Auf dem Weg in den Beruf
...und wie man junge Menschen dabei unterstützen kann. Der Wandel der Arbeit - eine Herausforderung für die Schule.
von Hermann Rademacker, Sozialwissenschaftler, bis 2002 Referent am deutschen Jugendinstitut München
Die gesellschaftliche Überwindung der Schwierigkeiten bei der Eingliederung junger Menschen in das Beschäftigungssystem erfordert Handeln auf beiden Seiten des Marktes, auf der Seite des Angebots ebenso wie auf der Seite der Nachfrage: Auf der Seite des Angebots brauchen wir selbstverständlich eine ausreichende Zahl von Ausbildungsplätzen, die den jungen Menschen eine Auswahl im Hinblick auf ihre beruflichen Interessen und Neigungen erlaubt. Hier sind Wirtschaft und Politik gefordert. Ebenso wichtig aber, und davon ist in der öffentlichen Debatte zu wenig die Rede, ist die Entwicklung auf der Nachfrageseite dieses Marktes. Hier muss es um eine den Wandel der Arbeit einbeziehende berufliche Orientierung und Qualifizierung junger Menschen gehen. Hier sind alle gefordert, die es mit der Bildung und Erziehung junger Menschen zu tun haben.
Darin liegt eine wichtige neue Herausforderung auch für die öffentliche Schule, die zunehmend erkannt und akzeptiert wird. Das als ein Beitrag der Bundesregierung zum Bündnis für Arbeit 2000 gestartete Programm "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben" hat diese Entwicklung bundesweit deutlich befördert. Berlin beteiligt sich im Rahmen des Nordverbunds an dem Programm mit inzwischen über 70 Schulen aller Schularten der Sekundarstufe I, außer Gymnasien. Eines der bedeutendsten und voraussichtlich nachhaltigsten Ergebnisse der Arbeit im Nordverbund ist der Berufswahlpass, ein individualisierendes Instrument der Strukturierung, Dokumentation und Reflektion des Prozesses der Berufsorientierung und der Berufsvorbereitung, das inzwischen bundesweites Interesse findet und derzeit als das differenzierteste und entwickeltste didaktische Material dieser Art gelten kann.
Der Beitrag der Schule zur Berufsvorbereitung und beruflichen Orientierung junger Menschen ist aus zwei Gründen unabdingbar geworden:
1. ist nicht zu erwarten, dass die Schwierigkeiten bei der Eingliederung junger Menschen in das Beschäftigungssystem - im Gegensatz zu den Hoffnungen mancher Propheten - durch die demografische Entwicklung allein, also die in den kommenden Jahren sinkende Anzahl von Absolventen aus dem Bildungssystem, behoben werden. Die demografische Entwicklung mag dazu beitragen, die Relation zwischen Angebot und Nachfrage zu verbessern, also die quantitativen Mängel auf der Angebotsseite des Marktes zu beheben, aber jungen Menschen, die den Anforderungen der Betriebe für ihre Ausbildungs- und Arbeitsplätze nicht entsprechen, wird auch künftig der Zugang zum Beschäftigungssystem weitgehend verwehrt bleiben. Das lässt sich seit langem in einer so prosperierenden Region wie München und Oberbayern beobachten, wo es in den vergangenen 30 Jahren immer mehr Ausbildungsplätze als nachfragende Jugendliche gegeben hat und wo dennoch eine erhebliche Anzahl junger Menschen unversorgt blieb.
2. ist mit dem Wandel der Arbeit die "soziale Vererbung" von Lebensentwürfen einschließlich der in sie eingebetteten beruflichen Orientierungen, wie sie insbesondere die sozialen Milieus der Industriearbeiterschaft bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts kennzeichnete, verloren gegangen. Zur Ausbildung beruflicher Orientierungen hat traditionell weder die Schule noch die Berufsberatung maßgeblich beigetragen, sondern beide konnten ebenso wie die Wirtschaft darauf vertrauen, dass sich diese Orientierungen in den Familien und in den Lebenswelten, in denen Kinder und Jugendliche aufwuchsen, gewissermaßen naturwüchsig ausbildeten und allenfalls flankierend unterstützt werden mussten.
Das hat sich heute unübersehbar geändert: Die historisch neue Dynamik der Veränderung der Arbeit mit ihren einschneidenden sozialen Folgen hat die alte Kopplung zwischen der Arbeit und den Lebenswelten insbesondere in den traditionell durch Industriearbeit geprägten sozialen Milieus gelöst. Diese Kopplung aber war eine entscheidende Grundlage für den Beitrag der Familien zur beruflichen Orientierung ihrer Kinder. Wenn dieser Beitrag heute weitgehend ausbleibt, sollten Lehrerinnen und Lehrer dies nicht voreilig als Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit der Eltern deuten, sondern darin eher einen Hinweis auf Hilflosigkeit und Unterstützungsbedarf sehen. Denn Eltern, dass zeigen auch die Ergebnisse, die im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Berliner Teilprojekts im Rahmen des Programms Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben durchgeführt wurden, sind nach wie vor die wichtigsten Gesprächspartner junger Menschen bei der Berufswahl und haben selbst dann, wenn sie wenig beitragen können, den größten Einfluss auf deren Berufswahl - weit vor Lehrern, Berufsberatung und BIZ sowie Freunden und Bekannten.
Die Entkopplung von Arbeit und Lebenswelt, die schon die erste industrielle Revolution kennzeichnete, hat eine neue Qualität bekommen. Daraus ergeben sich auch heute wieder neue Herausforderungen für öffentliche Bildung und Erziehung: Es geht heute um die Ausweitung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der allgemeinbildenden Schule durch die Einbeziehung von Arbeit als Bildungsgegenstand, wobei im Vordergrund die Förderung beruflicher Orientierungen und die Vermittlung von Kompetenzen zur Bewältigung der Anforderungen des Übergangs in Ausbildung und Arbeit stehen sollten.
An einer solchen Entwicklung muss auch die Wirtschaft ein vorrangiges Interesse haben, denn nur wenn junge Menschen ihre beruflichen Orientierungen auf die tiefgreifend veränderte Arbeit beziehen können, ist zu erwarten, dass die Wirtschaft den geeigneten Nachwuchs für die neuen Arbeits- und Ausbildungsplätze findet. Schon heute gibt es immer wieder Klagen über die Nichtpassung zwischen den Erwartungen, Interessen und Fähigkeiten der jungen Menschen einerseits und den Anforderungen der Betriebe andererseits. Die in einigen Bereichen erheblichen Quoten von Ausbildungsabbrüchen finden hier einen Teil ihrer Erklärung ebenso wie die Tatsache, dass nicht nur viel zu viele Jugendliche ohne einen Ausbildungsplatz bleiben, sondern - und dies keineswegs nur im wirtschaftlich prosperierenden Oberbayern und in der Region um Stuttgart und keineswegs nur bei den Bäckern und Metzgern - auch Ausbildungsplätze in nach Berufen und Regionen unterschiedlichem Umfang unbesetzt bleiben.
Eine Herausforderung nicht nur für die Hauptschule
Die Hauptschule ist bundesweit und auch in Berlin zum Pionier der Einbeziehung der Arbeitswelt in ihr Bildungsangebot geworden. Realschulen und Gesamtschulen sind mit hervorragenden Beispielen arbeitsweltbezogener Angebote bis hin zur Entwicklung von Schulprogrammen, die Berufsorientierung und Berufsvorbereitung zu Aufgabenschwerpunkten schulischer Bildung machen, ebenfalls beteiligt. Gymnasien allerdings üben auffällige Zurückhaltung. Die neue Herausforderung besteht aber für die Schulentwicklung in allen Schularten. Bleibt diese Entwicklung - etwa im Gymnasium - aus, wird die bestehende Spaltung der deutschen Schule vertieft und zusätzlich die Leistung der Hauptschule auf diesem Feld als Bestandteil "niederer Bildung" diskreditiert. Die die Tradition des deutschen Bildungswesens kennzeichnende Ungleichwertigkeit allgemeiner gleich akademischer gleich höherer Bildung und beruflicher gleich praktischer gleich niederer Bildung würde dann in neuer Form fortgeschrieben. Die ohnehin zu geringe Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen des gegliederten Schulwesens würde weiter eingeschränkt.
Wenn Berufsorientierung und Berufsvorbereitung zur Aufgabe von Schule werden sollen, muss es deshalb um die Erschließung der Arbeit als Gegenstand allgemeiner Bildung gehen, und dies selbstverständlich in allen Schularten. Nur dann wird das Ziel der schulischen Bemühungen, zusätzlich zum Schulabschluss als schulischem Erfolgskriterium auch den Anschluss durch die Befähigung für einen gelingenden Übergang in Ausbildung und Beschäftigung zu sichern, zu einem anerkannten Bildungsziel. Solange dies nicht gesichert ist und allgemeine Anerkennung findet, bleiben Abschluss und Anschluss miteinander konkurrierende Ziele der pädagogischen Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern wie auch der Lernanstrengungen von Schülerinnen und Schülern. Und diese Konkurrenz kann, das zeigen auch aktuelle Erfahrungen in Berlin, zu einer erheblichen Störung der schulischen Bemühungen zur Vorbereitung junger Menschen auf die Bewältigung der Anforderungen des Übergangs werden. So wird gerade aus an diesem Thema besonders engagierten Schulen berichtet, dass in den Kollegien angesichts der Einführung von Bildungsstandards und der in ihrer Folge anstehenden landeseinheitlichen Prüfungen heftige Konflikte um die Betriebspraktika am Beginn des 10. Schuljahres entstanden sind, weil die Fachlehrer diese Zeit für die Prüfungsvorbereitung beanspruchen. In einem Fall gar gab es einen Kollegiumsbeschluss, diese Praktika auf die Zeit nach Abschluss der Prüfungen zu legen - und sie damit im Hinblick auf ihre berufsorientierende Funktion weitgehend zu entwerten.
Sowohl Abschluss als auch Anschluss
Der gelingende Anschluss darf deshalb nicht länger als eine nette Zugabe zum erfolgreichen Schulabschluss gewertet werden, sondern muss zu einem neben dem Abschluss gleichwertigen Schulerfolgskriterium werden. Nur dann haben Schulen eine Chance, diese beiden Zielsetzungen in ihrem Schulprogramm miteinander zu vereinbaren und entsprechende Bemühungen als originären Bestandteil ihres Bildungsauftrags zu definieren. Diese Gleichwertigkeit abschluss- und anschlussbezogener Zielsetzungen von Schule muss in der Diskussion um Bildungsstandards und ihre Implementation ernst genommen werden, wenn die eingeleitete und dringend gebotene Öffnung der Schule zur Arbeitswelt nicht zur Arabeske zeitgemäßer Schulentwicklung verkümmern soll. Solange Bildungsstandards vorrangig oder gar ausschließlich auf akademische Leistungen bezogen bleiben, wird die Einbeziehung und berufs- und arbeitsweltbezogener Aspekte in den Bildungsauftrag der allgemeinbildenden Schule zweitrangig bleiben. Schulen mit elitärem Anspruch müssen sich unter solchen Bedingungen geradezu eingeladen fühlen, diesen durch die Marginalisierung von Berufs- und Arbeitsweltbezügen in ihrem Schulprogramm zu unterstreichen. Auch dafür gibt es unter den Realschulen in Berlin bereits Beispiele.
Wo gelingende Anschlüsse zu einem wesentlichen Erfolgskriterium schulischer Arbeit werden, ändert sich auch die Beziehung zwischen Schüler und Lehrer. Denn beim gelingenden Anschluss ist der Erfolg beider von der Entscheidung außerschulischer Akteure, den Ausbildungsbetrieben, abhängig. Schule und Lehrer sind hier von der Funktion der Auslese, die sie bei der Vergabe von Abschlusszertifikaten wahrnehmen müssen, entlastet. Sie können sich vorbehaltlos zum Bündnispartner junger Menschen machen, wenn es um den Ausbildungsplatz geht. Die Öffnung der Schule zur Arbeitswelt kann damit auch für die Qualität der Beziehungen zwischen Lehrenden und Lernenden zu einem Paradigmenwechsel führen.
Die Öffnung von Schule zur Arbeitswelt
Die Erfahrungen aus dem Berliner Projekt "Flexibilisierungsbausteine und Berufswahlpass" zeigen, dass die Öffnung der Schule zur Arbeitswelt auf mindestens vier Ebenen erfolgen kann und in Berlin in einigen Schulen durchaus auch erfolgt:
+ die Kooperation mit außerschulischen Partnern und die Integration von deren Beiträgen in ein schulisch verantwortetes Schulprogramm - dies setzt in der Regel bilaterale Vereinbarungen zwischen Schulen und betrieblichen Partnern voraus,
+ die Einbeziehung außerschulischer Professionalität in die Arbeit in der Schule und die Messung von Arbeitsergebnissen an den so verfügbar gemachten professionellen Maßstäben - Beispiele dafür sind das Konzept der Arena oder auch die Übernahme von Aufträgen betrieblicher Partner und deren Bearbeitung in der Schule.
+ die Einbeziehung gelingender Anschlüsse als ein Erfolgskriterium schulischer Arbeit und last not least
+ die Entwicklung von Arbeitsweltbezügen in den schulischen Unterrichtsfächern über die Arbeitslehre hinaus.
Schulen brauchen Unterstützung
Schulen, die sich in diesem Sinne zur Arbeitswelt öffnen, brauchen Unterstützung durch eine Bildungspolitik, die
+ die rechtlichen Rahmenbedingungen den neuen Aufgaben anpasst. In dieser Hinsicht ist besonders für die Hauptschulen in Berlin mit dem neuen Schulgesetz ein wichtiger Schritt voran getan worden.
+ die pädagogische Schulentwicklung mit diesen Zielsetzungen unterstützt und fördert. Auch dazu laufen an einigen Schulen in Berlin wichtige Entwicklungen.
+ die Vernetzung von Schulen und Betrieben im kommunalen Kontext fördert. Dafür bieten das Programm "Partner: Schule Wirtschaft" und das von Frau Volkholz geleitete Projekt zur Unterstützung von Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben wichtige Hilfen.
+ die Schulen mit den nötigen sachlichen und personellen Ressourcen ausstattet - und auch in dieser Hinsicht gibt es zumindest in einigen Schulen, insbesondere in den Hauptschulen mit Integrationsklassen, Bedingungen, die von den Beteiligten Schulleitungen wie auch von Lehrerinnen und Lehrern als angemessen gewürdigt und anerkannt werden, in anderen Schulen allerdings werden in dieser Hinsicht erhebliche Defizite beklagt.
Insgesamt zeigen die Erfahrungen der beteiligten Schulen, dass Einblicke in die Arbeitswelt (Betriebserkundungen) und die Gelegenheit, sich an Anforderungen der Arbeitswelt zu erproben (Praktika) hochwirksame Mittel der Berufsorientierung sein können. Diese Wirkung ist jedoch in hohem Maße von der Vor- und Nachbereitung und der Einbettung in ein Gesamtkonzept der Berufsvorbereitung und Berufsorientierung an der Schule abhängig. Hier liegt die zentrale Funktion des Berufswahlpasses als eines individualisierenden didaktischen Instruments der Strukturierung, Reflektion und Dokumentation des Prozesses der Berufsorientierung und -vorbereitung.
Vorbereitung des Praktikums
Bei der Vorbereitung geht es darum, schon den Zugang zu Praktikumsplätzen unter dem Gesichtspunkt der Berufsorientierung pädagogisch zu gestalten. Die Wahl des Praktikumsplatzes bedarf der schulischen Unterstützung, denn nicht jeder Praktikumsplatz ist allein schon deshalb geeignet, weil ihn die/der Jugendliche selbst gefunden hat. Dies wird auch nicht dadurch pädagogisch sinnvoll, dass die Praktikumsplatzsuche, wie verbreitet, als Propädeutikum für die Ausbildungsplatzsuche interpretiert wird. Denn beim Zugang zu Praktikumsplätzen führt das sehr ungleich verteilte soziale Kapital der Familien zu außerordentlich ungleichen Chancen. Schon allein deshalb sollten Schulen sich herausgefordert sehen, durch ihre Zusammenarbeit mit Betrieben diese Unterschiede auszugleichen. Darüber hinaus aber ist für die berufsorientierende Wirkung der Erfahrungen, die junge Menschen in einem Praktikum machen, entscheidend, welche Bezüge zu beruflichen Vorstellungen sie mit dem Praktikum verbinden oder mit welchen Fragen sie in das Praktikum hineingehen. Die Praktikumsvorbereitung sollte deshalb unbedingt die Formulierung solcher Fragen einbeziehen und die Eignung des im Einzelfall gewählten Praktikumsplatzes unter diesem Gesichtspunkt bewerten.
Als Bilanz der Arbeit der Schulen im Rahmen des Programms "Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben" kann festgestellt werden, dass die Entwicklung in den einzelnen Schulen höchst unterschiedlich ist. Da gibt es Schulen, in denen bis heute der Konsens über die Grundsatzentscheidung einer Öffnung der Schule zur Arbeitswelt als einer Zielsetzung der Schulentwicklung noch fehlt, bis hin zu solchen Schulen, die auf unterschiedlichste Weise beeindruckende Konzepte einer solchen Öffnung entwickelt haben und umsetzten und damit ihre Schülerinnen und Schülern sehr wirksam bei der Entwicklung beruflicher Orientierungen und deren Umsetzung im Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit unterstützen. Die Herausforderung für die weitere Entwicklung liegt darin, einerseits diese Schulentwicklung weiterzuführen, denn angesichts des sozialen Wandels, den wir erleben, kommen solche Vorhaben nie an ihr Ziel, andererseits aber auch die vielen positiven Erfahrungen, die in Berlin vorliegen, allen Schulen verfügbar zu machen, auch denen, die sich bisher zurückgehalten haben. Die Chance einer solchen Entwicklung, dies ist allerdings nur ein subjektiver Eindruck, der nicht auf systematischen Erhebungen und Auswertungen von Daten beruht, ist nicht zuletzt auch eine höhere Berufszufriedenheit der an in diesem Sinne erfolgreichen Schulen tätigen Lehrerinnen, Lehrer und Schulleitungen.
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