Neue Strukturen für die GEW
Der Landesvorstand schlägt Änderungen der Satzung vor
von Udo Jeschal und Holger Dehring, Geschäftsführender Landesvorstand
Der Landesvorstand (LV) hat sich auf den Weg gemacht, um in der GEW BERLIN neue Leitungsstrukturen zu ermöglichen. Auf der Landesdelegiertenversammlung (LDV) im April wird einer der Schwerpunkte die Diskussion über weitreichende Änderungen der Satzung der GEW BERLIN sein. Bisher sieht unsere Satzung sehr wie die eines Schrebergarten-Vereins aus. Es gibt auf allen Ebenen Vorsitzende, SchatzmeisterInnen, StellvertreterInnen, BeisitzerInnen. Dem Wunsch vieler, vor allem jüngerer KollegInnen, die Funktionen als Team zu übernehmen, standen bisher satzungsrechtliche Hindernisse im Wege. Der Landesvorstand hat nun beschlossen, auf allen Ebenen der Gewerkschaft auch Team-Leitungen zu ermöglichen.
Neue Struktur der Gremien Anfangen soll dies an der Spitze des Landesverbandes beim Geschäftsführenden Landesvorstand (GLV). Bisher gibt es die oder den VorsitzendeN und drei gleichberechtigte StellvertreterInnen. Künftig sollen es drei gleichberechtigte Vorsitzende sein, innerhalb dieses Teams müssen Frauen wie Männer vertreten sein. Der Landesverband Bremen macht seit Jahren vor, dass ein solches Modell funktionieren kann, auch wenn die Öffentlichkeit zunächst immer auf die »Chefin« oder den »Chef« fixiert zu sein scheint. Diese drei Vorsitzenden sollen die gleichen Arbeitsbedingungen haben, also gleiche Freistellung und gleiche hauptamtliche Unterstützung in der Geschäftsstelle, damit die Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier steht.
Die übrigen GLV-Mitglieder (mit Ausnahme der GeschäftsführerIn) sollen ihre Aufgabe zukünftig auch als Zweierteam erfüllen können. Damit dies nicht zu einer Verdoppelung der Personenzahl des GLV (jeweils zwei gleichberechtigte Leiter) führt, schlägt der LV vor, die Zahl der Referate zu verkleinern, indem sechs »Vorstandsbereiche« gebildet werden, die mehrere Referate zusammenfassen. Diese sollen sein: Finanzen / Tarif- und Beamtenpolitik / Schule / Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit / Wissenschaft und Lehrerbildung / Öffentlichkeitsarbeit.
Die Größe des GLV ist dann davon abhängig, wie viele dieser Vorstandsbereiche von Zweierteams geleitet werden, sie schwankt zwischen 9 und 16 Mitgliedern. Jetzt sind im GLV 15 Funktionen zu besetzen.
Auch in den Leitungen der Bezirke, der Abteilungen, Fachgruppen und Ausschüsse sollen Teammodelle möglich gemacht werden. Hier können die Mitglieder künftig ein Leitungsteam unterschiedlicher Größe wählen, das dann die Aufgaben einschließlich der Vertretung in den Gremien eigenständig aufteilen kann. Wir wollen damit die Hemmschwelle insbesondere für jüngere KollegInnen, Funktionen in der Gewerkschaft zu übernehmen, deutlich senken.
Änderung der Satzung ist kein Allheilmittel
Die Änderung der Satzung allein ändert natürlich nichts an dem Problem, dass in den kommenden Jahren sehr viele langjährige Funktionsträger der GEW BERLIN auf allen Ebenen aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden und es bisher nur vergleichsweise wenig Nachwuchs gibt. Da es in den letzten Jahren deutliche Signale gab, dass unsere Satzung mit ihren klaren Hierarchien auf jüngere Mitglieder eher abschreckend als einladend für die Übernahme von Verantwortung wirkt, wollen wir zumindest dieses mögliche Hindernis für die Übernahme von GEW-Funktionen beiseite räumen. Der Generationswechsel ist auch so noch ein schwieriges Feld.
Der vollständige Antrag auf Änderung der Satzung kann hier heruntergeladen werden: http://www.gew-berlin.de/19396.htm |