| Rund 8.000 Behinderte und ihre BetreuerInnen von Einrichtungen freier Träger waren am 1. Oktober auf den Alexanderplatz gekommen, um gegen die Kürzungspolitik des Berliner Senats zu demonstrieren. Dass dabei gleichzeitig Kürzungsmaßnahmen im öffentlichen Dienst gefordert wurden, stieß auf Protest.
Aufgerufen zur Demonstration hatten die unter dem Namen "Blaues Kamel" zusammengeschlossenen freien Träger der Liga der Wohlfahrtsverbände. Auch wir, die GEW-Initiativgruppe der Betriebsräte bei freien Trägern, kurz IG/BR genannt, haben in dem Bündnis mitgewirkt und die KollegInnen zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Ziemlich erstaunt waren wir allerdings, als wir die Forderungen der LIGA-Vertreter hörten: Die KollegInnen im öffentlichen Dienst sollen doch bitte zum Wohle der freien Träger auf ihr Weihnachtsgeld verzichten. Und die Gewerkschaften sollen doch bitte ihre Forderungen an die wirtschaftlichen Gegebenheiten anpassen.
Keine Spaltung zwischen den KollegInnen!
Diese Spaltung zwischen KollegInnen des öffentlichen Dienstes und der KollegInnen der freien Träger wollen wir nicht! Sie ist nicht nur schädlich für alle, sondern auch kurzsichtig. Wird denn tatsächlich geglaubt, dass die Kürzungen bei den freien Trägern weniger hart ausfallen, wenn die KollegInnen im öffentlichen Dienst auf ihr Weihnachtsgeld verzichten? Wie allgemein bekannt, hat Lohnverzicht kaum dazu geführt, neue Stellen zu schaffen, bestehende zu erhalten oder Konkurse zu vermeiden.
Liebe KollegInnen, lasst euch nicht verunsichern und vereinzeln! Steht weiter füreinander ein! Haltet Kontakt zu den KollegInnen aus anderen Einrichtungen! Betriebsräte und Gewerkschaften sind aufgefordert, die KollegInnen rechtzeitig zu informieren und ihnen zu helfen, wenn die ArbeitgeberInnen schon jetzt anfangen zu kürzen, obwohl es noch keinen Senatsbeschluss gibt. Die gegenwärtig unsichere Situation wird von einigen freien Trägern ausgenutzt, um eigene Kürzungsmaßnahmen durchzusetzen, die nichts zu tun haben mit den geplanten Kürzungen des Berliner Senats. Noch ist nichts beschlossen, also aufgepasst!
Astrid Jacobs
Die Initiativgruppe der Betriebsräte in der GEW trifft sich in der Regel jeden dritten Mittwoch im GEW-Haus. Kontakt über Bärbel Jung, GEW: 030 / 21 99 93 40. |