Die Eltern und das kommende Schuljahr
Der Landeselternausschuss wird die Ausstattungsthemen öffentlich zur Sprache bringen
von Günter Peiritsch, Landeselternausschuss-Vorsitzender
Die Elternvertretung auf Bezirks- und Landesebene ist eine komplexe Aufgabe. Sie ist der Versuch, mit einer heterogenen Elternschaft die Auseinandersetzung im Tagesgeschäft einer weitverzweigten Themenlandschaft zu führen. Die Verständigung über das gemeinsame Engagement, bei dem es sich natürlich um politische Arbeit in Reinkultur handelt, ist dementsprechend anspruchsvoll.
Es gibt jedoch eine Reihe von Schlüsselthemen, bei denen man sich – befreit von unterschiedlichen Voraussetzun-gen, Anschauungen und auch Interessenlagen – einig ist. Derzeit und mit klarem Abstand vorne liegt das immer wiederkehrende, leidvolle Thema der erforderlichen quantitativen und qualitativen Personalausstattung unserer Schulen. Das meint die in der Breite abhanden gekommene Voraussetzung, dass Schule gut funktionieren kann, dass die jeweiligen Zielsetzungen erreichbar sind, also ein angemessenes Ausbildungsangebot für unsere Kinder auch tatsächlich realisierbar ist.
Diese Einigkeit in der Sache wird im kommenden Schuljahr die Elternarbeit auf Bezirks- wie auf Landesebene prägen. Nicht nur aufgrund der unübersehbaren Probleme bei den Planungen der Stundentafeln, sondern auch wegen des sich immer weiter aufbauenden Frustes bei Schülern und Eltern über den Lehrer- und Personalmangel werden diesbezügliche Forderungen lauter: Die Eltern wollen den zunehmenden Unterrichtsausfall, den inadäquaten Vertretungsunterricht und die dadurch fehlende Kontinuität nicht mehr länger erdulden und hinnehmen. Der Landeselternausschuss wird deshalb im vor uns liegenden Schuljahr 2010/2011 dieses zentrale Anliegen aktiv thematisieren. Das betrifft zum Beispiel das aus den Augen verlorene Versprechen »100 Pro-zent plus«, den Stellenwert und den Umgang mit den PKB-Mitteln, den Zustand des Personalvertretungspools, die Einstellungspraxis – aber auch die Beteiligung und Durchsetzung von Evaluation sowie die Qualität des Unterrichtsangebots.
Zu Beginn werden wir über die Bezirkselternausschüsse die reale Personalausstattung in den Berliner Schulen erheben, um uns ein einigermaßen zutreffendes Bild der aktuellen Situation zu verschaffen. Noch vor den Herbstferien wird dann eine gut besetzte, öffentliche Podiumsdiskussion rund um die »alles ausgleichenden« PKB-Mittel stattfinden. Der LEA wird dieses Themenfeld wiederholt und aktiv öffentlich zur Sprache bringen. Um die uns sehr wichtige Forderung nach einer quantitativ und qualitativ guten Personalausstattung zu vermitteln, wird der Elternausschuss mit allen an Schule Beteiligten sprechen und, wann immer es sinnvoll erscheint, auch gerne das gemeinsame Engagement suchen.
Eine Elternvertreterin hat es im Juli, nachdem doch noch eine nachgebesserte Personalzuweisung erfolgt ist, auf den Punkt gebracht: »Das klingt ja viel versprechend .... Unverständlich ist und bleibt, weswegen dazu so ein Kraftakt nötig ist.«
Es ist das Ziel, die vorhandenen Potenziale in der Elternschaft für eine gute und zukunftsfähige Ausbildung unserer Kinder einzusetzen. Der politischen Unterstützung unserer Forderungen sehen wir erwartungsvoll entgegen.
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