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Nr. 01 / 2007: Manchmal unglücklich

MANCHMAL UNGLÜCKLICH

von Eva- Lotta Kaiser

Die Lehrerinnen wünschen sich, dass Erzieherinnen so viel wie möglich im Unterricht, auch im Klassenteam, mitarbeiten. Die Erzieherinnen kommen auf der anderen Seite fachlich und persönlich im Bewusstsein der Lehrerinnen kaum vor.

Die Erzieherin Martina berichtet: „Ich bin zum Schuljahresbeginn neu an diese Schule gekommen. Ich wurde einer Klasse der Schulanfangsphase mit zwei Lehrern zugeordnet. Zwischen dem langjährig eingespielten Lehrerteam und mir fand kein Erstgespräch statt, in dem wir uns hätten kennen lernen können. Es wurde nicht besprochen, welche Regeln und Umgangsformen im Unterricht gelten, wie der Unterricht geplant ist, welche Rolle und Funktion ich im Unterricht zukünftig habe. Das führt zu Konflikten und Missverständnissen zwischen Kindern und mir und Lehrern und mir. Ich fühle mich als Pädagogin nicht ernst genommen und in meiner beruflichen Situation völlig verunsichert. Ich zweifle an mir selbst und fühle mich sehr unglücklich.“

Viele Lehrkräfte wünschen sich eine enge Verzahnung zwischen Unterricht und Offenem Ganztagsbetrieb. Sie setzen aber diesen Wunsch sehr selten in praktisch gezeigtes Interesse und Anteilnahme um. Die Erzieherin Ayse erzählt: „In diesem Schuljahr haben die LehrerInnen noch kein einziges Mal ihre Schüler am Nachmittag im Hort besucht.“

Die Kollegin Anke berichtet: „Manchmal empfinde ich mich wie eine Betreuerin eines Auffanglagers für abgeschobene Kinder. Immer wieder stehen kranke Kinder, die nicht mehr am Unterricht teilnehmen können, unangemeldet im Gruppenraum. Kinder, die den Unterricht stören, warum auch immer, tauchen urplötzlich auf, ohne jegliche Absprache, unabhängig davon, ob überhaupt eine Erzieherin im Raum ist, unabhängig von meiner aktuellen Tätigkeit. Ich habe das Gefühl, dass der Offene Ganztagsbetrieb eine „Müllschluckerfunktion“ hat. Er erscheint als Anhängsel der Grundschule zur Optimierung des Unterrichts. Meine spezifischen fachlichen Kompetenzen im Offenen Ganztagsbetrieb werden selten wahrgenommen.“

Es gibt offensichtlich noch viel zu tun in der Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern.

 

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