| In Berlin finden die Aktivitäten der gewerkschaftliche SeniorInnenvertretung viel Beachtung. Gleichzeitig gibt es auch kritische Diskussionen, wie die gewerkschaftspolitische Interessenvertretung der älteren Mitglieder noch wirksamer gestaltet werden kann. Es geht hier im Wesentlichen um den "Stellenwert der Seniorinnen und Senioren in der GEW". Larissa Klinzing vom Hauptvorstand berichtete in ihren Ausführungen über Fortschritte. So beschloss der Hauptvorstand "Richtlinien für die Seniorenarbeit". Es wurde u.a. die Zeitung "Dialog" eingeführt, es gibt den Rechtsschutz auch für die Seniorinnen und Senioren, die GEW unterstützt die kulturelle und soziale Betreuung der älteren Mitglieder.
Rententhema ist Dauerbrenner
In der Aussprache zum Referat wurde vor allem gefordert, die politische Interessenvertretung entschieden zu verbessern, z.B. bei der Rentengesetzgebung und bei der Rentenwertangleichung der Rentner in den neuen Bundesländern an den Rentenwert West. Mit dem Thema Renten befasste sich auf dem Seminar insbesondere der Leiter der Arbeitsgruppe Renten beim Landesseniorenausschuss, Werner Gollmer. Er vermittelte in seinem Referat einen fundierten Überblick zur Entwicklung der Rentengesetzgebung in den neuen Bundesländern, natürlich vor allem auch im Hinblick auf die Versorgung der Pädagogen. Er wies darauf hin, dass auch mit dem 2. AAÜG noch nicht alle Probleme gelöst sind. Vom Bundesverfassungsgericht sind weitere Entscheidungen zu erwarten. Auch Werner Gollmer betonte, dass es an der Zeit sei, den Rentenwert Ost an den Rentenwert West anzugleichen.
Lebensqualität und erfolgreiches Altern
Große Aufmerksamkeit fand der Vortrag von Prof. Dr. Hecht über "Lebensqualität und erfolgreiches Altern". Prof. Hecht vertrat die Auffassung, dass es sehr wesentlich von der Lebensführung und einer bewussten Lebenshaltung abhängt, eine gute Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten. Dabei sind solche Aspekte zu beachten wie optimistische, lebensfrohe Einstellung, Regelmäßigkeit im Tagesablauf, die geistige Beweglichkeit erhalten und auch eigene Meinungen haben, körperlich bewegen, geistig mit anderen kooperieren, guten aber nicht zu langen Schlaf sichern, gesunde rohkostreiche Ernährung, viel trinken bis drei Liter täglich, vor allem Tee und Mineralwasser, richtig amten, d.h. auch Atemübungen täglich durchführen, die Gesundheit pflegen. Gesundheit bedeutet für Prof. Hecht körperliches, geistig-seelisches und auch wirtschaftlich-soziales Wohlbefinden.
Reform der Krankenversicherung
In seinem Seminarbeitrag behandelte Erwin Gröschel vom Bildungszentrum der AOK Fragen zur aktuellen Diskussion um die Reform der Krankenversicherung, wobei es vor allem um Überlegungen geht, die Kosten zu senken. In der anschließenden Aussprache wurde betont, dass bei einer Reform auf keinen Fall eine Verschlechterung in der Versorgung der Patienten eintreten darf. Dies sei eine wichtige politische Frage. Vorsorgeuntersuchungen sollten stärker gefördert werden, auch als langfristige Investitionen zur Kostensenkung. Solche Untersuchungen dürften jedoch keinesfalls vom Patienten bezahlt werden, wie das zum Teil schon jetzt geschieht.
Zum Abschluss Verdis "La Traviata"
Dieter Haase, stellvertretender Vorsitzender unserer Berliner GEW, vermittelte den SeminarteilnehmerInnen einen Einblick in die gegenwärtige Diskussion um eine höhere Qualität von Bildung und Erziehung insbesondere zur Reform der Grundschule in Berlin. Er informierte über Schulversuche, die darauf hinauslaufen, vor allem die Eingangsphase in der Grundschule effektiver zu gestalten. Er wandte sich gegen Tendenzen, die sechsjährige Grundschule zur Disposition zu stellen. Prinzipieller Standpunkt der GEW ist nach wie vor die Durchlässigkeit im Schulsystem für alle Schüler bis zum Abitur. Es gehört zur guten Tradition unserer Seminare, in das Programm auch ein musisches Thema aufzunehmen. Diesmal wurde den Teilnehmern des Seminars durch Frau Rabe sehr eindrucksvoll in Wort und Ton Verdis Oper "La Traviata" vorgetragen.
Ernst Pilz |