| Das Modell der Evangelischen Schule Neukölln (ESN)
650 Schülerinnen und Schülern
2-zügige Grundschule
4-3-zügige Gesamtschule bis Klasse 10
Kollegium mit 50 Personen
Unsere Grundüberlegungen waren:
- Das evangelische Schulgesetz sieht eine Möglichkeit der kollegialen Schulleitung vor.
- Schulleitungen haben immer die Tendenz zur Autokratie und zur Mauschelei hinter verschlossenen Türen, also sind Transparenz und Demokratie nötig.
- Der/die Schulleiter/In und sein/ihr Stellvertreter sollen als Gesamtverantwortliche traditionell mit Beförderungsstellen ausgestattet bleiben,
- a) um als Dienstvorgesetzter nach außen wirken zu können,
- b) weil wir die Abschaffung dieser Ämter als völlig unrealistisch einschätzen.
- Oberste Instanz muss die Gesamtkonferenz bleiben, die alles abzusegnen hat.
- Wahlämter haben den Vorteil, dass nicht eine(r) auf Lebenszeit die Arbeit macht, sondern eine Ablösung möglich ist, wenn der/diejenige kritisiert wird oder andere Schwerpunkte setzen möchte.
- Der Wahlrhythmus ist ein Schuljahr, jeweils vor den Sommerferien werden die Ämter für das kommende Schuljahr beschlossen.
Erst Anfang der 90-er Jahre gelang es uns, mit einer neuen, demokratisch orientierten Schulleitung und dem in diesem Punkte aufgeschlossenen Schulreferat die uns zustehenden Beförderungsstellen in eine Extrastelle - wobei wir wesentlich mehr errechnet hatten! - für unsere Schule umzuwidmen.
Seitdem wählen wir jedes Jahr:
- auf Vorschlag der Fachkonferenzen Fach- und Sammlungsleitungen, die mit 1-2 Ermäßigungsstunden ausgestattet werden. Die Fluktuation hierbei ist unterschiedlich, manche Fachbereiche sind seit Jahren konstant, andere wechseln alle 2 Jahre.
- auf Vorschlag der Stufenkonferenzen je zwei StufenleiterInnen, die jede(r) mit 2 Ermäßigungsstunden Schulleitungsarbeit erledigen, allerdings ohne Weisungsfunktion.
Jede Woche setzen sich die beiden Schulleiter mit den vier KoordinatorInnen zusammen, diskutieren und planen den Schulalltag, bereiten Konferenzen, Projekttage, regelmäßige Weiterbildungen vor, beraten die Verteilung der Tutorien, vermitteln in Konflikten usw. Alle Ermäßigungsstunden werden ebenso offen gelegt wie die Verteilung der Vertretungsstunden und die der Schule zur Verfügung gestellten Gelder.
Lore Nareyek |