| Ab Sommer 2003 soll beginnend mit der 11. Klasse die gymnasiale Oberstufe in doppelter Weise umgestaltet werden. Zum einen soll die Schulzeit verkürzt werden, indem das Abitur des jeweiligen 13. Jahrgangs mit dem 31. März abgeschlossen wird. Zum anderen soll für die Fächer Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache ein Zentralabitur sowohl in den Grund- wie in den Leistungsfächern eingeführt werden.
Die Verkürzung der Schulzeit soll durch eine leicht abgewandelte Übernahme der Mainzer Studienstufe erreicht werden. Geplant ist mit Beginn des elften Jahrgangs zwei Leistungskurse à 5 Stunden und 8 Grundkurse à 3 Stunden durchzuführen, in der Summe also 34 Stunden pro Woche. Bei erfolgreichem Bestehen der elften Klasse soll das zweite Halbjahr des elften Jahrgangs als erstes Kurssemester gerechnet werden. Ihm folgen die beiden Semester des 12. Jahrgangs. Das erste Halbjahr des 13. Jahrgangs wird zum vierten Semester. Sein Inhalt wird zum gleichwertigen Bestandteil der schriftlichen Abiturprüfung. Im Falle der Nichtversetzung nach der 11. Klasse muss diese wiederholt werden.
Im 11., 12. und 13. Jahrgang müssen die Schüler jeweils 34 Stunden Unterricht pro Woche belegen. Da der 13. Jahrgang circa 2/3 eines Schuljahres umfasst, bedeutet dies eine Gesamtstundenzahl in der Oberstufe von 90 Wochenstunden, bisher bei drei vollen Jahren 88 Stunden.
Das schriftliche Abitur soll nach dem vierten Semester Ende Januar stattfinden, die mündlichen Prüfungen in der zweiten Märzhälfte. Dazwischen liegen die Winterferien sowie mitunter anteilige Osterferien. In einem Zeitraum von rund vier Wochen besuchen die Schüler die Schule, während die Lehrer voll mit den Korrekturen belastet sind. Als Konsequenz soll für diese Zeit kein verbindlicher Lehrplan vorgeschrieben werden. Damit entstehen zwischen den Prüfungen Leerlaufzeiten.
Die Regelschulzeit für Abiturienten soll damit auf 12,5 Jahre verkürzt werden. Im Falle des Überspringens eines Jahrgangs sind 11,5 Jahre möglich. Dies ist auch das Zeitmaß der Expresszüge, die mit dem 5. Jahrgang im Gymnasium beginnen. Damit ist für die neue Form der gymnasialen Oberstufe wie für die bisherige von einer nahezu identischen Gesamtstundenzahl der Schüler auszugehen, sie liegt etwas unter den oben genannten Zahlen. Da die Verweildauer in der Schule insgesamt deutlich verkürzt werden soll, muss die Erarbeitung des Stoffes verdichtet werden, will man das bisherige Niveau der schulischen Anforderungen halten.
Zeitgleich mit diesem Umbau der gymnasialen Oberstufe soll in einigen Fächern das Abitur in Form von zentral vorgegebenen Prüfungsaufgaben abgenommen werden. Dies hat in den genannten Fächern notwendigerweise Auswirkungen auf das Curriculum, welches vom ersten Tag an im Kurssystem geändert werden muss, da aller Unterricht in diesen Fächern im Kurssystem landesweit prüfungsrelevant wird.
Hans-Gerd Prause
Ausführlicher wird das Thema in der nächsten blz aufgegriffen. |