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Nr. 03 / 2010: Zur Geschichte des 8. März

Zur Geschichte des 8. März

Der Internationale Frauentag jährt sich zum hundertsten Mal

von Doreen Siebernik, Gesamtfrauenvertreterin

Der 8. März ist der Internationale Frauentag. Weltweit machen Frauen durch Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen auf ihre Benachteiligungen im öffentlichen und privaten Leben aufmerksam und fordern ihr Recht auf Gleichberechtigung ein. Als historische Wurzel für die Entstehung des Internationalen Frauentages gelten die Proteste von New Yorker Arbeiterinnen, die 1857 erstmals auf die Straße gingen und gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für gleichen Lohn demonstrierten.

Fünfzig Jahre später, am 8. März 1908, traten amerikanische Textilarbeiterinnen in den Streik und protestierten für bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne, für kürzere Arbeitszeiten und das Frauenwahlrecht. Beeinflusst von den Ereignissen in den USA brachte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der zweiten Internationalen Frauenkonferenz im Jahr 1910 den Antrag ein, einen Internationalen Frauentag ins Leben zu rufen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. In diesem Jahr jährt sich dieser Antrag zum 100. Mal.

Als anerkannter Internationaler Frauentag wird der 8. März seit 1921 weltweit gefeiert. Alle Jahre singen Frauen in allen Sprachen das Lied »Brot und Rosen«. Dieses Lied stammt aus dem Jahre 1912 und entstand bei einem Streik von 14.000 Textilarbeiterinnen in Lawrence, USA. Das entsprechende Gedicht »Brot und Rosen« geht auf ein Transparent der Arbeiterinnen zurück, auf dem stand »We want bread and roses, too«. Diese Worte »Brot und Rosen« wurden weltweit zum Motto der Frauenbewegung. Heute ist der Internationale Frauentag ein anerkannter internationaler Gedenktag, der in mehr als 150 Ländern begangen wird. Der Kampf gegen den Abbau von erkämpften Frauenrechten steht nach wie vor auf der Agenda. Diesen gilt es nicht nur fortzusetzen, sondern zu aktivieren und zu verstärken. Deswegen wünsche ich allen Frauen einen frauenbewegten 8. März.

Auch der 26. März 2010 ist ein wichtiges frauenpolitisches Datum: Equal Pay Day. Dieser Tag macht die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in besonderer Weise sichtbar. Frauen verdienen weniger als Männer. Nicht weil sie weniger leisten, sondern weil sie für gleichwertige Arbeit schlechter bezahlt werden, weil sie Teilzeit arbei-ten, weil sie in schlechter bezahlten Branchen arbeiten, weil ihre Karrierechancen schlechter sind. Warum der 26. März? Bis zu diesem Tag haben Frauen in etwa die Differenz zu dem Betrag verdient, den Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres verdient hatten.

In Deutschland erhalten Frauen durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, bei Frauen in Führungspositionen sind es sogar 33 Prozent. Diese Differenz schrumpft nicht, sie ist seit Jahren konstant. Im EU-Durchschnitt liegt der Lohnunterschied bei 15 Prozent. Auch wenn das für unseren Bereich anders ist, Frauen und Männer in gleicher Position werden gleich bezahlt werden, lenken wir Frauenvertreterinnen den Blick darauf. In Deutschland gibt es kein ausreichendes Bewusstsein über diese Lohndiskriminierung. Das muss sich ändern.

In Berlin und bundesweit finden am 26. März öffentliche Diskussionen, Workshops und Aktionen statt. Erkennungsmerkmal der teilnehmenden Frauen sind rote Taschen. Sie symbolisieren das Minus in den Taschen der Frauen. Dieser Aktionstag wird von einem breiten Bündnis getragen. Das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt diesen Tag. In Berlin findet am 26. März um 12 Uhr eine große öffentliche Aktion am Brandenburger Tor statt. Kommt mit euren Schülerinnen und Schülern. Politische Bildung, Exkurse, Ausflüge, Wandertage einmal anders … Und: Bringt rote Taschen mit! 

Nähere Informationen zu den Aktionen am 26. März stehen unter www.rotetasche.de

 

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