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Nr. 03/2003
Schwerpunkt: Wohin mit den 5-jährigen?
Kita oder Vorschule

Die neue Schuleingangsphase in der Berliner Grundschule

1998 begann mit der Veröffentlichung des Reformprogramms "Grundschule 2000" die erneute Diskussion über einen veränderten Schulanfang. Als Schuleingangsphase wurde die Einheit aus Vorklasse, 1. und 2. Klasse bezeichnet. Übergänge in dieser Einheit sollten fließend gestaltet werden, ein individuell kürzeres oder längeres Verweilen dem einzelnen Kind einen kindgerechteren Start ins Schulleben ermöglichen. Einige Schulen reagierten auf diesen Entwurf mit der Umgestaltung ihres Schulanfangs. Die ersten JÜL- Klassen (jahrgangsübergreifende Lerngruppen) wurden aus Vorklasse, 1. u. 2. Klasse gebildet. Andere Schulen erweiterten ihre z.T. seit 20 Jahren bestehenden Eingangsstufen um ein weiteres Jahr bis Ende des 2. Schuljahres. (In den Eingangstufen bilden VorklassenleiterInnen und LehrerInnen ein Team, das die Lerngruppe von ca. 28 Kindern von der Vorklasse bis zum Ende der 1. Klasse gemeinsam unterrichtet).

Den jetzt überarbeiteten Schulgesetzentwurf vom 10. Dezember 2002 lehnen viele VorklassenleiterInnen und LehrerInnen ab, da er die Abschaffung der Vorklassen an der Berliner Grundschule bedeutet und die eingangs bezeichneten Modelle in der pädagogischen Versenkung verschwinden lässt, ohne ihre Wirksamkeit zu evaluieren bzw. die positiven Ergebnisse der Eingangsstufen in die neue Schulanfangsphase zu übernehmen.

Die pädagogische Vielfalt, die der einzelnen Schule die Möglichkeit gab, sich auf ihren Einschulungsbezirk und den jeweiligen soziokulturellen Hintergrund zu beziehen, wird der klaren Schnittstelle Kita / Schule geopfert. Mit dem neuen Schulgesetz findet vorschulisches Lernen nur noch in den Kindertagesstätten bzw. für Kinder aus sozial schwachen Familien zu Hause statt, da kein Betreuungsanspruch besteht und sich die Eltern die Beiträge nicht leisten können!.

Das schulische Lernen beginnt dann mit dem Schuleintritt, wobei das Einschulungsalter auf 5,6 Jahre herabgesetzt wird (auf Antrag der Eltern noch früher). Zurückstellungen aus pädagogischen Gründen sind nicht mehr vorgesehen.

Doris Fischer
E.O.Plauen Grundschule (4.G.) Kreuzberg

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