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Nr. 12/2002
Seniorentreffen Berlin - Nordrhein-Westfalen
Auf Einladung des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen fuhr eine Gruppe Berliner Seniorinnen und Senioren nach Essen, um Erfahrungen in der gewerkschaftlichen Arbeit auszutauschen.

Schon am ersten Tag unseres Aufenthalts konnten wir bei einer Stadtrundfahrt einen Einblick erhalten wie sich die Struktur Essens von einer Industriestadt zu einer Stadt für Handel, Verwaltung, Dienstleistung und kultureller Nutzung ehemaliger Industrieanlagen gewandelt hat. Zum Meinungsausstausch mit Mitgliedern des Landesseniorenausschusses von Nordrhein-Westfalen kam die Vorsitzende des Bundesseniorenausschusses Ortrud Farken hinzu. Wir waren uns einig, dass wir im Alter noch eine wichtige Kraft für die Gewerkschaft sind und mit unseren Arbeits- und Lebenserfahrungen den Kampf der Gewerkschaft unterstützen können. Die KollegInnen aus Nordrhein-Westfalen berichteten u.a., dass es ihnen wichtig ist, mit Ruheständlern, die sehr zurückgezogen leben, Verbindung aufzunehmen, sie mit ihren Problemen nicht allein zu lassen und in der Öffentlichkeit über die Situation älterer Menschen zu informieren.

Für uns Berliner standen Fragen des Zusammenwachsens von West- und Ostberlin im gewerkschaftlichen und persönlichen Bereich im Vordergrund. Unsere Gewerkschaft wurde mit vielen materiellen, rechtlichen und menschlichen Problemen ihrer Ostberliner KollegInnen konfrontiert. Dies galt auch für die Ruheständler. Viele wollen im Rentenalter aktive Gewerkschafter sein. Die Einheit brachte zunächst viele Unsicherheiten. So wurde die Rentenproblematik zu einem bis heute dauernden wichtigen Anliegen unserer gewerkschaftlichen Arbeit. Bekanntlich ist der Rentenwert Ost noch immer nicht dem Rentenwert West angeglichen. Mit Genugtuung wurde deshalb zur Kenntnis genommen, dass der Bundeskongress des DGB einstimmig gefordert hat, diese Angleichung vorzunehmen.

Am folgenden Tag besuchten wir das Institut für Gerontotechnik in Iserlohn. In diesem Institut wurde uns eine Zusammenschau fast sämtlicher gegenwärtig von der Industrie angebotenen spezifischen Produkte für den Lebensalltag älterer Menschen gezeigt. Es handelt sich hierbei z.B. um Erzeugnisse zur Verbesserung der Wohnqualität bei zunehmenden Behinderungen u.a. bei Küchengeräten, Badeinrichtungen, Gehhilfen und auch für die Freizeitgestaltung. Ein besonderes Erlebnis war für uns der Besuch der stillgelegten Zeche "Zollverein" in Essen am dritten Tag unseres Aufenthalts. Diese Zeche ist als Weltkulturerbe anerkannt. Sehr beeindruckend war eine Schiffsrundfahrt durch den größten Binnenhafen Europas in Duisburg.

Der Erfahrungsaustausch und das bessere Kennenlernen gemeinsamer und unterschiedlicher Aufgaben war für alle wichtig. Wir erfuhren eine beispielhafte Gastfreundschaft nicht zuletzt bei der Finanzierung unseres Aufenthalts. Dafür danken wir unseren KollegInnen in Nordrhein-Westfalen sehr herzlich.

Ernst Pilz
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