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Nr. 05/2003
Positives Bild der Gewerkschaften
Das immer wieder in den Medien verbreitete negative Image stimmt nicht.

Auf die Gewerkschaften einzuschlagen, ist Mode geworden. Sie blockierten Reformen und seien damit schuld an der schlechten Konjunkturlage und hohen Arbeitslosigkeit, erklären Arbeitgeber, Unions- und FDP-Politiker und Medien. Meinungsforscher liefern täglich neue Daten: Infratest stellt fest, dass 50 Prozent der Deutschen den Gewerkschaftseinfluss für zu groß halten; Emnid findet heraus, dass bei der Reform des Sozialstaats nur noch 34 Prozent den Gewerkschaften vertrauen. Ein verlässlicheres Bild als diese Momentaufnahmen liefert das Trendbarometer, dass das Institut Polis alle zwei Jahre im Auftrag des DGB erstellt (siehe Grafik). Im Jahr 2002 wurden 2235 ArbeitnehmerInnen nach ihren Einstellungen zu Gewerkschaften gefragt. Danach sinkt der Anteil derer, die die Gewerkschaften für "schwerfällig und veraltet" halten: bei Gewerkschaftsmitgliedern von 29 auf 26 Prozent, bei nicht organisierten Arbeitnehmern von 57 auf 53 Prozent.

Von den Gewerkschaften erwarten Mitglieder und Unorganisierte einen Spagat: Sie sollen einerseits in schwierigen wirtschaftlichen Situationen flexibler werden (81 beziehungsweise 84 Prozent), andererseits kämpferischer und härter (76/56 Prozent), wobei die "Flexibilisierer" gegenüber dem Jahr 2000 leicht an Boden gewinnen. 36 Prozent der Mitglieder meinen: "Gewerkschaften sind sicher wichtig, aber ich persönlich brauche sie für die Vertretung meiner Interessen nicht" (3 Prozent mehr als vor zwei Jahren). Unter den Unorganisierten sind 79 Prozent dieser Meinung.

Aus: direkt, Zeitschrift der IG Metall, Nr. 5/2003

Gewerkschaften und ihr Image

Von 100 Befragten stimmen voll oder teilweise zu: Gewerkschafts-
mitglieder
Gewerkschafts-
mitglieder
unorganisierte Arbeitnehmer unorganisierte Arbeitnehmer
  2000 2002 2000  2002
Die Gewerkschaften ...        
... leisten hervorragende Arbeit in den Betrieben 87 92 58  57
... sind wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft 87 88 65 64
...sollten kämpferischer sein und ihre Forderungen härter vertreten 85 76 61 56
...sind ein starkes Gegengewicht zu den Arbeitgebern 83 85 71 72
... sollten flexibler sein und schwierige wirtschaftliche Lagen berücksichtigen 80 81 83 84
...vermitteln ein Gefühl von Sicherheit und Solidarität 80 85 45 43
...vertreten die Interessen aller Arbeitnehmer 72 76 47 42
...sind schwerfällige und veraltete Organisationen 29 26 57 53
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