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Studentische Beschäftigte an Berliner Hochschulen
GEW BERLIN - Hochschule und Forschung -
Tarifverhandlungen für studentische Beschäftigte ausgesetzt
Aktuelles zum Berliner Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud II): 
http://www.tvstud.de

Stand: 6. Juli 2011

Nach der Verhandlungsrunde am 14. Juni 2011 (siehe Tarif-Info vom 15.6.11) wurde ausgelotet, ob die Hochschulen sich doch noch bewegen können und bereit sind, über eine Anpassung der Stundenvergütung zu verhandeln. Das ist zur Zeit nicht der Fall. Die Hochschulen bleiben bei ihrem „Angebot“ vom 14. Juni 2011.

Daher haben die Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di entsprechend dem Beschluss der Tarifkommission die Verhandlungen vorerst ausgesetzt.
Mehr dazu findet ihr in dem aktuellen Info unten auf dieser Seite.

Der TV Stud II regelt die Arbeitsbedingungen für die ca. 6.000 studentischen Beschäftigten der Berliner Hochschulen. Dazu gehören u. a. der Stundenlohn von 10,98 €, die Mindeststundenzahl an den Universitäten von 40 Stunden im Monat, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Kündigungsfristen, Freistellungsmöglichkeiten und vieles mehr.

Nach wie vor gibt es nur in Berlin einen Tarifvertrag für die Gruppe der studentischen Beschäftigten an Hochschulen. Er ist von den Gewerkschaften ver.di und GEW BERLIN abgeschlossen worden (dazu mehr hier)

Der Berliner Tarifvertrag für studentische Beschäftigte ist zuletzt im Jahr 2003 verhandelt und geändert worden – damals noch mit dem Arbeitgeberverband VAdÖD, in dem die Berliner Hochschulen Mitglieder waren.
Durch den darauf folgenden Austritt der Hochschulen aus diesem Arbeitgeberverband ist eine rechtlich unsichere Situation entstanden. Der Tarifvertrag galt nicht mehr unmittelbar und zwingend.
Darüber hinaus hat sich die Hochschul- und Tariflandschaft seit 2003 grundlegend verändert. Das betrifft vor allem:
- die Einführung eines neuen Tarifsystems für die hautberuflich Beschäftigten der Hochschulen (Tarifvertrag der Länder, TV-L)
- die Umstellung auf die neue Studienstruktur mit Bachelor- und Masterabschlüssen.

Diese Änderungen sind in den Regelungen des TVStud II bisher nicht berücksichtigt. Da wird z. B. an vielen Stellen noch auf den alten BAT (Bundesangestellten-Tarifvertrag) Bezug genommen, der inzwischen abgelöst wurde. Der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium ist nicht adäquat im TVStud II geregelt. Aktuell endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf des Semesters, in dem die Abschlussprüfung abgelegt wurde.

Seit 2001 ist der jetzige Stundenlohn von 10,98 € nicht erhöht worden.
Im Jahr 2004 haben die Hochschulen das „Weihnachtsgeld“ für studentische Beschäftigte gestrichen.

Es ist daher höchste Zeit, dass der Tarifvertrag aktualisiert wird. Die Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di haben mit den Hochschulen vereinbart, dass in diesem Jahr Tarifverhandlungen aufgenommen werden. Dazu haben wir eine gewerkschaftliche Tarifkommission gebildet, die aus 15 studentischen Beschäftigten aus HU, FU, TU und ASH besteht – alle Mitglieder in GEW oder ver.di.

Die Tarifkommission hat für die Verhandlungen konkrete Vorschläge zur Änderung des TVStud II erarbeitet. Die entscheidenden Forderungen sind die Geltung eines einheitlichen Tarifvertrages für die studentischen Beschäftigten in allen Berliner Hochschulen, die Wiedereinführung eines Weihnachtsgeldes und die Erhöhung des Stundenlohns entsprechend der Gehaltsentwicklung der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Am 18. März 2011 hat ein Tarifgespräch und am 2. Mai 2011 eine erste offizielle Verhandlungsrunde mit den Vertreterinnen und Vertretern der Berliner Hochschulen stattgefunden. Mehr dazu unten auf diesen Seiten.

Die GEW/ver.di-Tarifkommission kann diese Verhandlungen nicht ohne den Rückhalt der studentischen Beschäftigten führen. Deshalb hatten wir bis Ende April 2011 eine Umfrage durchgeführt unter http://www.tvstud.de Das Ergebnis wird in Kürze dort veröffentlicht. Fordert den Newsletter zu den Tarifverhandlungen an: http://www.tvstud.de 
Ohne eure Meinung und ohne eure Unterstützung geht es nicht! Nur mit euch gemeinsam können wir gute Ergebnisse erreichen. Vielen Dank!

Kontakt zur Tarifkommission studentische Beschäftigte:
tarif@tvstud.de  oder wissenschaft@gew-berlin.de

Informationen zum Tarifvertrag für studentische Beschäftigte an den Berliner Hochschulen
Hier findet ihr links zum Thema Jobben und Studium, u.a. zum Projekt HU.BER.NET. Das ist die arbeitsrechtliche Anfangsberatung für studentische JobberInnen an der HU Berlin. HU.BER.NET ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem ReferentInnen-Rat der HU (RefRat), der DGB Jugend Berlin-Brandenburg sowie der Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di Berlin.
  • HU.BER.NET
    arbeitsrechtliche Anfangsberatung für Studierende an der HU
  • students at work
    Beratung des DGB für erwerbstätige Studierende
Warum GEW-Mitglied werden?
Auseinandersetzungen um Tarifverträge bedeuten auch Konflikte. Fragen entstehen, wo vorher alles Paletti war.

Wo gibt es Antworten?

  • Eher selten bei den Hochschulen als Arbeitgeber. Bei fachkundigen Anwälten nur gegen Bezahlung. Also ruft man die Gewerkschaft an. Doch Gewerkschaften finanzieren sich ausschließlich aus den Beiträgen ihrer Mitglieder, so dass kostenlose Rechtsberatung nur für Mitglieder in Frage kommen kann. Nach dem Rechtsberatungsgesetz dürfen die Gewerkschaften auch nur ihre Mitglieder beraten.
  • Nur für Gewerkschaftsmitglieder gelten Tarifverträge unmittelbar und zwingend. Der Tarifvertrag für studentische Beschäftigte gilt nur für Mitglieder von GEW und ver.di. Das verwundert? Natürlich wenden die Hochschulen i.d.R. bei allen studentischen Arbeitsverhältnissen den Tarifvertrag an. Kommt es allerdings zu Streitigkeiten um Arbeitszeit, Vertragsverlängerung, Eingruppierung usw. können nur Gewerkschaftsmitglieder einen tariflichen Anspruch erfolgreich (notfalls vor Gericht) durchsetzen! „Dann trete ich schnell noch ein.“ Hilft leider nicht, wenn der Konflikt schon eingetreten ist!
  • Nur die Gewerkschaftsmitglieder entscheiden, ob ein Verhandlungsergebnis angenommen wird oder nicht. Nur sie können auch an Urabstimmungen und Streiks teilnehmen und erhalten dafür Streikgeld bei Lohnausfall.
  • Übrigens:
    Auch diese Internetseite wurde aus Mitgliedsbeiträgen finanziert.
  • ...und nicht vergessen:
    Es waren und sind die gewerkschaftlich organisierten studentischen Beschäftigte, die auch diesen Tarifvertrag erkämpft haben - durch den Tutorenstreik 1986.
  • Aber: Die Gewerkschaften sind eben doch nur so stark wie ihre Mitglieder!

Worauf wartet ihr noch?

Der monatliche Mitgliedsbeitrag für Studierende und studentische Beschäftigte beträgt in der GEW einheitlich nur 2,50 €.

 


Eure Ansprechpartner in der GEW BERLIN:
Kontakt in der GEW-Geschäftsstelle
Matthias Jähne
(Referent für Hochschule und Forschung)

Tel.: 030 / 219993-59
Fax.: 030 / 219993-50
Email: wissenschaft@gew-berlin.de

Privat
Tel.:
Fax:
Email:

Dienstlich
Tel.:
Fax:
Email:


 
Personalräte der studentischen Beschäftigten:
Personalrat studentische Beschäftigte
Alice-Salomon-Hochschule

Alice-Salomon-Platz 5
12557 Berlin
Email: studpersonalrat@ash-berlin.eu
http://ash-berlin.eu
Personalrat studentische Beschäftigte
Freie Universität Berlin

Rudeloffweg 25-27
14195 Berlin
Tel.: 030 / 838-54111
Fax: 030 / 838-54790
Email: prstudb@fu-berlin.de
http://www.fu-berlin.de/pstudb
Personalrat studentische Beschäftigte
Humboldt-Universität zu Berlin

Ziegelstr. 13 c
10117 Berlin
Postfach: (Post: Unter den Linden 6, 10099 Berlin)
Tel.: 030 / 2093-2607
Fax: 2093-2941
Email: prstudb@cms.hu-berlin.de
http://www2.rz.hu-berlin.de/studpr
Personalrat studentische Beschäftigte
Technische Universität Berlin

Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin
Tel.: 030 / 314-21724
Fax: 030 / 314-21797
Email: prsb@tu-berlin.de
http://www.tu-berlin.de/prsb
Studentische Beschäftigte an den Berliner Hochschulen
An den Berliner Hochschulen arbeiten z. Z. etwa 6.000 Tutorinnen und Tutoren sowie weitere studentische Beschäftigte. Sie unterstützen seit Jahren die wissenschaftlichen und künstlerischen Dienstkräfte in Forschung und Lehre und tragen durch ihre Unterrichts-, Beratungs- und Betreuungstätigkeit dazu bei, dass Lehre und Studium überhaupt noch funktionieren. In Berlin sind die Arbeitsverhältnisse der studentischen Beschäftigten an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen durch einen Tarifvertrag geregelt, der erstmals 1979 zwischen den Gewerkschaften ÖTV und GEW und dem Arbeitgeberverband VAdÖD auf Druck der studentischen Beschäftigten abgeschlossen wurde.
Der Tarifvertrag für studentische Beschäftigte wurde 1979 möglich, nachdem in den späten 60er und frühen 70er Jahren das Tutorienmodell in Berlin – bundesweit vorbildlich – ausgebaut wurde. Zuerst waren Tutorinnen und Tutoren wesentlicher Bestandteil der Studienreform, später stützten sie den Ausbau der Berliner Universitäten und sorgten mit dafür, dass das Studieren auch an der so genannten Massenuniversität effektiv blieb. Heute haben sich unter den enormen Kürzungen und Veränderungen an den Hochschulen die Verhältnisse umgekehrt. Der Tarifvertrag sichert inzwischen die Fundamente des Berliner Tutorienmodells.
Der Vorteil des Tarifvertrages ist u. a., dass er gleiche und verlässliche Arbeitsbedingungen und –standards für die studentischen Beschäftigten an allen Berliner Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen garantiert. Damit bietet er die Rahmenbedingungen für eine hohe Qualität und Kontinuität der Arbeit studentischer Beschäftigter.
Ob es sich um Orientierungsveranstaltungen für Erstsemester, um Tutorien, Praktika, Übungen und Projekte für Studierende oder selbstorganisierte Projektwerkstätten und Projekttutorien handelt: die von studentischen Beschäftigten durchgeführten Veranstaltungen werden von den Studierenden häufig als die Sinnvollsten und Effektivsten beschrieben. Von ihnen gehen darüber hinaus Impulse für eine Reform von Lehre und Studium aus. So genannte Schlüsselqualifikationen, wie Teamfähigkeit, selbstständiges und interdisziplinäres Denken und Handeln, soziale Kompetenz und Umgang mit Medien werden gerade in Tutorien erlernt und erprobt.
Mit der Einführung der neuen Studiengänge (BA / MA) hat der Bedarf an Beratung, Betreuung und Orientierung der Studierenden enorm zugenommen. Gerade Tutorien sind hier verstärkt gefragt. Ohne sie werden die Reformprozesse nicht gelingen.
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