Viele Fragen bleiben offen
Die Fachgruppe Hauptschulen traf sich zum letzten Mal
von Norbert Gundacker, stellvertretender Vorsitzender der GEW BERLIN
Am 19. Januar trafen sich KollegInnen aus verschiedenen Hauptschulen ein letztes Mal im Rahmen einer Mitgliederversammlung der Fachgruppe. Einziger Tagesordnungspunkt war die anstehende Umsetzung der Schulstrukturreform. Viele sind verunsichert, die Stimmung ist schlecht, viele Fragen bleiben offen. Wird es zu Umsetzungen kommen? Werden Eltern ihre Kinder an einem bisherigen Hauptschulstandort anmelden? Welche ersten Erfahrungen mit der Kooperation von Schulleitungen und Kollegien gibt es an jenen Schulen, die fu-sio-nieren werden? Wir haben Haupt- und Realschulen in den Bezirken, die klein sind. Werden künftige Integrierte Sekundarschulen angesichts der geforderten Vierzügigkeit mangels ausreichender Anmeldungen in wenigen Jahren schließen müssen? Andere werden bei einer Fusion groß, sie werden sich verkleinern müssen. Bei diesen Veränderungen liegt es auf der Hand, dass es zu Umsetzungen von KollegInnen kommen kann. Wie sollen sie sich einbringen, wenn nicht sicher ist, ob sie an der Schule, an der sie planen die Reform zu stemmen, tatsächlich bleiben werden?
Manche erfolgreichen Projekte an den Schulen hängen vom Einsatz und der Erfahrung bestimmter Menschen ab. Wie sollen solche Projekte an den entstehenden Sekundarschulen institutionalisiert werden, wenn nicht klar ist, ob diese KollegInnen bleiben können? Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die noch bestehende Fachgruppe Hauptschulen begrüßt und unterstützt die Ziele des Berliner Senats, die Qualität der Schulbildung zu steigern, an Ganztagsschulen die individuelle Förderung und Chancengleichheit der SchülerInnen zu verbessern. Es geht in die richtige Richtung – auch wenn die KollegInnen sich mehr gewünscht hätten. Sie wollen verbesserte Chancen gerade für die Jugendlichen an den bisherigen Hauptschulen und sind bereit, für diese Schulreform einzutreten. Sie können aber unter den bekannten Arbeitsbedingungen das jetzige Pensum kaum schaffen, geschweige denn die anstehenden Veränderungen bewältigen. Senator Zöllner versprach den Schulen Unterstützung bei der Umsetzung der Schulstrukturreform. Die Fachgruppe fordert konkrete Taten der Schulverwaltung.
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