Auf dem Weg zur gesunden Schule
Das Moderieren als eine Möglichkeit für Entlastung im Schulalltag.
von Gisela Gessner, Koordinatorin Anschub.de
Zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 startete in Bayern, Berlin und Mecklenburg- Vorpommern an insgesamt 40 Schulen das Projekt Anschub.de (Allianz für nachhaltige Schulgesundheit und Bildung in Deutschland). Träger des Projektes sind die Bertelsmann Stiftung, die jeweiligen Kultusministerien, Krankenkassen und Unfallkassen. Der Kerngedanke des Projektes lautet: „Wer Leistung fordert, muss Gesundheit fördern!“ Mit Gesundheit gute Schule machen.
In Berlin-Mitte nehmen 13 Schulen aller Schultypen am Projekt teil. In den ersten zwei Jahren erhielten die Schulen intensive Unterstützung für den Prozess ihrer Schulentwicklung. Außer dieser Unterstützung für die Schulprogrammentwicklung zur guten gesunden Schule sind Fortbildungen für Lehrer und Eltern ein wichtiger Bestandteil der Leistungen aus dem Projekt.
13 Schulen – 13 Prozesse
Im zweiten Projektjahr begann die Umsetzung der geplanten Maßnahmen, ebenfalls in individuellem Tempo, den Bedingungen der Schule angepasst.
Je nach Ressourcen, Standort, Schulprofil, Entwicklungsstand und den gemeinsam festgelegten Prioritäten entscheiden die Schulen selbst, was vorrangig zu bearbeitende Bereiche sind.
So ergeben sich 13 unterschiedliche Entwicklungsprozesse. Eine Grundschule fing z.B. mit Teamentwicklung und dem Schulklima an und widmete sich dann den gesundheitsfördernden Angeboten für die Schüler. Bei einer anderen Grundschule engagierten sich die LehrerInnen vorerst in der Umgestaltung des Unterrichts und des Schulalltags und wenden sich nun vermehrt der Teamentwicklung und der Kommunikation untereinander zu.
Intensiv arbeiten in den Steuergruppen der Anschubschulen die KollegInnen an der Entwicklung eines Schulentwicklungsprozesses, der den gesundheitsfördernden Aspekt des Schulalltages in den Blick nimmt.
Mehr als nur gesundes Essen
Außer den klassischen Maßnahmen für die Schüler, wie gesunde Schulverpflegung, bewegte Pause/bewegte Schule, Suchtprävention gehören auch Maßnahmen zur Kommunikationsförderung, Teamentwicklung und Stressbewältigung im Schulalltag zur guten gesunden Schule. Zentraler Entwicklungsschwerpunkt ist natürlich auch die Unterrichtsentwicklung, ein Unterricht, der Selbstständigkeit und das eigenverantwortliche Lernen fördert. Die Einbeziehung und Teilhabe der Eltern am Schulleben sind ebenso vorgesehen wie ein Klima der gegenseitigen Wertschätzung. Die Gestaltung dieses Prozesses bringt für die meisten KollegInnen neue Aufgaben, die auch neue Methoden und neues Know-how verlangen. Jede neue Aufgabe kann eine positive Herausforderung bedeuten, aber auch Stress, wenn es eine Überforderung ist.
Deshalb ist z.B. das Erlernen des „Handwerks“ der Moderation entlastend und somit gesundheitsfördernd. Darüber hinaus ist es gleichzeitig auch für die anderen KollegInnen der Schule hilfreich, wenn gut organisierte und moderierte Sitzungen effektiv sind und zufriedenstellender erlebt werden.
Am 13. und 14. Februar 2006 führte Ursula Hilpertshauser ein zweitägiges Seminar zu Moderationstechniken mit 16 KollegInnen aus den Anschubschulen durch. Von Anfang an waren die TeilnehmerInnen mit konkreten Aufgaben betraut. Dabei konnte jeder spüren, dass die Stolpersteine im Detail liegen. Mit viel Spaß und professioneller Hilfe lernten alle, weniger zu stolpern, oder auch die Kurve gut wieder zu kriegen.
Was hat Moderation mit Gesundheit zu tun? Moderation ist eine Methode, die demokratische Diskussions- und Entscheidungsprozesse fördert. Durch eine gute Moderation lässt sich viel Arbeitszeit sparen. Die Verantwortung aller und ihre Mitwirkung rücken stärker in den Fokus. Moderation kann viel Spaß machen und weckt kreative Ideen.
Weitere Informationen: www.anschub.de oder über Gisela Gessner, Tel. 4930 1399 oder anschub.de.berlin@t-online.de
|