Mitgliederbereich

Passworthilfe

Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte

Letzte Aktualisierung: 01.11.2018

Die Senatsbildungsverwaltung hat in dieser Woche den Entwurf einer Änderung der Bildungslaufbahnverordnung vorgelegt. Mit der Änderung wird nun die Beförderung / Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte in die A 13 / E 13 geregelt, die noch nach älteren rechtlichen Regelungen vor dem Februar 2014 ausgebildet wurden. Ihre Befähigung wird damit der Ausbildung für das neue Lehramt an Grundschulen (A 13) gleichgestellt. Insgesamt sind von der höheren Eingruppierung / Besoldung über 5.600 Lehrkräfte betroffen.

Es hat mehr als zwei Jahre gedauert, bis nun der letzte Schritt der Vereinbarung der GEW BERLIN mit dem Finanzsenator Kollatz umgesetzt wurde. Die Regelungen im Einzelnen:

Wer wird befördert/höhergruppiert?

  • Alle Lehrkräfte mit der Befähigung für das Amt der Lehrer*in (L1) in A 12 / EG 11, die ihre Ausbildung noch vor den Bedingungen des Lehrkräftebildungsgesetzes vom Februar 2014 abgeschlossen haben, und gleichgestellte Lehrkräfte mit DDR-Ausbildung. (Ab Februar 2014 ausgebildete Lehrkräfte werden bereits nach E 13/A 13 bezahlt.)
  • Lehrer*innen für untere Klassen (LuK) und Sonderschullehrkräfte mit DDR-Ausbildung, sofern sie eine Besoldung nach A 12 / ein Entgelt nach EG 11 erhalten.

Die Beförderung/Höhergruppierung betrifft Beamt*innen und Tarifbeschäftigte gleichermaßen.

Werden Lehrkräfte mit einer Befähigung für das Amt der Lehrer*in, die nicht an der Grundschule unterrichten, auch nach A 13 / EG 13 befördert / höhergruppiert?

In die Beförderung / Höhergruppierung werden auch alle Lehrkräfte mit einem Wahlfach an anderen Schulformen einbezogen.

Wie wird mit Lehrkräften verfahren, die ihre Lehrer*innenausbildung in anderen Bundesländern abgeschlossen haben?

In anderen Bundesländern voll ausgebildete Lehrkräfte in A 12/EG 11, deren Abschlüsse denen der Lehrkräfte mit der Befähigung für das Amt der Lehrer*in nach den Vorgaben der Kultusministerkonferenz gleichgestellt sind, werden genauso behandelt wie die Berliner Lehrkräfte.

Können auch Lehrkräfte auf einer Funktionsstelle/in einem Beförderungsamt aus dem Laufbahnzweig der Lehrer*in in den neuen Laufbahnzweig der Grundschullehrer*in wechseln?

Ja, das können sie. Bereits im Laufbahnzweig der Lehrer*in durchlaufene Ämter müssen in dem neuen Laufbahnzweig nicht erneut durchlaufen werden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Den Antrag auf „Feststellung der Befähigung für den Laufbahnzweig der Lehrkraft an Grundschu-len“ (A 13 / E 13) kann stellen, wer eine 4-jährige Tätigkeit im Berliner Schuldienst nachweisen kann.

Die Schulleitung bestätigt dann auf dem Antrag das Absolvieren von 30 Zeitstunden Fortbildung seit 2004 und eine Bewährung in der Tätigkeit. Für Schulberater*innen, Seminarleiter*innen oder Fachseminarleiter*innen wird die Fortbildung durch diese Tätigkeit als erbracht angesehen.

Gleichzeitig muss man sich in dem Antrag verpflichten, innerhalb der nächsten drei Jahre weitere Fortbildungen in Fachwissenschaft, Fachdidaktik oder Heterogenität im Umfang von 30 Zeitstun-den zu absolvieren.

Wann muss ich einen Antrag stellen?

Die Antragsfristen stehen noch nicht fest. Der Entwurf muss erst im Senat beschlossen und dann im Gesetz und Verordnungsblatt veröffentlicht werden. Wahrscheinlich können die Anträge ab Januar 2019 gestellt werden. Die GEW BERLIN wird gesondert hierzu informieren.

Ab wann zählt die Laufbahnzuordnung für die Beamtenversorgung?

Für Lehrkräfte, die nach den neuen Regelungen von der A 12 in das neue Eingangsamt A 13 befördert werden, gibt es keine Wartezeit. Wer nach dem 1. August 2019 in Pension geht, für den wird das neue Amt ruhegehaltsfähig.

Gibt es Angebote für die LuK, die noch nach A 11/EG 10 bezahlt werden, weil sie in den 90er Jahren die Fortbildung für die Klassen 5 und 6 („Sternchenkurse“) nicht absolviert haben oder die seit 2016 neu eingestellt wurden?

Analog zu den Regelungen der 90er Jahre wird eine Fortbildung angeboten. Darüber hinaus müssen die Kolleg*innen eine sechsjährige Bewährung (früher achtjährige Bewährung) als Lehrkraft seit dem 3. Oktober 1990 nachweisen. Danach soll die Höhergruppierung/Beförderung in die EG 11 / A 12 und nach einem weiteren Jahr in die EG 13 / A 13 erfolgen.

In den wesentlichen Punkten haben wir uns damit durchgesetzt. Wie gefordert, wird bei der Beförderung / Höhergruppierung die berufliche Erfahrung berücksichtigt und das Verfahren ist (relativ) unkompliziert gestaltet. Über 5.600 Berliner Lehrkräfte werden von der Höhergruppierung / Beförderung profitieren und ab dem 1. August 2019 ein Entgelt nach EG 13 oder eine Besoldung nach A 13 erhalten und damit zukünftig über 500 Euro monatlich mehr verdienen. Berlin geht damit einen großen Schritt voran zu einer gerechteren Bezahlung der Lehrkräfte.

Dieser Erfolg ist nicht vom Himmel gefallen. Die Höhergruppierung haben wir uns in der Tarifauseinandersetzung 2016 gemeinsam erkämpft und darauf können wir berechtigt stolz sein.

 

Ältere Meldungen:

Bildungssenatorin Scheeres (2.v.r.), GEW-Vorsitzende Siebernik (2.v.l.) und Tarifvorstand Mertens

Letzte Aktualisierung: 08.05.2018

E13 für alle – Senatsverwaltung und GEW BERLIN verkünden Einigung

Die Senatsbildungsverwaltung und die GEW BERLIN haben heute die Höhergruppierung aller Grundschullehrkräfte in die Entgeltgruppe 13 zum 1.8.2019 angekündigt. In die Höhergruppierung werden auch alle Lehrkräfte mit einem Wahlfach an anderen Schulformen, die „Lehrkräfte unterer Klassen“ und die Sonderschullehrkräfte mit DDR-Ausbildung einbezogen. Die GEW BERLIN bewertet die Entscheidung als historischen Schritt für eine gerechtere Bezahlung im Bildungswesen.

„Dieses Ergebnis regelt viel mehr als nur eine Gehaltserhöhung um rund 500 Euro“, erklärte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Bildungssenatorin Sandra Scheeres. „Der Aufstieg aller Grundschullehrkräfte in die A13 bzw. E13 bedeutet die nachhaltige und unumkehrbare Gleichstellung mit den Lehrkräften an Gymnasien und Sekundarschulen. Der in Stein gemeißelte Grundsatz der ungleichen Bezahlung von Lehrkräften wird nunmehr in Berlin als erstem Bundesland ausradiert.

Berufserfahrung wird anerkannt

Über 5.600 Berliner Lehrkräfte erfahren endlich die längst überfällige Wertschätzung. Gegen alle Widerstände werden sich fast 30 Jahre nach dem Mauerfall nun endlich auch die Kolleg*innen mit DDR-Ausbildung auf Funktionsstellen bewerben können“, unterstrich Siebernik.

Udo Mertens, Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW
BERLIN, begrüßte ausdrücklich, dass die Höhergruppierung ohne größeren Fortbildungsaufwand ermöglicht wird. „Für die GEW BERLIN ist damit eine lange Tarifauseinandersetzung erfolgreich beendet. Wir konnten einen großen Teil unserer Forderungen durchsetzen. Auch wenn wir uns einen früheren Zeitpunkt zur Höhergruppierung vorgestellt hatten, sind wir mit dem Erreichten zufrieden. Wir begrüßen, dass es der Senatorin gelungen ist, die Fortbildungsverpflichtung niederschwellig zu gestalten“, sagte Mertens.

Die Regelung sieht vor, dass die Lebensleistung der Kolleg*innen berücksichtigt wird. Alle betroffenen Lehrkräfte haben zudem drei Jahre Zeit, um weitere 30 Fortbildungsstunden zu sammeln.

Lehrkräfte haben Erfolg selbst erkämpft

Siebernik dankte Bildungssenatorin Scheeres dafür, sich gemeinsam mit der GEW BERLIN für die unkomplizierte und nachhaltige Lösung stark gemacht zu haben. „Der größte Dank gebührt aber den vielen Kolleginnen und Kollegen, die für diesen Erfolg auf die Straße gegangen sind und den Druck immer aufrechterhalten haben. Dieser historische Erfolg, mit dem Berlin bundesweit ein Zeichen setzt, ist dem Engagement der vielen GEW-Kolleg*innen zu verdanken“, betonte Siebernik. 

Die Landesdelegiertenversammlung tagte ausnahmsweise vor der Senatsbildungsverwaltung
Quelle: Christian von Polentz / transitfoto.de

Letzte Aktualisierung: 29.11.2017

Der Durchbruch ist erreicht

Die GEW BERLIN begrüßt ausdrücklich, dass sich sowohl die rot-rot-grüne Koalition im Abgeordnetenhaus als auch Bildungssenatorin Sandra Scheeres für die unkomplizierte Höhergruppierung aller Grundschullehrkräfte nach dem Vorbild Brandenburgs zum 1. Januar 2019 ausgesprochen haben. Erfreut nehmen wir zur Kenntnis, dass im kommenden Doppelhaushalt 2018/19 die hierfür notwendigen Haushaltsmittel bereitgestellt werden. Mit Spannung und einer klaren Erwartungshaltung blickt die GEW hingegen in Richtung Finanzsenator, der einer zeitnahen und unkomplizierten Umsetzung bisher im Wege stand.

Udo Mertens, Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik, erinnerte Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen an die gemeinsame Erklärung, die die GEW mit ihm im Sommer 2016 unterzeichnet hat. „Stehen Sie zu Ihrem Wort. Setzen Sie den Geist der Erklärung vom Sommer um. Bauen Sie die von ihrem Haus aufgebauten vermeintlichen beamtenrechtlichen Hürden wieder ab. Andere Bundesländer haben vorgemacht, dass es geht und wie es geht.“

Dialog mit Scheeres wieder aufgenommen

Mertens rief Bildungssenatorin Scheeres auf: „Es ist gut, dass der Dialog zwischen der GEW BERLIN und der Senatorin wieder in Gang gekommen ist. Nun gehen wir davon aus, dass wir gemeinsam im Interesse der Kolleg*innen an einer baldigen Umsetzung der Höhergruppierung arbeiten.“ Scheeres hatte tags zuvor in einem Brief an die GEW-Spitze ihren Willen zum Ausdruck gebracht, wie Brandenburg eine unkomplizierte Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte zum 1. Januar 2019 auf den Weg zu bringen. Die Umsetzbarkeit hänge jedoch am Finanzsenator.

„Die Weichen wurden auch umgestellt, weil die GEW BERLIN in der Frage der Höhergruppierung den Druck immer aufrechterhalten hat. Das ist dem Engagement der vielen GEW-Kolleg*innen in den letzten Wochen zu verdanken“, sagte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik. „Die Berliner Lehrkräfte fahren jetzt die Ernte für ihre langen Arbeitskampf ein. Wir freuen uns besonders, dass die Kolleg*innen mit DDR-Ausbildung endlich nicht mehr ausgeklammert werden sollen“, so Siebernik.

Die GEW BERLIN hatte heute Vormittag ihre Landesdelegiertenversammlung vor den Türen der Senatsbildungsverwaltung abgehalten, um den Druck auf Finanzsenator Kollatz-Ahnen und Bildungssenatorin Scheeres zu erhöhen. Die Delegierten forderten die Senator*innen auf, die Hängepartie um die Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte zu beenden.

Der Blick zurück

Der Weg zu einer gerechten Bezahlung der Berliner Grundschullehrkräfte ist lang. Informationen zu den hinter uns liegenden Auseinandersetzungen gibt es auf den hier verlinkten Seiten.