GEW Berlin
GEW BERLIN
Home  
Aktuelles  
Adressen  
Downloads  
GEW-Zeugnis  
Informationen  
Inhalt  
Lehrproben  
Mitgliederportal  
Mitglied werden  
Seminare  
Service  
Themen  
Veranstaltungen  
Zeitschrift (blz)  
Impr./Kontakt  
Nr. 12 / 2004: Die Goldenen Regeln für die Promotion

Die Goldenen Regeln für die Promotion

Erfahrungen und Erkenntnisse für den erfolgreichen Abschluss.

von Andreas K. Schmidt

Wie eine berufliche oder universitäre Ausbildung ist auch die Promotion eine entscheidende Phase auf dem Weg zum Beruf - sei es nun in der Wissenschaft oder einem anderen Tätigkeitsfeld. Dem Abschluss derselben liegen aber im Regelfall einige selbstgemachte oder fremdbestimmte Hindernisse im Wege, die es zu umgehen oder zu beseitigen gilt. Als hilfreich hat sich u.a. eine Handreichung von Werner Fiedler von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung (HBS) herausgestellt. Er ist dort neben anderen KollegInnen für die Betreuung von Promovierenden zuständig und hat aus seiner jahrelangen Erfahrung einige wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen Abschluss dieser Phase herausgearbeitet.

Seine goldenen Regeln wurden durch eigene Ausführungen erläutert. Da in der HBS alle Studiengänge (bis auf die Medizin) vertreten sind, können diese Regeln fachübergreifend für alle Disziplinen gelten.

1. Prüfe deine Motivation!

Aus welchen Gründen wurde die Promotion begonnen? War es der Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere, eine Weiterqualifizierung, die Verbesserung der Aufstiegschancen durch den akademischen Grad, eine Überbrückung einer Zwischenzeit oder auch die Sehnsucht nach einem schöneren Klingelschild? Man sollte sich der eigenen Gründe für die Promotion bewusst sein, um bei eventuell auftretenden Irritationen und Problemen diese lösen zu können.

2. Kläre deine Methodenkompetenz und den Methodenaufwand deiner Arbeit!

Insbesondere sozialwissenschaftlich arbeitende WissenschaftlerInnen sollten sich am Anfang ihrer Arbeit Gedanken über die Methoden machen, denn so manche Dissertation scheiterte an dem als zu gering eingeschätzten Aufwand. Fragebögen müssen mehrfach überprüft und auch realisierbar sein und auch Interviews bedürfen der intensiven Vor- und Nachbereitung. Einige Universitäten bieten für verschiedene Disziplinen Arbeitsgruppen an, um Methoden zu erlernen, zu wiederholen oder intensiver zu erarbeiten. Man sollte sich auch nicht scheuen, durch Aushänge selbst eine solche Gruppe zu gründen, um Defizite aufzuarbeiten oder Kompetenzen auszubauen.

3. Rede über deine Arbeit, bilde Arbeitsgruppen!

Mit den während der Dissertation auftretenden Problemen ist man i.d.R. selten allein. Durch die bereits erwähnten Aushänge oder auch durch die Teilnahme an verschiedenen Doktorandenkolloquien ( nicht nur an dem des wissenschaftlichen Betreuers) kann man ein kleines Netzwerk knüpfen, um den Horizont zu erweitern. Dadurch können eventuelle Abweichungen früher erkannt werden und ein Gegensteuern ist möglich.

4. Hol dir deine Betreuung, triff klare Absprachen mit dem wissenschaftlichen Betreuer!

Auch wenn es manchmal schwer fällt, sollte man den Betreuer durchaus in den Promotionsprozess einbinden. Zwar stellt eine wöchentliche Unterrichtung über den Fortschritt eine zu große Belastung (für beide Seiten) dar, aber mehr als ein Vorgespräch und anschließend die Abgabe der Arbeit nach zwei oder drei Jahren sollte es schon sein.

5. Bilanziere regelmäßig deine Arbeit, mach dir einen ergebnisorientierten Arbeits- und Zeitplan (mit Reserven!)!

Was schon für die Phase des Studiums gilt, hat für die relativ freie Situation der Promotion noch größeren Stellenwert: Die Erstellung eines flexiblen Arbeits- und Zeitplanes. Dabei sollten die zu absolvierenden Bearbeitungsbereiche monatlich gegliedert werden, um den ungefähren Zeitaufwand feststellen zu können. Verschiebungen oder Verlängerungen des zeitlichen Aufwandes - z.B. benötigt man für Archivarbeit drei statt zwei Monate - können damit problemlos untergebracht werden. Wenn eine Phase jedoch erheblich mehr Zeit beansprucht, als eigentlich vorgesehen, bedarf der Plan oder dieser Aspekt der Arbeit einer kritischen Überarbeitung. Der Plan sollte halbjährlich überprüft und auch in diesen Abständen dem wissenschaftlichen Betreuer zur Verfügung gestellt werden, um Veränderungen besser feststellen zu können. Außerdem fällt dann Punkt Sieben leichter!

6. Bilde konstante Arbeitsgewohnheiten aus, sorge für einen geregelten Arbeitstag!

Für Menschen, die vor oder neben dem Studium einer geregelten Lohnerwerbsarbeit nachgegangen sind, ist das eine Selbstverständlichkeit, für einige ehemalige Studierende stellt es aber durchaus eine Neuerung dar. In den meisten Fällen wird die Promotionsphase nicht mehr durch studienbegleitende Arbeitsnachweise reglementiert, so dass eine gewisse Tages- oder Wochengestaltung dadurch wegfällt. Insbesondere AbsolventInnen von geisteswissenschaftlichen Studiengängen, deren Studienordnungen sich bisher durch eine gewisse Freizügigkeit auszeichneten, haben damit manches Mal ein Problem. Ein Wecker ist im Übrigen nicht reaktionär oder bildungsfeindlich...

7. Gestalte deinen Arbeitsplatz und belohne dich für Leistungen!

Auch die Gestaltung des Arbeitsplatzes sollte die wissenschaftliche Tätigkeit erleichtern - ebenfalls eine Weisheit aus der Zeit des Studiums. Einige PromovendInnen bilden Gemeinschaften und mieten sich ein Büro, um Arbeits- und Privatleben besser trennen zu können. Insbesondere für DoktorandInnen mit Kindern oder einem regen WG-Leben hat sich dieses als hilfreich herausgestellt. Der Vorteil des Arbeitsplanes zeigt sich insbesondere im Bereich des Belohnens: Wenn bestimmte Arbeitsschritte absolviert wurden, darf auch gerne gefeiert werden (Kurzurlaub oder Kuchen, vielleicht auch beides).

8. Sorge für Stressabbau und folge deiner inneren Uhr!

Sport treiben oder spazieren gehen baut den Stress ab und erleichtert das Weiterarbeiten. Auch wenn es eine alte Weisheit ist, bleibt sie doch so wie Omas (selten Opas) Rezepte altbewährt: Regelmäßiger Sport hilft auch Denkblockaden abzubauen - so manches methodische Problem wurde schon während eines Dauerlaufes gelöst! Und wenn die innere Uhr stehen geblieben ist und es gar nicht mehr geht, darf man auch ´mal ein paar Tage die Wohnung umräumen, die Badezimmertür blau streichen oder gar nichts tun.

9. Schreibe dich frei!

Gaaaaaanz wichtig: Die gewonnenen Erkenntnisse zusammenfassen, denn ansonsten sitzt man nach zwei Jahren vor einem Berg von Informationen und hat schon wieder so vieles vergessen. Man ist schließlich nicht Hercules Poirot, der die Spannung durch die letztmögliche Abgabe der Information, wer denn nun Gräfin Porzki mit der Pistole im Speiseraum erhängte, stets zu steigern wusste!

Weitere Informationen dazu im Internet: www.boeckler.de Der Autor hat im April mit seiner geschichtswissenschaftlichen Doktorarbeit begonnen.

 

zurück nach oben
Login
Registrieren
Hilfe
Beitragsquittung für 2011 ausdrucken
Mitmachen: Projekte
blz - die Zeitschrift der GEW BERLIN
Mediadaten
Terminplan
Jahrgang 2012
Jahrgang 2011
Jahrgang 2010
Jahrgang 2009
Jahrgang 2008
Jahrgang 2007
Jahrgang 2006
Jahrgang 2005
Jahrgang 2004
Jahrgang 2003
Jahrgang 2002
Jahrgang 2001
Jahrgang 2000
Jahrgang 1999
Wir über uns
Kalender 2011/2012 bestellen
Service und Beratung
Ich möchte Mitglied werden
Mitglieder werben Mitglieder
Markt / Kleinanzeigen
Zeugnisprogramm