| Tarifverhandlungen wurden abgebrochen
Die angekündigte Fortsetzung der Tarifverhandlungen fand nicht statt. Die Arbeitgeberseite hat auf Drängen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder die Termine abgesagt. Damit sind die Verhandlungen über die tarifvertraglichen Regelungen im Wissenschaftsbereich im wesentlichen gescheitert. Und das ist auch gut so. Oder vielleicht doch nicht?
Eigentlich sind heutzutage viele Dinge ganz einfach: Es gibt eine Globalsumme als Zuweisung, mit der eine Einrichtung finanziell auskommen muss. Es gibt Mindestbedingungen für die Regelung der wesentlichen Fragen der Gestaltung von Arbeitsverhältnissen als Tarifvertrag oder Gesetz. Sollte Bedarf an Abweichungen nach oben existieren, dann wird es getan, wenn das Budget es hergibt. Soweit so gut oder Basta, wie ein bestimmter Kanzler sagt. Der Haken daran ist, dass im öffentlichen Dienst oder in wissenschaftlichen Einrichtungen mit überwiegend staatlichen Finanzierungen aber nicht der Kanzler oder die Leitung das letzte Wort haben, sondern eher der Rechnungshof: Mehr zahlen als im Tarifvertrag steht - Wo kommen wir denn da hin? So nicht, ihr Forscher? Damit ist aber ein Kernproblem der Tarifverhandlungen auf dem Tisch: Der öffentliche Arbeitgeber hält Mindestbedingungen für das maximal erträgliche. Die Befreiung von diesem Trauma unter den Bedingungen der Globalhaushalte, von Budgets ist aber keine tariffähige Angelegenheit. Dies ist Sache der Politik, der politischen Entscheidung. Und sie ist überfällig. Wenn die Politik sich der Realität und auch der eigenen virtuellen Zielvorgabe wie z.B. Flexibilität verweigert, werden wie auch immer geartete Tarifverhandlungen als Ersatzhandlung vor unüberwindliche Hindernisse gestellt und müssen scheitern.
Arbeitgeber wollen Änderungen nur für Professuren
Mit dem jetzigen Stand bleiben alle Probleme des Tarifbereiches ungelöst. Wenn die Bundesregierung die Dienstrechtsreform für die Hochschulen nur im professoralen Bereich umsetzt, werden sich die ohnehin schon bestehenden Widersprüche noch verschärfen und die Motivation wissenschaftlicher MitarbeiterInnen, des technischen und Verwaltungspersonals usw. erheblich beeinträchtigen: Man kann nicht Leistungsanreize für einzelne setzen und fördern, ohne die insgesamt am Lehr- und Forschungsprozess Beteiligten zu berücksichtigen. Wissenschaftliches Arbeiten bedeutet Teamarbeit. Und die Liste der sich verschärfenden Widersprüche ist noch viel länger: Beibehaltung der Spaltung des Tarifgebietes in Ost und West, Krise und Inflexibilität des Systems der Zusatzversorgung, Nicht-Tarifbindung der außeruniversitären Forschung, gesetzliche Befristungsvorgaben anstatt tariflicher Regelungen, Beibehaltung des Primats der beamtenrechtlichen Regelungen und Laufbahnkonditionen.
Alles in allem haben die öffentlichen Arbeitgeber gezeigt, dass sie selbst nicht ihrer eigenen Meinung sind. Mit den Argumenten Kostenneutralität und keine Auswirkung auf andere Bereiche des öffentlichen Dienstes hat sich die Arbeitgeberseite selbst mattgesetzt.
Einen Ansatzpunkt gibt es noch
Wie also jetzt weiter - allgemein auf Bundesebene und in Berlin ? Einen kleinen Ansatzpunkt zur Fortführung von Tarifverhandlungen gibt es noch: Im Bereich der außeruniversitären Forschung könnten eine Tarifbindung und ein paar kleinere Teile noch verhandelbar sein. Für Berlin gibt es mehr Probleme als zuvor: Einerseits laufen die Vorbereitungen zur Umsetzung der Dienstrechtreform. Die Humboldt-Universität z.B. schreibt im Vorgriff das noch nicht verabschiedete neue Gesetz Juniorprofessuren aus. Andererseits ist die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten mit der Beschlussfassung vom Mai 2001 zur Aufkündigung des Tarifvertrages Studentische Beschäftigte, sind die Universitäten mit der Zustimmung zur Kündigung des Tarifvertrages für Arbeiter in Forschungswerkstätten offen auf den Kurs des Abbaus tarifvertraglicher Regelungen übergegangen. Damit stellen sich viele Fragen der Entwicklung des Wissenschaftsbereiches in Berlin neu und wir werden als Gewerkschaften darauf in kürzester Zeit neue Antworten geben müssen.
Rainer Hansel
ist Leiter des Referates Hochschule und Forschung
E-Mail Diskussionsliste für LektorInnen und Lehrkräfte für besondere Aufgaben
| E-Mail Diskussionsliste für
LektorInnen und Lehrkräfte für besondere Aufgaben
Im November 2000 fand an der
Humboldt-Universität eine Informationsveranstaltung für LektorInnen und
Lehrkräfte für besondere Aufgaben (LfbA) statt. Um die Kommunikation
zwischen den Kollegen und Kolleginnen zu aktuellen arbeitsrechtlichen
Problemen, zum Beispiel zu Fragen des Lehrdeputats und der Dienstaufgaben,
dauerhaft zu ermöglichen und zu beschleunigen, war von den Teilnehmenden
angeregt worden, eine E-Mail Diskussionsliste zu gründen (blz
berichtete).
Die LfbA-Liste ist jetzt eingerichtet
worden. Um mitzumachen, schickt bitte eine E-Mail - ohne Betreff und ohne
Inhalt - an LfbA-subscribe@yahoogroups.com. Innerhalb weniger Minuten
erhält man eine Nachricht "Bestätigung des Abonnements", auf
die man nur mittels Antwortfunktion des jeweiligen E-Mail Programms, zum
Beispiel Outlook Express, Eudora oder Netscape Messenger, antworten muss.
Kurz danach trifft eine Mail mit dem Betreff: "Willkommen bei LfbA"
in der Mailbox ein. Jetzt seid ihr Mitglied in der Diskussionsliste und
könnt Mails an die Gruppe schicken, indem ihr diese an LfbA@yahoogroups.com
adressiert.
Weitere Informationen sind auf der Webseite
http://groups.yahoo.com/group/LfbA zu finden, wofür allerdings eine
Yahoo-ID vorhanden sein bzw. eingerichtet werden muss.
Interessierte Lehrkräfte können sich auch
direkt an David Bowskill vom Vorstand der Abteilung Wissenschaft wenden,
um Genaueres über die LfbA-Gruppe zu erfahren, und zwar unter der E-Mail
Adresse DavidWBowskill@aol.com. Er steht auch gern zur Verfügung, falls
ihr als Lehrkräfte für besondere Aufgaben oder LektorInnen weitergehende
Fragen oder Probleme beim Anmelden bei der neuen Diskussionsliste habt. |
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