GEW Berlin
GEW BERLIN
Home  
Aktuelles  
Adressen  
Downloads  
GEW-Zeugnis  
Gruppen|Gremien  
Informationen  
Inhalt  
Lehrproben  
Mitgliederportal  
Mitglied werden  
Seminare  
Service  
Themen  
Veranstaltungen  
Zeitschrift (blz)  
Impr./Kontakt  
Nr. 10 / 2005: Exzellente Hochschulen

Exzellente Hochschulen

Was ist dran an der Exzellenzinitiative?

von Heidi Degethoff de Campos, stellvertretende Vorsitzende der Abteilung Wissenschaft

Nachdem die Hochschulen seit etwa zehn Jahren unter rapiden Mittelkürzungen leiden - allein Berlin hat in der vergangenen Dekade die Mittel für eine komplette große Universität aus den bestehenden Hochschulen (vorwiegend den Universitäten) heraus"gespart" - soll ihnen derzeit ein erheblicher Geldsegen ins Haus stehen. Allerdings nicht "einfach so", sondern im Rahmen der von Bund und Ländern im Juni 2005 beschlossenen "Vereinbarung zur Exzellenzinitiative", mit der sie einerseits die Spitzenforschung und andererseits die Anhebung der Qualität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Deutschland in der Breite fördern wollen. Nach monatelangem Streit über die Zuständigkeiten von Bund und Ländern im Hochschul- und Bildungsbereich und der Föderalismusdebatte sind die Universitäten nun aufgefordert, bis zum 1. August 2005 Antragsslizenzen vorzulegen, mit denen sie in den Wettbewerb um die Fördermittel treten.

Dafür stehen in den Jahren 2006 bis 2011 insgesamt 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung, die im Verhältnis 75:25 vom Bund und dem jeweiligen Bundesland getragen werden sollen. Ausdrücklich betont wird in der Vereinbarung, dass Antragsteller und Zuwendungsempfänger die Universitäten sein sollen, dass aber Kooperationen mit anderen Hochschulen und den außeruniversitären Forschungseinrichtungen erwartet werden.

Gefördert werden sollen drei Säulen:

1. die Einrichtung neuartiger Graduiertenschulen (1 Mio. Euro pro Jahr und Schule; insgesamt 40 Schulen)

2. die Schaffung von Exzellenzclustern (mit 6,5 Mio. Euro pro Jahr und Cluster; insgesamt 30 Cluster)

3. Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung (insgesamt 10, bezuschusst mit 21 Mio. Euro pro Jahr).


Bis zuletzt umstritten war die dritte Säule, die gezielt die Forschungsprofile einiger weniger Universitäten stärken soll - die Projektbezogenheit scheint die Kompromissformulierung zu sein. Nur Universitäten, die bereits mindestens eine Graduiertenschule und einen Exzellenzcluster aufweisen, kommen in den Genuss dieser Mittel. Im Wettbewerb sollen sich so international sichtbare "Leuchttürme" in der deutschen Universtitätslandschaft herausbilden.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wird gemeinsam mit dem Wissenschaftsrat im Rahmen eines Ausschreibungs- und Antragsverfahrens entscheiden, wobei die Förderung grundsätzlich nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgen soll. Laut Paragraf 3 der Vereinbarung wird auch die Eignung der Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft geprüft.

Insgesamt ist die Initiative auf große Begeisterung bei den Fachgremien und Experten gestoßen, manche sahen gar schon eine deutsche "Ivy League" erblühen und im Instrument Wettbewerb sollte praktisch schon die Modernisierung und der Anschluss an die Weltelite vorgegeben sein. Übersehen wurde, dass es für den Wettbewerb in Deutschland keine gleichen Bedingungen gibt, dass es Standortnachteile gibt, dass kleine Bundesländer Schwierigkeiten bei der Gegenfinanzierung haben. Die Bedingungen in der Lehre spielen darüber hinaus gar keine Rolle. Dazu fehlen Strategien für den gesamten Bildungsbereich, einen Ausbau der Studienplätze, eine Verbesserung der Studienbedingungen ebenso wie eine Breitenförderung im Bereich der DoktorandInnen.

Unter diesem Aspekt kann die Exzellenzinitiative nicht mehr als ein Trostpflästerchen sein - für die, die's eh' schon nicht so schwer haben. Die Antwort darauf, wie das Land auf die Anforderungen der zukünftigen Wissensgesellschaft und deren Anforderungen an ein qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial reagieren soll, bleibt diese Initiative jedenfalls schuldig.

 

zurück nach oben
Login
Registrieren
Hilfe
Beitragsquittung für 2011 ausdrucken
Mitmachen: Projekte
blz - die Zeitschrift der GEW BERLIN
Mediadaten
Terminplan
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
Wir über uns
Kalender 2012/2013 bestellen
Service und Beratung
Ich möchte Mitglied werden
Mitglieder werben Mitglieder
Markt / Kleinanzeigen
Zeugnisprogramm