Streik war in den ersten Wochen von einer riesigen Begeisterung und großem Engagement der ErzieherInnen getragen. Er wurde lange Zeit vom Landeselternausschuss (LEAK) unterstützt, und unsere Forderungen wurden in der (Fach-)Öffentlichkeit als hoch, aber berechtigt anerkannt. Dennoch gelang es nicht, den Senat zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zu bewegen. Am 27. März 1990 wurde der Arbeitskampf nach fast 12 Wochen beendet.

1992 erklärte sich der damalige Regierende Bürgermeister Diepgen (CDU) bereit, mit den Gewerkschaften den »Mini-Tarifvertrag« abzuschließen. In ihm waren vor allem Vor- und Nachbereitungszeiten geregelt, aber ohne Personalausgleich und mit dem Vorrang der »Betreuung« vor dem Anspruch auf Vor- und Nachbereitung.
In den 20 Jahren seit dem großen Kita-Streik stand die Frage der Personalausstattung der Kitas stets im Zentrum der gewerkschaftlichen Arbeit der GEW BERLIN. Vielfältige Aktivitäten und Auseinandersetzungen fanden statt, um drohende Verschlechterungen abzuwehren und um Verbesserungen zu erreichen. Für die GEW BERLIN als Bildungsgewerkschaft war dieses Thema aus zwei Gründen immer von besonderer Bedeutung: Wir wollten die Qualitätsentwicklung und die Kitas als frühkindliche Bildungseinrichtungen unterstützen. Gleichermaßen wollten wir aber auch die Arbeitsbedingungen der ErzieherInnen und LeiterInnen verbessern.

Nach genau 20 Jahren ist es nun gelun-gen, eine verbesserte Personalausstattung für die Kitas zu erkämpfen. Der LEAK, das Berliner Kitabündnis, die GEW BERLIN, viele ErzieherInnen, engagierte WissenschaftlerInnen und JugendpolitikerInnen haben gemeinsam einen großen Erfolg errungen.  

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